Wer denkt, dass Bäume nur Blätter tragen, war noch nie bei uns im Waldkindergarten Schriesheim. Denn mitten im Wald gibt es einen ganz besonderen Ort: den Pizza-Baum.
Der Pizza-Baum ist einer von vielen Haltepunkten, die den Alltag unserer Kinder strukturieren. Jeder Morgen beginnt an der „Ziegenbank“ im Weiten Tal, wo die Kinder ankommen und verabschiedet werden. Um 8:20 Uhr geht es los: Die „Hühner werden gesattelt“ – die Rucksäcke aufgesetzt – und gemeinsam macht sich die Gruppe auf den Weg.
Der erste Halt ist das „Waldsofa Nord“. Dort findet eine kleine Begrüßungsrunde statt. Anschließend darf immer ein anderes Kind entscheiden, bis zu welchem nächsten Haltepunkt die Gruppe vorlaufen darf. Dort warten dann alle, bis die Gemeinschaft wieder vollständig ist.
So entstehen über die Zeit viele besondere Orte mit eigenen Namen: die Mooseiche, der Kinderparkplatz, die Weggabelung, „Rios Badewanne“ oder auch der abgesägte Baumstamm. Viele dieser Haltepunkte bestehen schon seit Jahren und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Andere neue Haltepunkte entstehen. Mit ihnen wandern auch Geschichten und Erinnerungen weiter, die den Alltag im Wald prägen.
Wie der Pizza-Baum zu seinem Namen kam, weiß heute niemand mehr so genau. Wenn man Ehemalige Waldkindergartenkinder fragt, sagen diese: Früher haben wir dort gespielt, dass dort Pizza verkauft wird.
Der Name war also schon da – als die jetzige Tradition entstand: Wenn die Erzieherin Nina Geburtstag hat, wartet nämlich seit ein paar Jahren am Pizza-Baum der „Pizzamann“, wie die Kinder ihn nennen, und hat viele große Pizzas in seinem Auto.
Schade, dass Geburtstag nur einmal im Jahr ist und dass der Pizzamann nur dann Pizzas zum Baum liefert.
Verfasser: Ana Eger-Ullrich


