Nussbaum-Logo
NUSSBAUM+
Bildung

Die Fachkräfte der Dornstetter Kindergärten stärken Kinderrechte: Fortbildungstag zur Partizipation und Schutzkonzepten

Unter dem Leitgedanken „Partizipation im Kontext Schutzkonzept und als Querschnittsthema im neuen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung 2025“...
Erzieherinnen der Kindergärten im AustauschFoto: Kindergarten Hallwangen

Unter dem Leitgedanken „Partizipation im Kontext Schutzkonzept und als Querschnittsthema im neuen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung 2025“ trafen sich 22 pädagogischen Fachkräfte der städtischen Kindergärten „Alte Volksschule“, „Brunnenberg“ und „Hallwangen“ zu einem gemeinsamen Fortbildungstag. Ziel der Veranstaltung war es, die bisherige Praxis zu hinterfragen, Definitionen zu schärfen und die neuen Anforderungen des Landes Baden-Württemberg im Kita-Alltag umzusetzen.

Die Teilnehmenden reflektierten, wie Kinderbeteiligung aktuell gelebt wird: von der Alltagsgestaltung über Gruppenregeln bis zu Entscheidungen, über Projekte und Räume. Viele Fachkräfte berichteten von guten Einzelerfahrungen — etwa Kinderkonferenzen, Wahlmöglichkeiten bei Aktivitäten oder von Kindern mitgestaltete Morgenkreise.

Ein Schwerpunkt der Fortbildung war die Auseinandersetzung mit der offiziellen Definition von Partizipation und den damit verbundenen pädagogischen Anforderungen des neuen Orientierungsplans für Bildung und Entwicklung 2025. Die Referentin Frau Heidelinde Finkbeiner-Knapp führte aus, dass Partizipation nicht nur Mitbestimmung in Einzelentscheidungen bedeute, sondern als Querschnittsthema alle Bildungsbereiche durchzieht: Sprache, Sozialkompetenz, Selbstausdruck und Demokratiebildung. Wichtig ist, Beteiligung altersgerecht zu gestalten, die Selbstwirksamkeit der Kinder zu fördern und Beteiligungsprozesse zu dokumentieren und zu reflektieren.

Eng verknüpft wurde das Thema mit Schutzkonzepten: Fachkräfte diskutierten, wie Beteiligung und Kinderschutz zusammenwirken müssen. Dabei ging es um klare Grenzen und Verfahren — etwa wie Kinderbeteiligung gefördert werden kann, ohne Schutzpflichten zu unterlaufen, wie Verdachtsfälle erkannt und gemeldet werden und wie transparente Abläufe die Vertrauensbasis für Beteiligung stärken. Konkrete Arbeitshilfen, Fallbeispiele und Handlungsempfehlungen helfen, die Theorie in praxistaugliche Schritte umzusetzen.

Zum Abschluss formulierten die Teilnehmenden konkrete Ziele für ihre Einrichtungen in „Partizipationsradaren“, wie: verbindlichere Beteiligungsformate einführen, Dokumentationsstandards entwickeln oder Fortbildungen für Teams regelmäßig anbieten. Die Stadtverwaltung zeigte sich offen, die Umsetzung durch fachliche Begleitung und geeignete Ressourcen zu unterstützen.

Der Fortbildungstag in Dornstetten setzt ein deutliches Signal: Partizipation soll mehr als ein Schlagwort sein — sie soll systematisch in den Kita-Alltag integriert werden, verbunden mit klaren Schutzstrukturen. Damit rückt die Förderung von Kinderrechten, Mitbestimmung und Demokratieverständnis stärker in den Fokus pädagogischer Praxis.

Erarbeitung von Partizipationsradare in Arbeitsgruppen.Foto: Kindergarten Hallwangen
Erscheinung
Amtsblatt Stadt Dornstetten
NUSSBAUM+
Ausgabe 18/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Dornstetten
Kategorien
Bildung
Kindergärten
Panorama