Ein leises Klingeln an der Haustür, ein kurzer Moment der Unsicherheit – und dann ein erstes Lächeln. Wenn in Neckarsulm ein Baby geboren wird, beginnt für Familien eine aufregende Zeit voller Fragen, Freude und manchmal auch Überforderung. Genau hier setzen die Willkommensbesuche an.
Eine Mitarbeiterin des Präventionsnetzwerks kommt vorbei – nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung. Im Gepäck: Informationen, offene Ohren und das klare Signal: Ihr seid nicht allein. Viele Eltern wissen zunächst gar nicht, welche Angebote es in ihrer Stadt gibt oder an wen sie sich wenden können, wenn Unsicherheiten auftauchen. Der Besuch schafft einen ersten, unkomplizierten Zugang.
In Gesprächen zeigt sich schnell, was Familien wirklich bewegt: Schlafmangel, organisatorische Fragen, manchmal auch finanzielle Sorgen. Oft sind es keine großen Probleme, sondern viele kleine, die sich summieren. Ein kurzer Hinweis auf eine Beratungsstelle, ein Angebot für junge Familien oder einfach ein bestärkendes Wort kann hier viel bewirken.
Gerade in den ersten Lebensmonaten werden wichtige Grundlagen gelegt. Wer sich früh unterstützt fühlt, findet leichter Orientierung und Vertrauen. Die Willkommensbesuche sind deshalb mehr als ein freundlicher Gruß – sie sind ein erster Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit.
Damit dieses Angebot wirkt, braucht es Zeit, Vertrauen und Engagement. Noch steckt das Projekt im Aufbau, doch die ersten Erfahrungen zeigen bereits: Der persönliche Kontakt macht den Unterschied. Und manchmal beginnt genau damit etwas, das lange trägt.
Kontakt: Eltern, die einen Willkommensbesuch wünschen, können sich direkt bei der Familien-Kinderkrankenschwester Michaela Röckel melden: Telefon: 0176/189 809 30, E-Mail: roeckel@caritas-dicvrs.de.
Die Stadt Neckarsulm und das Präventionsnetzwerk Chancenreiches Neckarsulm heißen alle Neugeborenen herzlich willkommen und freuen sich darauf, Familien von Anfang an zu begleiten. (Miriam Beyer, Netzwerkkoordination)