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Der Weg des Trinkwassers – von der Quelle bis zum Wasserhahn

Burgschüler*innen nahmen erstmals an einer geführten Besichtigung des Bruchsaler Wasserwerks teil An einem sonnigen Dienstagvormittag Mitte Mai...
15 Burgschüler*innen besuchten zusammen mit Schulleiterin Andrea Joosz erstmals das Wasserwerk Bruchsal und hatten eine Menge Fragen zur Trinkwasserversorgung mitgebrachtFoto: tw|SWB

Burgschüler*innen nahmen erstmals an einer geführten Besichtigung des Bruchsaler Wasserwerks teil

An einem sonnigen Dienstagvormittag Mitte Mai besuchten Andrea Joosz, Leiterin der Burgschule Obergrombach, und 15 Schüler*innen der 4. Klasse zusammen mit einem Freiwilligendienstleistenden ( „FSJ’ler“) das Bruchsaler Wasserwerk im Gewann „Kaltlöchle“, im Büchenauer Wald. Sie waren mit dem ÖPNV bis Karlsdorf angereist und hatten von dort ihren Weg zu Fuß fortgesetzt. Für die Schulleiterin wie für die Burgschule war die geführte Besichtigung eine „Premiere“. Angemeldet hatte sie die Gruppe online über die Stadtwerke-Homepage (https://www.stadtwerke-bruchsal.de/trinkwasser/). Wassermeister Christian Bader hieß seine Besucher*innen auf dem Wasserwerksgelände herzlich willkommen und stieg motivierend – medias in res – mit Fragen zu den unterschiedlichen Möglichkeiten der Trinkwassergewinnung ein. Die Klasse war gut vorbereitet und ehrlich interessiert. In Bruchsal wird das Trinkwasser aus reinem Grundwasser gewonnen. Um zu demonstrieren, wie rund 10.000 Bruchsaler Haushalte mit weichem Wasser versorgt werden, folgte die Besuchergruppe dem Weg des Wassers von der mit Erdreich und Gras bedeckten und so auf natürliche Weise gekühlten Brunnenstube auf dem Gelände bis zur Pumpenhalle im Wasserwerk. Start der Besichtigung war in der Stube des zweiten von insgesamt fünf Tiefbrunnen, aus denen das Wasserwerk das Trinkwasser für die Bruchsaler Kernstadt sowie die Stadtteile Unter- und Obergrombach bezieht. Zwei der Brunnen dienen als Reserve. Jeder Brunnen verfügt über zwei Pumpen in bis zu 12 Metern Tiefe, von denen jeweils eine in Betrieb ist. Danach ging es zu den Absetzbecken hinter dem Wasserwerk. Dort schauten die Besucher*innen auf die eisen- und manganhaltigen Schlammrückstände. Die Becken waren randvoll, da die wöchentliche Rückspülung der in der Filterhalle zusammen mit einem Oxidator untergebrachten sechs Filterkessel gerade stattgefunden hatte. Eisen und Mangan werden mittels einer der Natur nachempfundenen Filterung durch ein Kies-Gemisch aus dem Rohwasser entfernt. Christian Bader fragte im Dialog das Wissen zu den unterschiedlich lackierten Rohrleitungen ab (grün = Roh- bzw. Grundwasser, gelb = Luft, braun = Abwasser nach Filterspülung, blau = Wasser nach Filterung, bereits als Trinkwasser geeignet, rot = Rückspülwasser). Danach ging der Weg weiter ins Wasserwerkslabor, wo er Ihnen erklärte, wie die regelmäßige Kontrolle des Trinkwassers abläuft, und was unterschiedliche Verfärbungen der genommenen Proben bedeuten. Die Frage nach dem Zweck eines bierdeckelgroßen QR-Codes war schnell geklärt: Ein Scan mit dem Tablet ermöglicht den Wassermeistern den schnellen Zugriff auf alle relevanten Daten. Die Kinder interessierten sich darüber hinaus für mögliche Ausbildungsberufe im Kontext der Wasserversorgung. Das sind: die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, der Rohrnetzmonteur/Anlagenmechaniker und der Elektroniker für Industrie- und Gebäudetechnik (jeweils: m/w/d). Nach einer kurzen Pause mit Stau vor dem WC folgte die Besichtigung der Umkehrosmoseanlage im unteren Gebäudeteil als Ergänzung zur konventionellen Technik. Dort wird das Wasser zunächst mit 7 bar Feed-Druck durch die Membranfiltrationsmodule hindurchgepresst. Auf diese Weise werden Calcium, Magnesium, Sulfat, Chlorid und Nitrat zum Vorfluter ausgeleitet. Das entsalzte Wasser (Permeat) wird mit Rohwasser auf 8° deutscher Härte (dH) verschnitten. Danach erfolgt im oberen Gebäudeteil die physikalische Entsäuerung (Austrieb von Kohlensäure) mittels Luft über Flachbodenbelüfter. Im Büro stellte Christian Bader das Prozessleitsystem vor, über das die Wassermeister Tag und Nacht über Störungen informiert werden, die sie teilweise vom Rechner aus beheben können. Zusätzlich können sie so die Wasserqualität und Wasserhärte regulieren, die Pumpen an- und abschalten und vieles mehr. Zwei Wassermeister und zwei Monteure der Stadtwerke Bruchsal sind bei Bedarf rund um die Uhr im Einsatz, damit das Wasserwerk die Menschen in Bruchsal mit rund 2,2 Millionen Kubikmetern Trinkwasser versorgen kann, das gleichsam die hohen Anforderungen der Trinkwasserverordnung wie des Lebensmittelgesetzes erfüllt. Im Entgasungsbecken, hinter dem Wasserwerksbüro, kommt das Reinwasser erstmals an die Oberfläche, bevor es über die Förderpumpen ins Stadtnetz Bruchsal eingespeist wird. An einem Schaubild in der Pumpenhalle fasste Bader zur „Ergebnissicherung“ die Bruchsaler Trinkwasserversorgung noch einmal zusammen. Nach der trockenen Theorie ließen sich die Schüler*innen das frische Bruchsaler Trinkwasser schmecken. Zum Abschied überreichte ihnen der Wassermeister im Namen der Stadtwerke jeweils die Infobroschüre „Unser Wasser“, eine Tüte Kapuzinerkresse-Samen sowie eine nachhaltige Trinkwasserflasche. Noch ein Gruppenfoto auf der Treppe zum Wasserwerkseingang – schon war die kurzweilige geführte Besichtigung wieder vorbei.

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Amtsblatt Bruchsal
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Ausgabe 24/2026
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