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Der Buchfink im Portrait (Archivartikel)

Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde, in diesem Artikel möchten wir Ihnen die Buchfinken etwas näher vorstellen. Der zur Familie der Finken gehörende...
Foto: NABU-Helge May

Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,

in diesem Artikel möchten wir Ihnen die Buchfinken etwas näher vorstellen. Der zur Familie der Finken gehörende Vogel kommt in ganz Europa, mit Ausnahme Islands und des nördlichsten Skandinaviens, vor, sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich in östlicher Richtung bis nach Mittelsibirien. Ebenfalls finden sich Brutgebiete von ihm in Nordafrika und Vorderasien bis einschließlich des Irans. In Mitteleuropa ist der Buchfink einer der am weitesten verbreiteten Brutvögel, er bewohnt dabei Gebiete von der Küste bis ins Gebirge. Mit etwa 7,5 bis 9,5 Millionen Brutpaaren im Jahr 2016 gilt er in Deutschland als wahrscheinlich zweithäufigste Vogelart, hinter der Amsel und vor der Mönchsgrasmücke und Kohlmeise. Er lebt zumeist an Waldrändern, Hecken, in Obstwiesen und Feldgehölzen, Parks sowie Gärten. In Mitteleuropa ist er, abhängig von den klimatischen Bedingungen, ein Teilzieher oder verbleibt ganzjährig in seinem Revier, wo er dann oft an Futterhäuschen angetroffen werden kann. Die Buchfinken Nord- und Osteuropas sind hingegen Zugvögel, bemerkenswert ist dabei, dass Männchen und Weibchen nicht gleichzeitig in den Süden ziehen. Von diesem Umstand zeugt auch sein wissenschaftlicher Name „Fringilla coelebs“. Fringilla bedeutet kleiner Vogel oder Fink, coelebs kann mit einsam, ehelos oder Junggeselle übersetzt werden. Der deutschsprachige Name "Buchfink" leitet sich von Bucheckern ab, seiner bevorzugten Nahrungsquelle im Herbst. Mit einer durchschnittlichen Körperlänge von 14 bis 18 Zentimeter und einem Gewicht zwischen 18 und 25 Gramm sind Buchfinken etwa so groß wie Spatzen. Ihre Stirn ist schwarz, Kopfplatte, Nacken und Schulter sind hellgrau. Das übrige Kopfgefieder sowie die gesamte Körperunterseite sind beim Männchen rötlich-braun, das Gefieder von Bauch und Unterschwanzdecken ist hellgrau. Das Rückengefieder ist braun, der Bürzel olivgrün. Die Flügel sind schwarz mit weißer Bänderung und Säumung, die Schwanzfedern sind schwarz mit weißen Kanten. Beim Weibchen ist das Gefieder von Kopf und Körperunterseite braun und die Gefiederfärbung insgesamt etwas matter. Der Speiseplan der Buchfinken besteht zumeist aus Beeren, Samen aller Art, Insekten und Spinnen. Die Nestlinge werden mit Insekten und deren Larven gefüttert. Seine Nahrung nimmt er mit schnellen, pickenden Bewegungen vom Erdboden auf und sucht sie überwiegend an Stellen, die nur spärlich mit Vegetation bewachsen sind. Häufig hört man seinen namensgebenden Lockruf, der aus harten „pink-pink“ oder eben „fink-fink“-Lauten besteht. Sein Gesang ist insgesamt variabel sowie melodisch und endet häufig schnell und schmetternd. In unterschiedlichen Lebensräumen sind abweichende Rufe, sogenannte regionale Dialekte, zu vernehmen. Der Buchfink brütet bevorzugt in lichten Laub- und Mischwäldern sowie in Hecken, Parks und Gärten. In Mitteleuropa beginnt die Brutperiode frühestens ab Ende März, gewöhnlich schreiten Buchfinken aber von Mitte April bis Juni zur Brut. Zu Beginn der Fortpflanzungszeit kennzeichnet das Männchen sein Brutrevier durch lautstarken Gesang. Die Größe des Brutreviers variiert abhängig vom Verbreitungsgebiet beträchtlich und ist in Europa umso größer, je höher im Norden der Buchfink brütet. Es wird von beiden Vögeln eines Paares energisch verteidigt, Eindringlinge werden rigoros verjagt. Das sorgfältig, ausschließlich vom Weibchen gebaute, dickwandige Nest besteht aus Wurzeln, Rindenfasern, Halmen, Moosen und Flechten. Innen wird es mit Haaren und einzelnen Federn gepolstert. Das Nest wird meistens in einer Höhe von zwei bis zehn Metern auf Sträuchern oder in Bäumen in einer Astgabel gebaut und ist durch die Moose und Flechten gut getarnt. Das Gelege besteht gewöhnlich aus vier bis sechs hellbraunen oder bläulich-weißen Eiern, die durch rot- bis dunkelbraune Flecken und feine Streifen gezeichnet sind. Die Brutdauer beträgt in der Regel dreizehn bis vierzehn Tage, es brütet allein das Weibchen, das mit der Brut gewöhnlich nach der Ablage des vorletzten Eis beginnt. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen von beiden Altvögeln gefüttert, wobei das Weibchen aber einen größeren Anteil an der Versorgung der Jungvögel hat. Die Nestlingszeit beträgt zumeist 11 bis 18 Tage, gewöhnlich fliegen die Jungvögel aber nach 14 Tagen aus. Gelegentlich bilden die Jungvögel gemeinsam mit den Elternvögeln für weitere 20 bis 35 Tage einen Familienverband. Jungvögel sind etwa 14 Tage nach dem Ausfliegen in der Lage, sich selber zu versorgen. Der älteste beringte Vogel, der bislang wiedergefunden wurde, erreichte ein Lebensalter von 14 Jahren, in der Regel werden Buchfinken aber selten älter als fünf Jahre.

ThRat

Foto: NABU-Helge May
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Östringer Stadtnachrichten
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Ausgabe 47/2025
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