„Jeder Dritte bekommt schon jetzt Sozialhilfe!“ – Eigenanteil in der stationären Pflege steigt drastisch: VdK fordert mutige Pflegereform
Pflege ist in Baden-Württemberg besonders teuer und der Eigenanteil steigt weiter: 2026 auf 3532 Euro monatlich im ersten Jahr. Zum Vergleich: 2024 lag der Eigenanteil monatlich im ersten Jahr noch bei 2907 Euro. „Etwa jeder dritte Pflegeheim-Bewohner bekommt schon heute Sozialhilfe! Das sind 28 250 Menschen (Ende 2024) allein in Baden-Württemberg. Obwohl diese Menschen ihr Leben lang gearbeitet und ihre Beiträge in die Pflegeversicherung gezahlt haben! Das ist beschämend“, sagt Hans-Josef Hotz, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg.
„Und was 3532 Euro Eigenanteil heißen, wird schnell klar, wenn man sich die Durchschnittsrente in Deutschland anschaut: Männer bekamen Ende 2024 gerade einmal 1405 Euro, Frauen 955 Euro. Wer kann da 3532 Euro monatlich für die stationäre Pflege im Pflegeheim zahlen?“ Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e. V. fordert eine mutige nachhaltige Pflegereform und endlich die Übernahme der Investitionskosten durch das Land Baden-Württemberg.
Die Investitionskosten als Teil des Eigenanteiles liegen aktuell bei 461 Euro. Nach dem Elften Sozialgesetzbuch ist auch das Land für die Vorhaltung einer leistungsfähigen und zahlenmäßig ausreichenden und wirtschaftlichen pflegerischen Versorgung verantwortlich. Fakt ist jedoch, dass das Land aus der öffentlichen Förderung von stationären Pflegeheimen im Jahr 2010 ausgestiegen ist. Baden-Württemberg beteiligt sich somit nicht mehr an den Investitionskosten. „Das Land muss hier endlich seiner Verantwortung gerecht werden. Das wäre ein nachhaltiger Schritt in die richtige Richtung. Jeder stationär Pflegebedürftige wäre damit spürbar entlastet“, sagt VdK-Vorsitzender Hans-Josef Hotz.
Sozialverband VdK Baden-Württemberg e. V. fordert bezahlbaren Wohnraum durch die Erhöhung der Landesmittel für sozialen Wohnungsbau
In Baden-Württemberg fehlen nach einer Schätzung mehr als 200.000 Sozialwohnungen. Immer mehr Haushalte sind von steigenden Mieten finanziell überfordert, dies steht hohen Gewinnen aus Vermietung und Verpachtung gegenüber. Vor dem Hintergrund der herrschenden Wohnungsnot und des fehlenden bezahlbaren Wohnraums in Baden-Württemberg muss dringend weiterer Wohnraum geschaffen werden. Dazu müssen mehr Neubauten erstellt, aber auch bestehende Bauten saniert und ersetzt werden.
Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg fordert die Erhöhung der Landesmittel für den sozialen Wohnungsbau und ruft alle Stadt- und Landkreise auf, zusätzlich kommunale Fördertöpfe für den Wohnungsbau einzurichten.
Schauen Sie rein! Neues VdK-Video: Organspende einfach erklärt
Rund 8500 Menschen in Deutschland warten zurzeit auf ein lebensrettendes Spenderorgan – doch noch immer gibt es zu wenige Organspenden. Dabei ist es mit dem neuen Organspende-Register noch einfacher, sich zu registrieren und eine Entscheidung zu treffen. Expertin Željka Pintarić spricht im Video-Interview mit Moderatorin Caroline Bessis über Recht, Mythen und Verantwortung.
Das Interview klärt über die rechtlichen Grundlagen auf, geht intensiv auf das neue Organspende-Register ein und klärt über häufige Missverständnisse im Zusammenhang mit der Organspende auf. Das Gespräch macht deutlich, warum eine klare Entscheidung – ob für oder gegen eine Spende – so wichtig ist. Sie kann nicht nur Leben retten, sondern auch die eigenen Angehörigen im Ernstfall entlasten. Schauen Sie gleich rein: bw.vdk.de/video/organspende-recht-mythen-verantwortung/.