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Kunst

Der deutsche Impressionismus

Nebelsuppe und Nieselregen begleiteten 22 Kunstfreundinnen und -freunde am 28. Januar nach Baden-Baden. Im Burda-Museum veranschaulichten Künstlerinnen...
Blumenfülle vor Hauswand
Liebermanns GartenFoto: Marion Reich

Nebelsuppe und Nieselregen begleiteten 22 Kunstfreundinnen und -freunde am 28. Januar nach Baden-Baden. Im Burda-Museum veranschaulichten Künstlerinnen und Künstler wie z.B. Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Sabine Lepsius oder Dora Hitz mit insgesamt 108 Meisterwerken die Impressionistische Revolution in der Kunstgeschichte Deutschlands. Die Entdeckung von Farbe und Licht in den Werken ergänzt durch die lichtdurchflutete Architektur des Museums Frieder Burda, das durch den New Yorker Stararchitekten Richard Meier als Tageslichtmuseum konzipiert wurde, machte für uns den willkommenen Gegenpart zum grauen Baden-Badener Himmel aus. Dass diese Ausstellung dem glamourösen Ambiente der Stadt entspricht, zeigen Besucherzahlen von bis zu 1.500 Personen pro Tag.


Die Stars der Ausstellung sind sicherlich Liebermann, Corinth und Slevogt, die für uns mit Hilfe unserer temperamentvollen und versierten Führerin Florina aus Costa Rica lebendig in Szene gesetzt wurden. Da litt man fast mit Kaiser Wilhelm I mit, der sich glatte Farbaufträge und würdige Motive wie religiöse oder mythologische Darstellungen oder zumindest Portraits ‚Seiner Majestät‘ wünschte, und stattdessen Alltags- oder Landschaftsdarstellungen, Figurenbilder und arrangierte Stillleben hinnehmen musste. Max Liebermann (1847-1935) war seit dem Ersten Salon der Impressionisten in Paris 1874, ein begeisterter Vertreter und Vorreiter dieser revolutionär neuen Strömung. Und die Zeitgeschichte mit ihren Erfindungen und der Industrialisierung unterstützte ihn dabei: 1832 wurde die erste Farbtube entwickelt und ersetzte die Schweineblasen, die bis dato beim Malen eingesetzt wurden, wobei die Farben mühsam selbst angerührt werden mussten und viel zu schnell trockneten. Am Ende des Jahrhunderts stellte die Chemische Industrie synthetische, beständige Farben wie Kobaltblau oder Kadmiumgelb zur Verfügung, die es den Künstlern nun erlaubte, im Freien zu malen. Farben, mit einer dynamischen Pinselführung, ohne Rücksicht auf darzustellende Details, auf die Leinwand gespritzt oder mit Spachteln aufgetragen, buhlten um die bestmögliche Wirkung des Lichtes.

Eine durchgängige Straßenbeleuchtung in großen Städten im 19. Jahrhundert führte zudem zu Darstellungen nächtlicher Straßenszenen des mondänen Berlins wie jenen von Lesser Uri (1861-1931), die aus einer Privatsammlung ihren Weg in die Ausstellung gefunden haben und von uns somit als relativ unbekannte ‚Licht-Schätze der Nacht‘ bestaunt werden konnten.

Max Liebermann war Jude und wurde später unter den Nationalsozialisten als entarteter Künstler verfemt, seine Werke aus Museen entfernt. Das konnte aber seiner grundsätzlichen Strahlkraft, die bis heute besteht, nichts anhaben.

Wer beim Lesen Lust bekommen hat das Burda Museum selbst einmal zu erkunden, der kann ab dem 28.02. – 02.08.2026 Werke des 20. Jahrhunderts bewundern, „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“.

Marion Reich

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