Auf Einladung von Ortsvorsteher Uwe Freidinger stellte Stadtförster Manuel Mannuss den Forsteinrichtungsplan für die kommenden zehn Jahre vor. Grundlage dafür ist eine aktuelle Bestandsaufnahme des Waldes hinsichtich Gesundheitszustand, Verteilung auf die Arten und Altersklassen der Bäume. In Absprache mit den übergeordneten Fachbehörden wurde ein Konzept entwickelt, wie der Wald in zehn Jahren aussehen soll. Die Waldfläche von Bruchsal beträgt 1.333 ha, davon über 600 ha allein in Heidelsheim. Die meisten Bestände sind hier zwischen 21 und 40 Jahre alt, dann folgen Bäume in der Altersklasse 41 bis 60 Jahre. Bei den älteren Bäumen handelt es sich meist um Buchen und Eichen. Buchen bedecken 48 % der Fläche, Eichen 19 % und Douglasien 9 %, weiter sind Bergahorn zu nennen. Beabsichtigt ist ein gewisser Umbau des Waldes nach Arten. Weil der Klimawandel auch der Buche zunehmend zu schaffen macht wird eine Mischung aus heimischen, aber auch einigen ausländischen Arten angestrebt. Die Forsteinrichtung sieht vor, den Buchenanteil auf 40 % zurückzuführen und den der Eiche auf 18 % zu erhöhen. Allerdings liegt die Naturverjüngung der Eiche bei nur 1 %, was auch am Verbiss durch Rehwild liegt. So könnte es sein, dass Eichen extra gepflanzt und durch Zäune geschützt werden müssen.
Im Jahr 2026 ist ein Holzeinschlag von 8.800 Festmetern (fm) vorgesehen. 4.200 fm werden dem Wald als Stammholz entnommen, 1.800 fm fallen als Industrieholz an, die selbe Menge als Brennholz,
1.000 fm bleiben im Wald liegen. Aus dem Ortschaftsrat auf großflächige Kahlflächen angesprochen begründete der Förster dies mit der Verkehrssicherungspflicht an Straßen. Zahlreiche Bäume seien am Waldrand, aber auch entlang Waldwegen, als sogenannte Überhälter stehen geblieben und nun geschädigt. Auf den Freiflächen werde ein nues Konzept erprobt. Zwischen Weg und Hochwald entstehe ein niedriger Kräutersaum, dem sich ein Strauchgürtel anschließe. Der Wald selbst sei ein riesiges Biotop. Zusätzlich habe es bisher schon Bemühungen gegeben, dessen ökologische Bedeutung zu steigern, z.B. durch Belassen von Todholz, Verzicht auf das Fällen von abgestorbenen Bäumen als Lebensraum, Herausnahme von Flächen aus der forstlichen Nutzung. Das Eindämmen von eingewanderten Pflanzen diene der Erhaltung einheimischer Tiere und Pflanzen. Das verstärkte Ableiten des Wassers von Wegen in den Wald solle der Wasserhaltung und dem Quellschutz dienen, aber auch Amphibien fördern. (goe)