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Der verlorene Mann (1)

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin ein echter Krimi-Fan und verpasse nur selten den sonntäglichen Tatort. Dabei freue ich mich stets auf die Kommissare...

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin ein echter Krimi-Fan und verpasse nur selten den sonntäglichen Tatort. Dabei freue ich mich stets auf die Kommissare Eisner und Fellner, gespielt von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser. Schade, dass Harald Krassnitzer diese Rolle nun aufgibt.

Dafür durfte ich ihn jetzt in ganz anderer Rolle im Film „Der verlorene Mann“ erleben, der am 7. Mai in unsere Kinos kam. Ein Film, der erzählt, was eine Demenzerkrankung mit einem Menschen und seinem Umfeld macht. Hanne und Bernd Zweig sind seit vielen Jahren verheiratet und führen eine etwas eingefahrene Ehe auf dem Land. Doch eines Tages steht Kurt vor der Tür. Und als Bernd fragt „Hanne, wer ist das?“ kommt von ihr die Antwort: „Das ist Kurt. Kurt, mein Ex-Mann. Er denkt, dass wir noch beide verheiratet sind.“

Besagter Kurt hat Alzheimer und die Trennung und Scheidung von Hanne gibt es für ihn nicht. Auch, wenn diese schon zwanzig Jahre zurückliegt und er und Hanne in dieser Zeit so gut wie keinen Kontakt hatten. Man kann sich nur zu gut vorstellen, dass Kurts Auftritt für Hanne einem Schock gleichkommt.

Eigentlich wollen Hanne und Bernd Kurt so schnell wie möglich loswerden. Aber ganz so einfach ist das in der Zeit des Pflegenotstands nicht. Und dazu kommt, dass in Bernd etwas hochkommt, das eigentlich schon in Pension gegangen ist, nämlich sein Dienst als evangelischer Pfarrer. Und es kommt zu einer ersten Meinungsverschiedenheit mit seiner Frau Hanne.

Sie hält ihm vor: „Das geht uns nichts an.“ Und er: „Wenn jemand in Not ist, dann geht uns das immer was an.“ Sie: „Du kannst den Pfarrer ruhig mal stecken lassen, du. Man hat uns hierhergeschickt, dass wir ihn jetzt hier abliefern können. Er hat Alzheimer.“ Doch weil Bernd den „guten Samariter“ in sich entdeckt, bleibt Kurt bis auf Weiteres im Gästezimmer des Ehepaars. Und wirbelt deren Leben gehörig durcheinander.

Es dauert nicht lange und in Hanne tauchen auf einmal schöne, aber auch leidvolle Erinnerungen an ferne Tage der Vergangenheit auf. Denn so richtig losgelassen hat sie von Kurt und dem Leben mit ihm doch noch nicht. Das zeigt ihre Aussage: „Du warst alles für mich. Ich bin noch nie so tief verletzt worden.“

(R. Baier)

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Mitteilungsblatt der Stadt Schriesheim
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Ausgabe 21/2026
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