Wie entsteht eigentlich ein Schulanbau? Wer entscheidet darüber? Und warum dauert es oft ganz schön lange, bis aus einer Idee tatsächlich ein fertiges Gebäude wird?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4A und 4B im Rahmen eines besonderen Projekttages an der Grundschule Mötzingen. Passend zum derzeit laufenden Schulanbau erhielten die Kinder die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines kommunalen Bauprojekts zu werfen und selbst zu erleben, wie Entscheidungen in einer Gemeinde getroffen werden.
Gemeinsam mit Bürgermeister Benjamin Finis erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler in einem Planspiel den Weg von der ersten Idee bis zur Fertigstellung eines neuen Gebäudes. In verschiedenen Rollen schlüpften die Kinder in die Perspektiven von Gemeinderäten, Elternvertretern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Nachbarn, Architekten und der Verwaltung. Dabei wurde schnell deutlich, dass hinter einem Bauprojekt weit mehr steckt als ein Bagger auf der Baustelle.
Mit viel Engagement diskutierten die Kinder über den Bedarf zusätzlicher Klassenzimmer, stellten kritische Fragen zu Kosten und Finanzierung, wägen unterschiedliche Interessen gegeneinander ab und mussten schließlich selbst Entscheidungen treffen. Besonders beeindruckend war dabei, wie schnell die Schülerinnen und Schüler ein Gespür für demokratische Prozesse entwickelten. Sie erfuhren, dass gute Ideen erklärt und begründet werden müssen, dass unterschiedliche Meinungen gehört werden und dass viele Entscheidungen nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können.
Der Projekttag bot jedoch weit mehr als das Planspiel allein. Neben dem Bürgermeister waren auch unmittelbar am Schulanbau Beteiligte zu Gast. Der Architekt des Projekts, Frieder Großmann, gab den Kindern spannende Einblicke in die Planung und Gestaltung des Erweiterungsbaus. Die Firma Müller Holzbau zeigte anschaulich auf, wie aus Planungen und Zeichnungen die Holzmodule entstanden sind, die heute bereits auf dem Schulgelände zu sehen sind. Am Ende durften die Kinder selbst in einem Nagelbild ihre handwerklichen Fertigkeiten unter Beweis stellen und eine wertige Erinnerung an den Vormittag mit nach Hause nehmen.
Durch die Gespräche mit den Fachleuten konnten die Schülerinnen und Schüler die Verbindung zwischen den Entscheidungen im Rathaus und der praktischen Umsetzung auf der Baustelle unmittelbar nachvollziehen. Gleichzeitig erhielten sie interessante Einblicke in verschiedene Berufe und Tätigkeiten rund um Planung, Handwerk und Bau.
Der Projekttag zeigte eindrucksvoll, dass kommunalpolitische Entscheidungen das tägliche Leben unmittelbar beeinflussen – und dass hinter sichtbaren Veränderungen oft jahrelange Planungen, Diskussionen und Abstimmungen stehen. Für die Kinder wurde damit erlebbar, wie Demokratie vor Ort funktioniert und wie aus einer Idee Schritt für Schritt Realität wird.
Ein herzlicher Dank gilt Architekt Frieder Großmann und der Firma Müller Holzbau für ihre Bereitschaft, ihre Erfahrungen mit den Kindern zu teilen und den Projekttag mitzugestalten. Ebenso gilt der Dank den beteiligten Lehrkräften, die das Projekt engagiert begleitet und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu einem gelungenen und lehrreichen Vormittag beigetragen haben.