Zugleich ging es in der vergangenen Gemeinderatssitzung darum, die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Festes weiterzuentwickeln.
Mit seiner mehr als 475-jährigen Geschichte zählt der Bohrermarkt zu den bedeutendsten Veranstaltungen der Region. Jahr für Jahr locken Fahrgeschäfte, Marktstände, Musikprogramm und Festzelt zahlreiche Besucher nach Neckargemünd. Gerade das Festzelt habe sich laut Verwaltung als zentraler Treffpunkt und wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts etabliert.
In den vergangenen Jahren war der Bohrermarkt mehrfach verändert worden – unter anderem infolge der Corona-Pandemie sowie aus organisatorischen und finanziellen Gründen. Zeitweise musste auf das Festzelt verzichtet werden, zudem wurden verschiedene Veranstaltungsformate ausprobiert. Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft seien jedoch eindeutig gewesen: Besonders das Festzelt, ein wetterunabhängiges Angebot sowie die Mischung aus Markt, Fahrgeschäften und Musik prägen den Charakter des Festes entscheidend.
Eine eigens eingesetzte Veranstaltungskommission hatte sich deshalb intensiv mit der Zukunft des Bohrermarktes beschäftigt. Trotz angespannter Haushaltslage sprach sich die Kommission klar für den Fortbestand aus. Die im Jahr 2025 bereits verkleinerte Form des Festes wurde dabei als angemessen bewertet. Gleichzeitig sollen Kosten weiterhin streng kontrolliert und Einnahmen verbessert werden.
Die Verwaltung hat nun konkrete Ziele formuliert, um den Erfolg des Bohrermarktes künftig messbar zu machen. So sollen an den beiden Abendveranstaltungen im Festzelt jeweils mindestens 90 Prozent der verfügbaren Tickets verkauft werden. Zudem soll der Vorverkauf gestärkt werden: Drei Viertel aller Eintrittskarten sollen bereits vor Veranstaltungsbeginn verkauft sein. Auch bei den Marktständen setzt die Stadt auf klare Standards. An allen fünf Veranstaltungstagen sollen sämtliche Standplätze besetzt sein. Zudem sollen mindestens 95 Prozent der Stände die festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllen – darunter ein ansprechendes Erscheinungsbild, vollständiger Aufbau und die Einhaltung der Öffnungszeiten.
Für 2026 ist erneut ein umfangreiches Festprogramm vorgesehen. Der bisherige Festzeltbetreiber hat bereits Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert. Geplant sind unter anderem zwei Abendveranstaltungen mit Bands oder DJs, ein Kindernachmittag, ein Weißwurstfrühstück, ein Firmen- und Seniorennachmittag sowie erstmals die „Neckargemünder Zeltmeisterschaften“. Dabei sollen Teams aus Vereinen, Unternehmen oder Privatgruppen in Disziplinen wie Maßkrugstemmen, Bierdeckelturm oder Stadt-Quiz gegeneinander antreten.
Neu ist außerdem die geplante Rückkehr des Feuerwerks am Dienstagabend. Bereits vor der Pandemie gehörte dieses traditionell zum Abschluss des Bohrermarktes und galt als Publikumsmagnet. Nachdem der Martinsumzug inzwischen zeitlich vom Fest getrennt wurde, soll das Feuerwerk nun wieder den Schlusspunkt der Veranstaltung bilden. Die Schausteller haben laut Verwaltung angeboten, sich über einen Zuschlag bei den Standgebühren an den Kosten zu beteiligen, sodass der Programmpunkt voraussichtlich vollständig finanziert werden kann.
Mit dem neuen Konzept will Neckargemünd den Bohrermarkt als traditionsreiche, aber zugleich moderne Veranstaltung langfristig sichern – und dabei den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und lebendigem Stadtfest schaffen.



