Am 26. Februar tagte in Berlin erstmals die DGB (kurz für Deutscher Gewerkschaftsbund) - Rentenkommission. Zu ihren Mitgliedern gehört nun auch VdK-Präsidentin Verena Bentele und sie gibt folgendes Statement ab:
„Über meine Berufung in die DGB-Rentenkommission freue ich mich und danke für das Vertrauen. Gerade jetzt, da viele Menschen mit existenziellen Sorgen auf die Zukunft ihrer Rente blicken, ist diese Aufgabe von besonderer Bedeutung. Die wachsende Altersarmut dürfen wir nicht stillschweigend akzeptieren.
In der Kommission werde ich mich dafür einsetzen, dass es bei der Regelaltersgrenze von 67 Jahren bleibt und vorgezogene Alters- sowie Erwerbsminderungsrenten nicht pauschal als Kostenfaktor abgewertet werden. Viele Menschen erreichen das Rentenalter nicht gesund, und in Krisenzeiten sind Ältere oft die Ersten, die ihren Arbeitsplatz verlieren.
Wir brauchen gerechte Übergänge in die Rente für alle statt milliardenschwerer Förderprogramme für arbeitsfähige Menschen ab 67. Entscheidend ist eine aktive Unterstützung für diejenigen, die bereits mit 50 oder 60 auf dem Arbeitsmarkt ins Straucheln geraten. Chronisch Kranke benötigen verlässliche Rechtsansprüche auf schnelle Facharzttermine, Reha-Maßnahmen und flexible Modelle wie die Altersteilzeit. Zudem müssen wir konsequent gegen jede Form von Altersdiskriminierung vorgehen – im Beruf, in der Gesundheitsversorgung und in der digitalen Welt.
Für die nachhaltige Finanzierung der umlagefinanzierten Rente sind niedrige Arbeitslosigkeit, hohe Beschäftigung, gute Löhne und stabile Erwerbsbiografien ausschlaggebend. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen liegt inzwischen über dem EU-Durchschnitt und stärkt damit Arbeitsmarkt und Rentensystem gleichermaßen. Auch die Beschäftigungsquote älterer Menschen gehört zu den höchsten in Europa, das sorgt für längere Beitragszeiten und zusätzliche Stabilität. Außerdem haben wir mit dem Mindestlohn den Niedriglohnsektor wirksam begrenzt.
Wer dennoch immer wieder Rentenkürzungen oder eine Rente mit 70 ins Spiel bringt, verkennt die Realität auf dem Arbeitsmarkt und schürt unnötig Angst bei Millionen Menschen.
(aus Mitteilungen Sozialverband VdK: Julia Frediani)
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