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Aus dem Geschäftsleben

Das Klimaforum Obersulm lädt ein: Infoveranstaltung: „Klimagerechtigkeit“

Am 23.4.2026 wird der Klimaexperte Ralf Roschlau in Obersulm zum Thema referieren. Wir haben ihn vorab zur aktuellen Energiekrise befragt. Klimaforum...
R. RoschlauFoto: R. Roschlau

Am 23.4.2026 wird der Klimaexperte Ralf Roschlau in Obersulm zum Thema referieren. Wir haben ihn vorab zur aktuellen Energiekrise befragt.

Klimaforum (KF): Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht von der historisch »größten Bedrohung der Energiesicherheit«. Die Ölversorgungslücke ist deutlich größer als in den Ölkrisen der Siebzigerjahre. Trotzdem sind die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft jetzt weniger massiv. Woran liegt das?

Roschlau: Die Gründe sind vielfältig: Die IEA hat ein Reservesystem gebildet, mit dem USA-Fracking-Gas oder Russlands fossilen Vorräten gibt es mehr Förderländer. Viele Staaten wie die Skandinavier, Pakistan, Spanien oder Portugal sind durch den Ausbau der Regenerativen weniger abhängig.

KF: Kann man behaupten, dass die erneuerbaren Energien die Wirtschaften schützen. Wie sieht das konkret in Europa aus?

Roschlau: In allen Ländern, die auf Elektromobilität oder Wärmepumpen zusammen mit dem Ausbau der Erneuerbaren gesetzt haben, wirken diese tatsächlich wie ein Schutz der Volkswirtschaften.

KF: Wirtschaftsministerin Reiche will den Ausbau der Erneuerbaren zurückregulieren. Was bedeutet das für die Energiepreise und die Inflation? Welche Folgen hat das für die Klimagerechtigkeit?

Roschlau: Während die Welt um uns regenerativ wird, ist Reiche eine Gas-Lobbyistin. Statt den Netzausbau zu forcieren, will sie den grünen Strom auf die maroden Netze reduzieren und mehr Erdgas verstromen. Die fossilen Abhängigkeiten sorgen für Rezession – nicht die Erneuerbaren. Die Inflation wird genau deshalb steigen.

Bezüglich Klimagerechtigkeit schadet jede weltweite Krise den Ärmsten am meisten und nutzt den Reichsten. Mit Russland und den USA werden zwei Petrostaaten wegen der Ölpreisexplosion die Gewinner sein. China wird als Vorbild für den Ausbau der Erneuerbaren gewinnen, ebenso wie viele Schwellenländer, die in regenerative Energien investieren, ihre Abhängigkeit vom Öl reduzieren und neue Geschäftsfelder geöffnet haben. In Europa fehlt die Einheit für die Bildung einer Energieresilienz.

KF: Danke für das Gespräch.

Der Vortrag mit Diskussion ist

Wann? Donnerstag, 23. April, 19.00 Uhr

Wo? Kultursaal der Gemeinde Obersulm, Rathausgasse 6–8

Die Veranschtaltung koscht nix. Spenda kannscht scho, aber omelde brausch di net.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer.

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Ausgabe 16/2026
von Wir-Obersulm e. V.Redaktion NUSSBAUM
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