Holzhaus zu verschenken war die Überschrift über verschiedene Artikel im Schwäbischen Tagblatt Tübingen, im Gäuboten Herrenberg, Ammerbuch Aktuell und div. Online-Infos, welche wir seit März initiiert hatten. Das Ziel war Interessenten zu finden, welche das Holzhaus als Gegenleistung für die kostenlose Überlassung in Eigenregie abbauen und möglichst nachhaltig eine weitere Verwendung an anderer Stelle planen, z.B. als Schuppen, Stall oder Tiny-Haus, etc. Und es haben sich tatsächlich auch einige Interessenten gemeldet. Allerdings hat sich dann bei genauer Betrachtung, z.T. mit Prüfung durch Fachleute wie Statiker, Architekt, Zimmerleute, gezeigt, dass die Herausforderungen und der mit dem Abbau entstehende Aufwand keine vernünftige Lösung erkennen lassen. Und so ist dann ein Interessent nach dem anderen wieder abgesprungen.
Wir als Vorstand waren schon etwas besorgt, wie wir den Rückbau mit möglichst hohem Anteil an Eigenleistungen organisiert bekommen. Rund um das Abschiedsfest Ende Mai wurden nochmals weitere Überlegungen angestellt. Und dann hat, wie schon über die 33 Jahre zuvor, Gottes Fügung und Begleitung für unser Projekt, die Regie übernommen: Im Frühjahr 2025 ist die Firma MR Abbruch-Rückbau-Tiefbau von Rottenburg in die Altinger Römerstraße umgezogen. Eine erste vorsichtige Anfrage Ende Juni führte innerhalb von drei Tagen zu einer gemeinsamen Besichtigung des Abriss-Objektes, zwei Tage später zu einem konkreten Angebot. Und vor allem: Inhaber Marco Rein und Mitarbeiter sind überzeugte Mitchristen und waren vom Projekt Ammerbucher Christen öffnen Türen e.V. so begeistert, dass sie uns ein wirklich großzügiges Angebot zum Komplettabriss inklusive Entsorgung unterbreitet haben. All unsere Sorgen waren von heute auf morgen obsolet.
In der zweiten und dritten Juliwoche wurde es dann ernst. Erst wurden die Installationen wie Wasser- und Stromleitungen, die kupferne Dachrinne und -verwahrung, die Heizkörper, Fenster, etc. ausgebaut und gesichert. Das Steinwolle-Isolations-Material aus Dach und Zwischenböden wurde entfernt und in großen Transport-Säcken verpackt. Und dann hatte der Abriss-Bagger freie Bahn. Beobachtet von Nachbarn und vielen Interessierten wurde das Haus in seine hölzernen Einzelteile zerlegt. Übrig blieb ein großer Berg an Balken und Brettern. Die Herausforderung: durch den Außenanstrich der letzten Jahre ist das Holz doch ziemlich belastet und muss entsprechend der Schadstoffverordnung entsorgt werden. Die große Überraschung war das Fundament. Beim Bau damals ging man offensichtlich auf Nummer Sicher und hat das Fundament extrem massiv ausgeführt, so dass der Ausbau und die Zerkleinerung doch deutlich mehr Aufwand dargestellt hat als erwartet. Insgesamt lief alles sehr, sehr gut und wir sind Marco Rein und Team mehr als dankbar für diese tolle, reibungslose Abwicklung. Es war zu spüren, dass alle Beteiligten dieses Projekt als etwas Besonderes wahrgenommen hatten.
Nun kann in den nächsten Wochen der finale Schritt, die dankbare Rückgabe des Grundstückes an die Gemeinde Ammerbuch erfolgen. 33 Jahre engagierte und erfolgreiche Unterstützung für Menschen mit Fluchterfahrung gehen damit zu Ende. Nochmals ganz herzlichen Dank an alle, welche sich in all den Jahren für unser tolles Projekt engagiert und eingesetzt haben. Und nochmals zur Erinnerung: die wertvolle Arbeit für und mit Menschen mit Fluchterfahrung findet mit Ammerbuch hilft seine Fortführung. Herzliche Einladung zur Mitarbeit.
Für den Vorstand: Jürgen Klein
