Über die Probleme mit dem Mistelbefall auf unseren Streuobstwiesen und unsere Aktionen mit dem Bündnis „Streuobsterhalt“ zur Bekämpfung der Mistel haben wir an dieser Stelle schon mehrfach berichtet.
Um die Bevölkerung und vor allem die Grundstücksbesitzer noch mehr für die Mistelproblematik zu sensibilisieren, hatten wir am Degginger Krämermarkt Anfang Mai einen Infostand aufgebaut. Informelle Unterstützung bekamen wir dabei vom Landratsamt durch den Kreisfachberater Thomas Esposito und durch den Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Alexander Koch. Beide hatten umfangreiches Infomaterial in Form von Flyern, Broschüren und Schautafeln mitgebracht. Der OGV hatte dazu noch Crêpes, Kaffee, Apfelmost und andere Getränke im Angebot.
Auch Bürgermeister Markus Schweizer schaute kurz vorbei. Darüber hinaus kamen nur wenige Besucher an den Stand, um sich über die Folgen eines zu starken Mistelbefalls zu informieren. Daher möchten wir Ihnen auf diesem Weg ein paar Infos zur Mistel weitergeben:
• Wir sprechen von der weißbeerigen Laubholzmistel, sie ist ein immergrüner, strauchartiger Halbschmarotzer. Sie steht nicht unter Naturschutz.
• Sie hat keine Wurzeln, sondern verankert sich über sogenannte Haustorien im Holz des Wirtsbaumes (Pappel, Linde, Weißdorn, Obstbäume)
• Die Mistel wächst langsam und wird bis zu 70 Jahre alt, dabei entzieht sie dem Wirt Wasser und Nährstoffe. Bei starkem Befall und bei trockenen Sommern führt das zum Absterben des Wirtsbaumes.
• Es ist eine zweihäusige Pflanze, die weibliche trägt die weißbeerigen Samen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die Vermehrung erledigen vor allem Vögel. Diese fressen die Beeren oder streifen die klebrigen Beeren von ihrem Schnabel an den Ästen ab.
• Durch regelmäßige Pflege der Bäume wird eine zu starke Ausbreitung verhindert. Dabei wird die Mistel immer wieder herausgeschnitten, oder kleinere, befallene Äste werden komplett entfernt.
• Es ist nicht das Ziel, die Mistel auszurotten, sie hat auch ihren Nutzen. Sie betreibt Photosynthese und produziert Sauerstoff. In der Mistel leben viele Insekten. Die Beeren dienen vor allem Vögeln im Winter als Nahrung, ihre heilende Wirkung findet in der Medizin Verwendung.
In Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Streuobsterhalt“ haben wir es uns als Obst- und Gartenbauverein zur Aufgabe gemacht, die Verbreitung der Mistel einzudämmen. Dafür benötigen wir die Unterstützung der Grundstücksbesitzer, denn sollte nichts unternommen werden, ist der Bestand der Obstbäume in den Streuobstwiesen stark gefährdet.
Mit der Kartierung des Mistelbefalls haben wir im Gewann „Lichsen“ begonnen und dort auch schon erste Schnittaktionen durchgeführt. So soll der Befall auf der ganzen Gemarkung Deggingen aufgenommen werden und in weiteren Schnittaktionen können wir die Verbreitung der Mistel verhindern.
Dies ist eine längerfristige, mehrjährige Aufgabe, bei der wir auf Ihre Mithilfe angewiesen sind. Über anstehende Aktionen werden wir Sie rechtzeitig informieren.

