Der wunderschöne Choral „Hostias“ von Anton Bruckner, der schon Ansätze Bruckner‘scher Symphonik andeutete, begrüßte das zahlreich erschienene Publikum beim Herbstkonzert der Stadtkapelle Bruchsal unter der Leitung ihres Dirigenten Thomas Biel in der Josefskirche. Mit Beiträgen zu den Stücken führte Jutta Knell professionell durch das Programm und kündigte gleich die „Armenian Dances“ von Alfred Reed an, das in der großartigen Besetzung des Abends in opulentem Klangvolumen dargeboten wurde. Dieses Stück verlangte vor allem den Holzbläsern technisch alles ab. Das Querflötenensemble brachte den „Frühling“ von Antonio Vivaldi in die Kirche und spielte danach noch mit „Dance above the Rainbow“ eine irische Tanzmusik. Das Klarinettenensemble brachte mit dem „Walzer No.2“ von Dmitri Schoschtakowitsch eine gefühlvolle Version des beliebten Tanzes zum Klingen und ergänzte mit dem Song „Dream a little Dream“. Die „Milonga“ von Jorge Cardoso vorgetragen von Wolfgang Köbler und Karina List an klassischen Gitarren, erzeugte eine fast meditative Stimmung, die sich in „Agua e Vinho“ von Egberto Gismonti fortsetzte. Schließlich erklangen die Saxophone von der Empore. Mit dem „Abendlied“ aus den geistlichen Gesängen von Josef Gabriel Rheinberger und anschließend dem swingigen „How Funny“ von Peter Alber stellte sich die vierstimmige Bandbreite des Saxophonregisters vor. Das von Thomas Biel wieder perfekt vorbereitete sinfonische Gesamtorchester brachte danach mit dem sehr fein gespielten eCoral „Schafe können sicher weiden“ von Johann Sebastian Bach, wieder die Klassik zurück in die Josefskirche und zeigte die ganze Palette an instrumentalen Klängen im Wechselspiel zwischen Klarinetten, Trompeten, Posaunen und tiefem Blech. Es folgte „Spots“ von Klaus-Peter-Bruchmann, drei unterschiedliche Sätze mit tollem Altsaxofon-Solo von Mirjam Wielandt. Bei der nächsten Nummer „Jitterbug“ von Robert Buckley konnte man das sehr schöne Trompetensolo von John King genießen. Schließlich bot „A Tribute to Count Basie“ von Count Basie und Sammy Nestico, arrangiert von Toshio Mashima nochmals sehr schöne Soli von Stefan Bieringer an der Trompete, Paulo Santos an der Posaune und Tobias Scheuer am Klavier. Nach langem Applaus und Zugaberufen wurde das Publikum mit „When the Saints go marching in“ und schließlich einem zarten „Guten Abend, Gute Nacht“, mit wunderschönem Englischhorn Solo von Jakob Scherzinger, auf den Heimweg verabschiedet. IG


