
Am letzten Samstag eines jeden Monats öffnet sich eine Tür, hinter der mehr geschieht als nur das Ausschenken von Kaffee und das Servieren von Kuchen. Es ist die Tür zum Kontaktkaffee – einem besonderen Treffpunkt, der Menschen zusammenbringt, Gespräche ermöglicht und Gemeinschaft lebendig werden lässt. Seit über einem Jahr findet dieses liebevoll organisierte Beisammensein regelmäßig statt und hat sich zu einem festen Termin im Kalender vieler Besucherinnen und Besucher entwickelt. Geleitet wird das Kontaktkaffee von Karin Schaffer, die mit Herz, Engagement und einem offenen Ohr dafür sorgt, dass sich jede und jeder willkommen fühlt.
Das Kontaktkaffee ist weit mehr als ein kulinarischer Treffpunkt. Es ist ein Ort, an dem Gespräche stattfinden, die im Alltag oft zu kurz kommen. Die Menschen reden über ihre kleinen und großen Alltagssorgen: über gesundheitliche Herausforderungen, familiäre Spannungen, Einsamkeit, aber auch über freudige Ereignisse
In dieser Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit liegt die besondere Qualität des Treffens. Niemand wird gedrängt, etwas zu erzählen. Niemand muss sich erklären. Doch wer sprechen möchte, findet offene Ohren. Oft entstehen kleine Gesprächsgruppen, in denen aufmerksam zugehört wird. Manchmal genügt ein verständnisvoller Blick oder ein zustimmendes Nicken, um Trost zu spenden.
Karin Schaffer versteht es, diese Atmosphäre zu begleiten, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Ihre Rolle ist die einer Gastgeberin im besten Sinne. Sie begrüßt die Ankommenden mit einem Lächeln, stellt neue Gäste vor und sorgt dafür, dass niemand alleine bleibt, wenn er oder sie das nicht möchte. Dabei ist ihr Engagement geprägt von Empathie und Feingefühl. Sie erkennt, wenn jemand zurückhaltend ist, und schafft behutsam Möglichkeiten zur Einbindung. Gleichzeitig respektiert sie die Grenzen jedes Einzelnen. Dieses Gleichgewicht zwischen Nähe und Freiraum ist entscheidend für das Gelingen des Kontaktkaffees. Es wird gelacht, manchmal auch herzlich. Anekdoten aus dem Alltag sorgen für Heiterkeit. Kleine Missgeschicke werden mit Humor erzählt. Selbst schwierige Themen verlieren etwas von ihrer Schwere, wenn sie in einem unterstützenden Kreis ausgesprochen werden dürfen.
Als das Kontaktkaffee vor einem Jahr ins Leben gerufen wurde, war nicht sicher, wie groß das Interesse sein würde. Die Idee war einfach: einen offenen Treffpunkt schaffen, ohne Verpflichtungen, ohne feste Agenda. Schon beim ersten Termin zeigte sich jedoch, dass ein Bedarf vorhanden war. Im Laufe des Jahres wuchs die Zahl der Besucherinnen und Besucher. Neue Gesichter kamen hinzu, während Stammgäste regelmäßig erschienen. Mit jedem Treffen wurde deutlicher, dass hier etwas Wertvolles entstanden war. Es geht um ein Stück gelebte Gemeinschaft.
Während das Kontaktkaffee sein zweites Jahr beginnt, richten sich die Blicke nach vorne. Die Hoffnung ist, dass noch viele letzte Samstage im Monat folgen werden. Vielleicht wächst die Gemeinschaft weiter, vielleicht bleibt sie überschaubar – entscheidend ist die Qualität der Begegnung.
Die Vision ist klar: einen beständigen Ort der Offenheit und Herzlichkeit zu bewahren. Einen Ort, an dem Menschen ihre kleinen und großen Alltagssorgen teilen können, ohne bewertet zu werden. Einen Ort, an dem Kaffee und Kuchen mehr sind als nur Genussmittel – nämlich Symbole des Miteinanders.