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Wie geht es im Forst bis 2035 weiter?

Der Stadtwald ist in einem guten Zustand

Die Naherholung und der Naturschutz stehen im Mittelpunkt.
Die grünen Riesen speichern CO2 und Wasser, produzieren Sauerstoff und spenden Schatten.Foto: bra

Der Eislinger Wald dient vor allem der Naherholung und dem Naturschutz. Wirtschaftliche Aspekte werden auf den 39,2 Hektar Stadtwald kaum verfolgt. Während seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig der Forsteinrichtungsplanung der Forstdirektion für den Zeitraum 2026 bis 2035 zugestimmt.
Klimaschutz, Ökologie, Ökonomie und Soziales sind die großen Ziele des Forsteinrichtungsplans in den kommenden Jahren. Eine naturnahe und klimaangepasste Waldpflege soll beim Erreichen der Ziele helfen. Zukäufe haben den Stadtwald in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter vergrößert.
Der Wald muss heißere und trockenere Sommer aushalten
Um den Wald für den Klimawandel zu wappnen, soll weiter ein struktur- und artenreicher Baumbestand wachsen. Bei Aufforstungen sollen deshalb europaheimische und klimastabile Bäume gepflanzt werden.
Der Stadtwald in den Gebieten Im Täle, Hohenstaufen, Rechberg, Stuifen mit Aasrücken und Rehgebirge sowie Buchrain ist auch Lebensraum für viele Tiere. Alt- und Totholz soll deshalb gezielt zurückgelassen werden, es dient vielen Tieren als Lebensraum. Ferner soll die Wasserrückhalte- und Wasserspeicherfähigkeit der Waldböden durch eine bodenschonende Bewirtschaftung gestärkt werden. Wildverbiss möchte die Stadt durch eine angepasste Jagd bekämpfen. Auf Pflanzenschutzmittel soll verzichtet werden.
Wichtig für die Naherholung
Wichtig ist der Stadt, dass der Wald als Naherholungsgebiet erhalten bleibt. Insbesondere im dicht besiedelten Filstal dienen die Naturflächen um die Städte herum vielen Menschen beim Fahrradfahren oder Spazierengehen als wichtige und beliebte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Dafür nimmt die Stadt auch Kosten für die Verkehrssicherung in Kauf.
Baumfällungen wegen Verkehrssicherung
Wenn Bäume gefällt werden, dann ist das häufig auf Sturm- oder Dürreschäden zurückzuführen. Auch die Verkehrssicherung spielt eine wichtige Rolle, wie unlängst rund um das TSG Waldheim. Der Borkenkäfer macht manchen Fichten und Tannen zu schaffen, sodass sie gefällt werden müssen. Das Eschentriebsterben ist im Eislinge Stadtwald dagegen nur ein kleines Problem. In den nächsten zehn Jahren sollen 2100 Kubikmeter Holz gefällt werden. Im gleichen Zeitraum gehen die Experten davon aus, dass 3200 Kubikmeter Holz wächst. Der Wald wird also dichter. Gefällt werden unter anderem Nadelhölzer. Auf den gerodeten Flächen soll Laubmischwald nachwachsen. Neben einer Buchen- und Hainbuchennaturverjüngung sollen Elsbeeren und Kirschen gepflanzt werden.
Der Stadtwald um Eislingen herum besteht vor allem aus Laubwald, der 81 Prozent ausmacht. Die restlichen 19 Prozent sind Nadelwald. Dominante Baumarten sind Rotbuchen (26 Prozent), Eichen (17 Prozent) und Bergahorne (19 Prozent). Seltener sind Erlen und Hainbuchen mit je sieben Prozent zu finden. Vereinzelt gibt es auch Eschen, Kirschen, Birken, Roteichen, Spitzahorn, Aspen, Walnüsse, Elsbeeren, Vogelbeeren, Linden, Robinien, Esskastanien und Weiden. Bei den Nadelhölzern sind es Fichten (11 Prozent) und Weißtannen (3 Prozent), Kiefern (2 Prozent) und Lärchen (2 Prozent), die im Eislinger Stadtwald stehen.
Orkan Lothar und die Folgen
Beim Blick in die Vergangenheit wird deutlich, dass sich der Eislinger Stadtwald stark verändert hat. Während der Wald einst von Fichten dominiert war, sind es inzwischen die Laubbäume, die den Wald prägen. Ein wichtiges Ereignis für die Veränderung war der Orkan Lothar am 26. Dezember 1999. Der verheerende Sturm hat zu großen Schäden im Eislinger Fichtenbestand geführt, in Süddeutschland sogar 13 Tote gefordert. Die vom Sturm geschädigten Flächen wurden in Eislingen häufig mit gepflanzten Laubbäumen (Eichen) sowie durch Naturverjüngung, also das natürliche Wachsen neuer Bäume, wiederbelebt. Viele der heutigen Bäume im Eislinger Stadtwald haben aufgrund des Orkans ein Alter von 21 bis 40 Jahren.
Durch das Wachstum der Bäume ist die Holzmasse im Eislinger Stadtwald gestiegen. Lag die Holzmasse vor 20 Jahren noch bei 200 Kubikmetern je Hektar, liegt sie heute bei 250 Kubikmetern je Hektar. bra

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
20.05.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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