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Der alljährliche Obstbaumschnitt

Während Steinobstbäume wie z. B. die Kirsche erst im Sommer nach der Ernte geschnitten werden, wird das Kernobst bereits in der kalten Jahreszeit...
Baumschnitt
Foto: Gemeinde Schwarzach

Während Steinobstbäume wie z. B. die Kirsche erst im Sommer nach der Ernte geschnitten werden, wird das Kernobst bereits in der kalten Jahreszeit geschnitten. Aber warum? Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung. Früher hatten die Bauern über die Winterzeit keine Äcker zu bestellen und hatten Zeit, sich um den Rückschnitt zu kümmern. Aber der Schnitt bei Frost stellt bei Kernobst kein Problem dar. Geschnitten wird meist im Zeitraum von Januar bis Februar, hier sind auch weniger Pathogene unterwegs. Pathogene sind krankheitserregende Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen). Beim Schnitt im Winter kann der Baum seine Kräfte vor dem Austreiben auf bestimmte Triebe richten und die Krone wird vor Belaubung gelichtet. Dennoch hat es auch Vorteile, wenn man das Kernobst im Sommer schneidet, theoretisch wäre das sogar besser: denn die Bäume haben im Sommer mehr Kraft, um die Wunde direkt zu verschließen. Es hat also beides seine Vor- und Nachteile.

Steinobst dagegen ist viel anfälliger für Baumkrankheiten, weshalb der Schnitt hier definitiv erst im Sommer erfolgt. Würde man eine Kirsche im Winter schneiden, käme es zu Gummifluss, was den Baum schwächen würde. Gleiches gilt auch für den Walnussbaum. Diesen schneidet man immer im belaubten Zustand im Sommer, sonst schließt der Baum die Wunde nicht und er wird geschwächt.

Durch den Erhaltungsschnitt fördert man die Fruchtbarkeit und Fruchtqualität und schützt den Baum vor dem Vergreisen. Der Baum erhält durch den Schnitt ausreichend Tageslicht. Bei Bäumen, die kein Licht abbekommen, lagert sich oft Moos an den Ästen an, welches wiederum die Austreibung von Ästen verhindern kann. „Durch einen geschnittenen Apfelbaum muss man einen Hut werfen können“, so eine alte Gärtner-Regel. So stark muss es zwar nicht sein, aber bei einer luftigen Krone ist der Baum auch weniger anfällig für Krankheiten und das Laub kann besser abtrocknen, die Früchte erhalten mehr Sonne und reifen besser.

Wichtig ist beim Obstbaumschnitt die Beseitigung von Totholz und den Wassertrieben. Wassertriebe stehen meist senkrecht von den Ästen ab und ragen Richtung Himmel. Je steiler der Ast, desto stärker wächst er. Früchte wird der Baum aber keine an diesen Ästen tragen. Für diese Triebe sollte der Baum daher keine Kraft aufwenden, weshalb diese dann entfernt werden sollten.

Durch den Schnitt auf die Knospen, auch genannt „Augen“, kann gezielt gesteuert werden, wie der eingekürzte Ast weiterwachsen soll. Das „Auge“, auf welches geschnitten wurde, dort wächst der Baum in den kommenden Jahren bei regelmäßigen Schnitten weiter.


Rund 300 Obstbäume, von der Kirsche, über verschiedene Apfelsorten, bis hin zu diversen Birnenbäumen, befinden sich im Bezirk Schwarzach, welche vom Bauhof der Gemeinde Schwarzach gepflegt werden. Bereits jetzt wurden schon über 100 Apfelbäume vom Bauhof geschnitten. Bewaffnet mit Säge, Leiter und Astschere ging es für die Mitarbeiter hoch hinaus, um den Schnitt der Bäume zu erledigen.

Das frostige Wetter Anfang des Jahres hatte dabei auch ganz klare Vorteile: Die Leiter steht auf einem festen Untergrund, und Werkzeuge sowie die Schuhe versinken nicht im Matsch. Das Reisig konnte auch gut mit einem Hänger abtransportiert werden.

Ganz egal, ob im Sommer oder im Winter: Hauptsache der Baum wird im Laufe des Jahres geschnitten und kann dank guter Pflege noch viele Jahrzehnte Früchte tragen, Vögeln Nahrung und Brutplätze bieten und die Landschaft verschönern.

Erscheinung
Kleiner Odenwald – aktuell
NUSSBAUM+
Ausgabe 09/2026
von Gemeinde Schwarzach
25.02.2026
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