Wie funktioniert Politik eigentlich in der Praxis? Und wie sieht der Alltag eines Abgeordneten aus? Typische Fragen aus dem Gemeinschaftskundeunterricht, denen die Schüler an der Kaufmännischen Schule Nagold diesmal mit einem echten Experten besprechen können. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Klaus Mack, berichtet der Jahrgangsstufe 1 und dem Berufskolleg Fremdsprachen von spannenden Debatten im Bundestag und von Herausforderungen, die ein gewählter Vertreter täglich meistern muss. "Es ist wichtig, dass junge Menschen verstehen, wie Demokratie funktioniert. Unser System lebt davon, dass Menschen Dinge bewegen, vielleicht auch verändern wollen. Wer sich nicht einmischt, überlässt anderen die Entscheidung", motiviert Mack die Schüler, sich zu engagieren. Politik beginne nicht erst im Bundestag, sondern im Klassenzimmer, im Verein, beim Zuhören, beim Diskutieren.
Gesprächsstoff haben die jungen Leute an diesem Morgen mit dem Abgeordneten viel. Über Macks eigenen Weg in die Politik, seinen Tagesablauf, seine Ziele, seine Haltung zu aktuellen Themen wie der Rentenpolitik, dem Bürgergeld oder Waffenlieferungen an die Ukraine. Aber auch dazu, wie er zur Cannabislegalisierung oder zu Volksentscheiden auf Bundesebene steht. "Das halte ich bei bundespolitischen Fragen für schwierig. Nicht, weil ich den Bürgerinnen und Bürgern Entscheidungen nicht zutraue, sondern weil Gesetzgebungsverfahren sehr komplex sind. Das lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein auf einem Stimmzettel beantworten", sagt Mack. Demokratie bedeutet nicht nur Mehrheitsentscheidungen, sondern auch Verantwortung, Abwägung und oft Kompromisse. Vermeintlich einfache Lösungen gibt es nach Ansicht Macks angesichts der aktuellen Weltlage nicht. Als Beispiel für einen solchen Kompromiss in der Politik nennt er den Koalitionsvertrag: "Darin haben wir als Union mit der SPD unsere Ziele für die gemeinsame Regierungsarbeit festgelegt. Da steht viel Gutes drin, das gilt es jetzt mit Leben und entsprechenden Entscheidungen zu füllen", sagt Mack, der sich viel Zeit für die detaillierten Fragen der Schüler nimmt.
Sehr zur Freude auch von Schulleiterin Anja Breitling: "Solche Begegnungen machen Politik greifbar und motivieren viele Jugendliche, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Wir geben unseren Schülern gerne die Chance, mit außerschulischen Experten ins Gespräch zu kommen, um zu erleben, wenn sie auf kurzem Weg ansprechen können." Der Austausch mit den jungen Leuten sieht auch Mack als Gewinn für sich. "Sie stellen kritische Fragen, denken nach, haben frische Perspektiven. All das zeigt mir, warum ich Politik mache: um ihre Zukunft positiv mitzugestalten", sagt der Abgeordnete. (pm)