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Früher wurde hier richtig eingekauft

Der Mengelser Markt hat sich im Lauf der Zeit verändert

Eines ist seit 270 Jahren gleichgeblieben. Ein Jahrmarkt funktioniert nur, wenn sich viele engagieren.
Freibier, Limo und Brezel gehören zum Jahrmarkt in Mingolsheim dazu.Foto: cm

„270 Jahre gibt es denn Mengelser Markt nun schon“, hat Patrick Wirth ausgerechnet, der in seinem kleinen Heimatmuseum „Alt Mengelse“ alles sammelt, was er an historischen Bildern auftreiben kann.

Von 1756 gibt es natürlich keine Fotos, aber auch ein Video vom Anfang der 70er Jahre in seinem Archiv zeigt, dass sich der Markt verändert hat. Statt bunter Mickymäuse und roten Feuerwehrautos war das Karussell noch mit weißen Pferden bestückt, die Frauen bereiteten das Essen in Kittelschürzen zu und es wurde noch richtig eingekauft an den Markttagen. Textilien und die Dampfnudelpfanne beispielsweise.

Erinnerungen

„Alles war noch einfacher und der Zusammenhalt groß“, erinnern sich Elisabeth, die alle als Liz kennen, und Erwin Geckler. 1975 gab es den ersten Marktstand der Sportgemeinschaft (SG), und seit 1976 sind die beiden mit dabei. Schichten machen sie keine mehr, aber stemmen noch den Einkauf und sind auch beim Abbau aktiv, wenn alles wieder für das nächste Jahr gut verstaut werden muss. Zahlreiche Anekdoten sind ihnen im Gedächtnis geblieben, wie die „Schnapsschorle“, die es in einem Jahr gab. Der Markt war damals noch in der Friedrichstraße, und statt Kühlschränken wurden zum Kühlen der Getränke Wasserbottiche genutzt. „Einmal erwischte jemand zum Mischen der Weinschorle aufgrund des abgelösten Etiketts die Schnapsflasche“, erinnert sich Erwin Geckler, „Reklamationen gab es keine", lacht er. Kuchen gab es so viel, dass sie sogar auf dem Schoß gehalten werden mussten, wenn jemand sitzen wollte, erinnert sich Liz. In diesem Jahr gibt es für die beiden einen neuen Programmpunkt.

Ganz schön rockig

Im Zelt „Mengelse rockt“ hat ihr Enkel Yannick einen Auftritt mit einer seiner Bands „Stikkie“. Es ist ganz schön laut, aber die beiden sind begeistert. Vor allem, weil hier auch so viele junge Bands ihre Songs vorstellen können. So rockig ging es früher nicht zu.

Schade, wenn es regnet

Ein Thema ist jedes Jahr das Wetter, denn oft machen die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre. „Das ist einfach schade, wenn es regnet“, klagen nicht nur die Gecklers. Die Helfer an den Ständen, die oft extra Urlaub nehmen, haben am Montagnachmittag nicht viel zu tun. Aber zum Fassanstich am Samstag, der vom Spielmannszug der Feuerwehr musikalisch begleitet wurde, war es noch sonnig, und auch der Sonntag ging noch. Der Montag, traditionell der Tag der Ortsansässigen, war dann richtig frisch. Aber dennoch war die Stimmung gut, und dank Live-Musik mit Gimme Five, Gonzo’s Jam und Kauwela, die allesamt die Hütte abrissen, aber auch DJ Benji Dynamite beim TUS, war jeden Abend bis spät in die Nacht etwas los. Auch das kulinarische Angebot und der Spaß an vielen Buden ließen an drei Tagen nichts zu wünschen übrig. Eines ist seit 270 Jahren gleichgeblieben. Ein Jahrmarkt funktioniert nur, wenn sich viele engagieren. (cm)

Erscheinung
Bad Schönborner Woche
Ausgabe 21/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
18.05.2026
Orte
Bad Schönborn
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