Die FDP Schriesheim diskutiert offen: Braucht die Stadt ein neues Neubaugebiet im Süden? Beim Treffen am 15. Mai wurden Chancen und Risiken für Schriesheim gemeinsam abgewogen.
Wohnraum ist knapp – in Schriesheim wie in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar. Die Bertelsmann Stiftung geht für die Metropolregion in den nächsten Jahren von einem weiteren Bevölkerungswachstum aus. Wohnraumverdichtung hat in den vergangenen Jahren kaum gegriffen, Grundstücke werden nur zögerlich bebaut. Für Leon Schulz ist das der Kern des Problems: Es muss unser Ziel sein, dem Nachfragedruck gerecht zu werden, damit Schriesheim eine Stadt für alle bleibt.
Ein neues Baugebiet im Süden der Stadt – rund 18 Hektar, Platz für schätzungsweise 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner – steht dabei als eine mögliche Antwort im Raum. Doch welche Art der Bebauung wäre vorstellbar – verdichtetes Wohnen, Einzel- und Reihenhäuser oder eine Mischform?
Ob es die richtige Antwort ist, bleibt eine kommunalpolitische Abwägung, denn die Erschließung bedeutet auch:
Hinzu kommt ein struktureller Faktor: Zwischen Planungsbeschluss und Bezug vergehen erfahrungsgemäß acht bis zehn Jahre. Bis dahin könnten sich Nachfrage, Zinsniveau und regionale Verteilung erheblich verschieben – und das, obwohl das Land mit dem Maßnahmenpaket „Bau-Turbo-BW“ unterstützt. Wie lange ist Schriesheim noch Zuzugsregion?
Um Wohnraumverdichtung voranzutreiben, sollte die Stadt prüfen, inwiefern bestehende Bebauungspläne Aufstockungen in der Innenstadt ermöglichen und ob die Grundsteuer C als marktkonformes Instrument helfen kann, Baupotenziale zu aktivieren – ohne dabei in Eigentumsrechte einzugreifen.
Nach eingehender Diskussion sprach sich die Mehrheit der Anwesenden gegen eine Erschließung des Neubaugebiets aus – nicht zuletzt mit Blick auf laufende Projekte in der Nachbarschaft: In Ladenburg wird bereits gebaut, in Hirschberg sollen auf sechs Hektar 280 Wohneinheiten entstehen. Gerade deshalb ist Schriesheim nicht isoliert zu betrachten und muss als Teil der gesamten Metropolregion gesehen werden.
Die Diskussion zu diesem Thema hat gerade erst angefangen.
Für die FDP Schriesheim
Ulrike von Eicke und Leon Schulz