Liebe Senioren,
mit dem Maibockanstich im berühmtesten Wirtshaus der Welt, dem Münchner Höfbräuhaus wird traditionell jedes Jahr die bayrische Politik kräftig „aufs Korn“ genommen und „derbleckt“.
1614 wurde die Starkbier-Spezialität erstmals gebraut. Namensgebend war dabei der Monat Mai. Erst im 17. Jahrhundert erlangte dies Getränk in Bayern, insbesondere in München große Beliebtheit und wurde zum festen Bestandteil des Frühlingsfestes. Bis 1818 war das Brauen von Bockbier ausschließlich das Privileg der bayrischen Landfürsten. Ab 1874 wird das Bockbier im Hofbräuhaus ausgeschenkt, bei zünftiger Musik und scharfen Sprüchen. Der Maibockanstich wie er jedes Jahr gefeiert wird,
wurde 1910 vom Wirt des Hofbräuhauses eingeführt. Dabei wird bis heute für die „Großkopferten“ das politische Geschehen spöttisch und satirisch kommentiert.
Wie passend dazu das Theaterstück von Ludwig Thoma: Der Münchner im Himmel .
Diese humoristische Satire wurde 1911 veröffentlicht. In ihr behandelt Ludwig Thoma das Klischee des typischen „münchner Grandlers“:
"Dienstmann 172 - Aloisius Hingerl - vom münchner Hauptbahnhof erledigte seine Arbeit in solcher Hast, daß er vom Schlag getroffen , zu Boden sank und starb.
Zwei Engel brachten ihn zum Petrus, der zu ihm sagte, daß er von nun an „Engel Aloysius“ heißt und überreichte ihm eine Harfe zum „frohlocken“ und Hosianna singen.
Engel Aloysius fragte „und wann kriagt ma was z trink`n? Sie werden ihr Manna schon bekommen meinte Petrus indigniert. Aloysius setzte sich auf eine Wolke und begann zornig zu frohlocken.- Hahleluja - Luhja sag i - so laut daß der liebe Gott fragte.“Was ist denn das für ein Lümmel" Er sah ihn sich an und meinte : „ Aha - ein Münchner - mit dem können wir hier nichts anfangen, für den habe ich eine andere Aufgabe, der soll meine göttlichen Ratschläge der Bayrischen Regierung überbringen“
Als Aloisius dies hörte war er sichtlich froh, er bekam einen Brief und er flog damit los. Als er münchner Boden unter den Füßen fühlte, da war es ihm als sei er im Himmel.
Sein erster Weg führte ihn zum Hofbräuhaus - und die Kellnerin Kathi kam auf ihn zu - und er bestellte sich eine Maß - und noch eine - und noch eine - und vergaß seinen
Auftrag. Da sitzt er nun „heit no“ - und so wartet die Bayrische Regierung bis heute vergeblich auf die göttlichen Eingebungen."
Da üblicherweise eine Satire eine Kritik an die Obrigkeit ist, mußte Ludwig Thoma für den letzten Satz "...und so wartet die Bayrische Regierung bis heute auf die göttlichen Eingebungen… eine Geld-Strafe zahlen.
Heut zu Tage wäre das nicht strafbar - aber manchem Poliker würde „eine göttliche Eingebung “ gut zu Gesicht stehen.
Liebe Senioren,
bitte beachten Sie, daß am Mittwoch, dem 29.April unser Seniorentreff geschlossen ist.
An diesem Mittwoch findet in Reichenbach der Gemeindenachmittag „Senioren aktiv“ statt.


