
Die BUND-Art des Monats: Die Erdkröte
Eine unserer häufigsten heimischen Amphibienarten ist die Erdkröte (Bufo bufo). Jetzt im März ist die Hauptwanderzeit dieser Tiere und man kann sie oft in großen Mengen auf dem Weg zu ihren Laichgewässern finden. Amphibienschutzzäune sind hierbei von besonderer Bedeutung, in unserem Gebiet vor allem zwischen Etzenrot und Reichenbach oder auch auf der Höhe der Pflanzenoase Jansen zwischen Ittersbach und Langensteinbach. Sie verhindern nämlich die häufigste Todesursache der Kröten – das Überfahrenwerden.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Amphibien laichen Erdkröten auch in Weihern und Teichen mit Fischbesatz. Ihre Larven sind für die meisten Fische ungenießbar. Dennoch bevorzugen sie fischfreie Gewässer von geeigneter Größe. Diese sollten nicht vor dem Landgang des Nachwuchses im Frühsommer trockenfallen.
Erdkrötenlaich erkennt man daran, dass sie meterlange Laichschnüre legen und keine Ballen wie etwa der Grasfrosch. Von der Eiablage bis zum Landgang der Larven nach vollendeter Metamorphose vergehen durchschnittlich zwei bis drei Monate.
Die adulten Tiere verbringen das restliche Jahr nach der Eiablage meist im Wald, in naturnahen Gärten oder auf strukturreichen Wiesen und Weiden. Dort jagen sie vor allem nachts Käfer, Würmer oder Schnecken. Tagsüber verstecken sie sich unter Totholz, in Hecken oder Erdlöchern.
Erdkröten leiden heutzutage vor allem unter der massiven Zerschneidung der Landschaft. Straßen, Schienen und Siedlungen unterbrechen ihre uralten Wanderwege zu den Laichgewässern. Aber auch die Laichgewässer selbst verschwinden zunehmend, und das vorzeitige Austrocknen der Tümpel wird durch den Klimawandel häufiger. Auch freilaufende Katzen sind ein Problem, da sie den Kröten häufig nachstellen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich daher ein drastischer Bestandseinbruch dieser Amphibien vollzogen. Auch bei unseren Zählungen hier vor Ort werden es von Jahr zu Jahr immer weniger dieser faszinierenden Tiere.
Wichtige Ausweichshabitate wie naturnahe, fischfreie Gartenteiche, Totholz und Hecken können vor allem die Kröten im Siedlungsraum sehr unterstützen.
@Text: Fabio Schwab
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Kontakt: Martina Schmidt-Schüssler, martina.schuessler@bund.net
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