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Das Lebenswerte des ländlichen Raums erkennen und bewahren

Peter Kühnl, neuer stellvertretender Vorsitzende des LEADER-Vereins Schwäbischer Wald, unterstreicht die Bedeutung der EU-Förderung – aktuell...

Peter Kühnl, neuer stellvertretender Vorsitzende des LEADER-Vereins Schwäbischer Wald, unterstreicht die Bedeutung der EU-Förderung – aktuell läuft ein Projektaufruf bis 22.09.

Er ist nun seit März 2025 im Amt und bereits seit 18 Jahren Bürgermeister: Peter Kühnl aus der Gemeinde Ruppertshofen im Ostalbkreis sieht den ländlichen Raum als Ganzes über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg. Eine Sichtweise, die bestens zum LEADER-Verein Schwäbischer Wald passt, dessen Gebietskulisse 31 Städte und Gemeinden aus vier Landkreisen umfasst. Aktuell läuft noch bis zum 22.09. der 3. Projektaufruf, bei dem sich in der LEADER-Region Schwäbischer Wald innovative Projektideen um Fördermittel aus dem LEADER-Programm bewerben können. Weitere Informationen sind auf der Homepage unter www.leader-schwaebischerwald.de abrufbar.

Das Lebenswerte auf dem Land unterstützen und bewahren

„Mir ist klar geworden, was man mit der LEADER-Förderung alles in unserem ländlichen Raum bewirken kann, insbesondere auch durch die Vielfalt der Projekte“, sagt Kühnl. „Es geht mir darum, das Lebenswerte auf dem Land zu unterstützen und zu bewahren“. Dabei gehe es einerseits um die Attraktivität, aber gleichzeitig auch um die Gemeinschaft, um Heimat und das „Wir-Gefühl“.

Annette Ehle, Vorsitzende des LEADER-Vereins freut sich über die Wahl des neuen Stellvertretenden Vorsitzenden: „Es ist uns gelungen mit Peter Kühnl einen ebenso sachkundigen wie engagierten Mitstreiter zu gewinnen. Unser Verein braucht Menschen, die voll hinter der Sache stehen und sich dafür einsetzen, dass wir unsere Region bestmöglich fördern und die Chancen, die LEADER bietet, nutzen können.“

Peter Kühnl erklärt, dass mit der Hilfe von Fördergeldern Benachteiligungen kompensiert werden können, die das Leben in ländlichen Gemeinden mit sich bringt. Aber, und das stehe im Vordergrund, trotz mancher Widrigkeiten sei die Lebensqualität auf dem Land sehr hoch. Eines seiner Lieblings-Projekte, das gefördert werden konnte, ist das sogenannte „Waaghäusle“, ein kleiner Holzschuppen mit Viehwaage, der runderneuert wurde.

Etwas gemeinsam bewegen ist das, was die Menschen auf dem Land ausmacht

Das Projekt stehe für mehr Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Dorf. „Das ist eine enorm große Aufwertung“, betont Kühnl. „Gerade in dem kleinen Ort Steinenbach (Ostalbkreis) mit nicht einmal 50 Einwohnern wurde neuer Gemeinschaftssinn geschaffen, der nachhaltig spürbar ist. Es geht um den Erhalt traditioneller Orte und hier ist gleichzeitig ein neuer Blickfang entstanden.“ Das Beispiel zeige, dass die Menschen, die in der Region verwurzelt sind, auch gemeinsam etwas bewegen können. Kühnl sieht darin „die Würze, die uns hier auf dem Land ausmacht.“ Meist seien viel mehr Kleinode vorhanden, als man auf den ersten Blick erkenne. Es sei wichtig, das auch wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen: „Hier ist LEADER als Förderinstrument sehr gut geeignet.“

Beispiele für LEADER-Förderung im Rems-Murr-Kreis

Neben dem Wir-Gefühl und dem Bewahren von Historie und Tradition seien Angebote wichtig, um die Attraktivität in den ländlichen Gemeinden und Teilorten zu erhalten. Die LEADER-Förderung bietet für unterschiedlichste Projekte Unterstützung oder Starthilfe. Aktuelle Beispiele im Rems-Murr-Kreis sind „Kunst und Kultur im Fachwerk“ bei Welzheim, der Bau einer Pumptrack-Anlage in Murrhardt, ein Chillplatz für Jugendliche in Auenwald oder die „Erweiterung des Lernorts Bauernhof“ in Kaisersbach-Weidenbach. Private und kommunale Projekte sind gleichermaßen willkommen.

Unterstützer und Koordinator als Königsdisziplin für den Bürgermeister

Wichtig zur Unterstützung privater Initiativen sei, dass die Bürgermeister auch direkt auf potenzielle Antragsteller zugehen und auf Förderprogramme wie LEADER hinweisen, erklärt Peter Kühnl. „Für mich ist das die Königsdisziplin für einen Bürgermeister. Man kennt die Menschen vor Ort, man kennt Projekte vor Ort. Es ist die Stärke in unserem Amt, dass man aus allen möglichen Richtungen Informationen erhält und koordinierend tätig sein kann.“

Aktuell arbeitet er an dem brennenden Thema der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum „Ich wusste, dass bei uns eine Bankfiliale schließt und dass eine Ärztin in ihren Räumen eingeschränkt ist, und ich konnte die richtigen Personen zusammenbringen. Das ist meine Funktion“, sagt Kühnl.

Eigeninitiative ist gefragt

Als Bürgermeister spreche man tagtäglich mit den Menschen vor Ort und könne bei Projektplanungen beratend zur Seite stehen. „Ich sage aber in einem solchen Fall immer: nehmt den Zuschuss als „Bonbon“. Macht euch klar, ob ihr das Projekt wirklich wollt, und zwar unabhängig davon, ob ein Zuschuss genehmigt wird.“

Erscheinung
Mitteilungsblatt Auenwald
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Ausgabe 39/2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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