Unsere Breitrandschildkröten sind wieder wach und befinden sich bei gutem Wetter in der Außenanlage. Aktuell ist es aber in der Nacht und auch an manchen Tagen noch zu kalt und da dürfen sie noch drinnen im Warmen bleiben.
Unsere Breitrandschildkröten sind von der Auffangstation für Reptilien in München vor einigen Jahren zu uns gekommen und konnten bei uns ihr neues Für-immer-Zuhause beziehen. Besonders gefährdet ist diese Schildkrötenart nicht, aber durch illegale Entnahme und Lebensraumverlust bedroht.
Die Breitrandschildkröte ist in Griechenland, im südl. Albanien und auf Sardinien verbreitet. Dort lebt sie in Trockengebieten, zum Beispiel auf felsigen Berghängen mit Bewuchs.
Ihre Nahrung ist vorwiegend vegetarisch, mit diversen Kräutern. Nach der Überwinterung werden sie langsam wieder an Futter gewöhnt. Da die Tiere nach dem Winter aus ihrem mehrmonatigen Winterschlaf aufwachen, fährt der Stoffwechsel langsam hoch.
Unsere Mitarbeiter von der Johannes-Diakonie pflücken über die Sommermonate jeden Tag frische Kräuter auf den Wiesen für unsere Schildkröten.
Bei warmen Temperaturen nach dem Winterschlaf beginnen die Männchen auch alsbald mit der Balz. Um die Weibchen zum Anhalten zu bringen, beißen sie diesen in den Kopf und die Vorderfüße und der Paarungsakt folgt. Nach 5–6 Wochen vergräbt das Weibchen ihr Gelege, welches rund 4–12 runde Eier enthält. Die Eier können bis zu 20 g wiegen. Bis zu drei Gelege können innerhalb eines Jahres abgelegt werden. Nach 58–70 Tagen öffnen die Jungtiere die Schalen, bis zum endgültigen Schlupf können noch weitere zwei Tage vergehen. Mit einer Panzerlänge von 30-40 mm starten die Jungtiere in ein langes Leben.
Im Laufe dieses Lebens erreichen sie eine Panzerlänge bis 43 Zentimeter. Somit sind sie die größte Landschildkröte Europas. Da das vordere und das hintere Randschild vergrößert bzw. stark vergrößert und gewölbt sind, stammt daher auch der Name „Breitrandschildkröte“
Bis zu 5 Kilogramm Gewicht können die Tiere erreichen und ein Alter von über 60 Jahren. Das Besondere ist, dass im Gegensatz zu anderen Landschildkröten bei den Breitrandschildkröten die Männchen größere Maße erreichen als die Weibchen. Außerdem verändert sich mit zunehmendem Alter die Färbung des Panzers, die schwarzen Anteile nehmen zu. Desto älter die Tiere, desto dunkler der Panzer. Unsere Tiere sind fast gänzlich schwarz.
Bei Jungtieren würde der Panzer noch große Gelbanteile aufweisen. Dank der dunklen Stellen im Panzer können sie Sonnenstrahlen gut aufnehmen und nutzen. Die sonnenliebenden Tiere graben sich aber bei zu großer Hitze ein oder verstecken sich in Wohnhöhlen oder im Gebüsch. Breitrandschildkröten haben außerdem ein gut ausgebildetes Sehvermögen und einen guten Geruchssinn. Sollte mal kein Wasser zur Verfügung stehen, können die Schildkröten das Wasser über die Haut aufnehmen (z.B. den Morgentau).
Um ihre Knochen aufzubauen, brauchen sie ihr Leben lang Kalzium, welches sie über Knochen anderer Tiere und Schneckenhäuser zu sich nehmen.
Also Augen offenhalten, vielleicht sind sie beim nächsten Besuch schon zu sehen.