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Viele Aufgaben für Malin Steinhäuser

Das ist die neue Klimaanpassungsmanagerin von Neckargemünd

Am 1. Juli 2024 trat das bundesweite Klimaanpassungsgesetz in Kraft. Auf den Tag, ein Jahr später, hat sich Neckargemünd hierfür Verstärkung geholt.
Malin Steinhäuser lächelt in die Kamera. Im Hintergrund ist der Neckar in Neckargemünd zu sehen.
Malin Steinhäuser entwickelt in den kommenden zwei Jahren Konzepte, wie mit den Folgen des Klimawandels umgegangen werden kann.Foto: kis

Das Klimaanpassungsgesetz hat erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen für die Klimaanpassung des Bundes, der Länder und der Kommunen geschaffen. Der Bund unterstützt Kommunen mit Fördergeldern und Beratung für die Klimaanpassung. Malin Steinhäuser ist die neue Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Neckargemünd – das ist die genaue Bezeichnung, unter der sie ihren neuen Job antritt.

Klimaschutz und Klimaanpassung – eine Differenzierung

Steinhäuser steht jetzt Seite an Seite mit Susanne Kurch, der Klimaschutzmanagerin seit 2018. Während Kurch für die bessere CO2-Bilanz der Stadt im Einsatz ist, wird Steinhäuser ein Konzept entwickeln, wie man Starkregen, Hitze und Dürre in Neckargemünd und Umgebung im Griff behält. Weitere relevante Handlungsfelder im Klimaanpassungsmanagement sind die Themen Stadtwald, Forst und Landwirtschaft. Ihre Aufgabe ist es, das Leben in Kindergärten und Seniorenheimen sowie für alle, die im Freien arbeiten, bei glühender Hitze weiterhin erträglich zu gestalten. Darüber hinaus ist dies für alle Bürger das Ziel.

Die Aufgaben der „Neuen“

Ziel sei die Anpassung an Klimafolgen, die aber auch positive Nebeneffekte, wie die Erhöhung der Lebensqualität und ein verbessertes Stadtbild habe, so Steinhäuser. Waldhilsbach, in den letzten Jahren besonders betroffen von Starkregen, wird sicher ein Schwerpunkt für Verbesserungsmaßnahmen. Hier spielt die Kanalreinigung eine große Rolle. Steinhäuser ist multifunktional unterwegs, denn auch Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung der Bürger zum Thema Klima, Workshops und Veranstaltungen stehen auf ihrer To-do-Liste. Sie beteiligt sich auch am "Waldforum", an dem neben der Verwaltung auch weitere Interessenverbände beteiligt sind, zum Beispiel BUND, Nabu und die Waldwende.

Passendes Thema der Masterarbeit

Die 27-jährige Malin Steinhäuser, ursprünglich aus dem Rheinland, kam nach Heidelberg, um Geografie zu studieren. Nach dem Bachelor wechselte sie nach Freiburg, um ihre Masterarbeit mit dem passenden Thema: „Hitzeanpassung in kleinen Kommunen“ erfolgreich abzuschließen. Beste Voraussetzungen, um in Neckargemünd, Dilsberg, Mückenloch und Waldhilsbach tätig zu werden. Ihre Stelle ist auf zwei Jahre befristet und wird zu 90 Prozent vom Bund gefördert; in Kombination mit dem Fachbüro „Infrastruktur & Umwelt Professor Böhm und Partner“ aus Darmstadt. Privat reist sie gerne viel mit der Bahn durch Europa und ist in der Natur unterwegs. Zudem hat Steinhäuser die Novellierung des Klimaanpassungsgesetzes im Blick, dessen Entwurf auf Landesebene vorliegt.

Gibt es bei der Umsetzung Probleme?

Das sind, wie überall, die Finanzen. Damit kann Steinhäuser umgehen, sie verschafft sich Überblick über jeweilige Fördermaßnahmen, beantragt diese, stellt vorher die Bedarfe zusammen. Hier müssen erst sogenannte „Hotspots“ ausgemacht werden, um dann an den richtigen Stellen Abhilfe zu schaffen. Dafür werden vom Deutschen Wetterdienst Messfahrten zur Profilmessung der Stadt gemacht. Hier wird genau hingeschaut: „Wie stark ist die Hitze am Tag, und wie gut kühlt es zur Nacht ab“, erklärt Steinhäuser. Muss hier entsiegelt werden? Sollen hier Bäume gepflanzt werden oder hilft eine Fassadenbegrünung?

Vielseitiges Angebot

All diesen Fragen wird sie sich in den nächsten zwei Jahren widmen. „Der erste ‚Hotspot‘ ist schon erkannt, der Sitzungssaal hier in der Stadtverwaltung, mit den Panoramascheiben und der exponierten Lage“, das weiß kaum einer besser als die schwitzenden Gemeinderäte. Ansonsten wird die Klimaanpassungsmanagerin mit Seniorenheimen und Kindergärten in den Austausch treten; zum Beispiel zum Thema Sonnenschutz und dem Umgang mit dem Thema Hitze. Auch für die Neckargemünder Bürger sollen Informationen zu den verschiedenen Themen der Klimaanpassung bereitgestellt werden.

Erste Vorsorgemaßnahmen bereits getroffen

Auf der Webseite der Stadt Neckargemünd, unter dem Punkt „Nah am Bürger“, gibt es zum Beispiel ein „Hochwassermanagement“. Hier können sich Interessierte und Betroffene durch die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg über aktuelle Pegelstände informieren. Eine Tabelle wurde erstellt, ab welchem Pegel, z. B. ab 4,70 Metern beim Parkplatz unter der Friedensbrücke, eine Überflutung durch den Neckar eintritt.

Wie geht es nach den zwei Jahren weiter?

Es ist ein umfangreicher Maßnahmenkatalog, den Steinhäuser für die Klimaanpassung in Neckargemünd in den kommenden zwei Jahren angehen will. Danach gibt es die Möglichkeit einer Anschlussförderung für drei Jahre; darüber muss der Gemeinderat zu gegebener Zeit entscheiden.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMkis
15.07.2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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