Der Weihnachtsbaum hat eine lange Tradition, aber keinen konkreten „Erfinder“. Das Hauptrequisit der Weihnacht ist ein „Mix“ aus vielen Brauchformen. Schon in der Antike haben Menschen ihre Häuser im Winter gerne mit grünen Zweigen oder Bäumen geschmückt. Immergrüne Pflanzen galten als Symbole für Lebenskraft – und drückten im Winter die Hoffnung auf das Frühjahr aus. Für die Germanen war die Wintersonnenwende rund um den 21. Dezember ein wichtiges Datum, der Beginn des neuen Jahres. Dazu schmückten sie ihre Versammlungsorte und Häuser auch mit Tannenzweigen. Diese ursprünglichen Traditionen haben sich nach und nach mit christlichen Bräuchen und Feiertagen vermischt.
Im Mittelalter wurden zu Weihnachten Paradiesspiele aufgeführt, denn der 24. Dezember war der liturgische Gedenktag Adam und Evas. Zur Kulisse gehörten sogenannte Paradiesbäume, behängt mit Äpfeln und Gebäck. Die ältesten Berichte von grünen Bäumen, die man unabhängig von solchen Aufführungen in der Weihnachtszeit aufgestellt hat, reichen bis ins 16. Jh. zurück und stammen aus dem Oberrheingebiet – aus Basel, Straßburg, Freiburg und Schlettstadt. Quellen berichten, dass man dort sogenannte Weihnachtsmaien errichtet hätte. Maien, das bedeutet grüner Baum. Und im Winter waren das eben immergrüne Tannenbäume. Diese Weihnachtsmaien wurden anfangs noch nicht mit Kerzen geschmückt, dafür aber mit besagten Äpfeln des Paradiesbaums. Die Kerzentradition stammt aus dem Norden, insbesondere von der Nordseeküste, wo "Weihnachtsgestelle" aufgebaut wurden. Das waren Laubsägearbeiten, die biblische Szenen zeigten, etwa Adam und Eva, die am 24. Dezember Namenstag haben. Solche Weihnachtsgestelle waren mit Kerzen besteckt. Im Laufe des 18. und insbesondere des 19. Jahrhunderts verschmolzen diese beiden Traditionen, wobei die Kerzen von den Weihnachtsgestellen aus dem Norden auf die Weihnachtsmaien im Süden übergingen: Der „Lichterbaum“ war geboren. 1774 erwähnt Goethe in seinem Roman "Die Leiden des jungen Werther" einen "aufgeputzten Baum mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln". 1847 kamen mundgeblasene Christbaumkugeln aus Thüringen in Mode. Aktuell geht der Trend für den Baumschmuck zurück zu Natur und Nachhaltigkeit - die Tradition des Paradiesapfels lebt wieder auf. (dbu)
Der Weihnachtsbaum hat eine lange Tradition, aber keinen konkreten „Erfinder“. Das Hauptrequisit der Weihnacht ist ein „Mix“ aus vielen Brauchformen. Schon in der Antike haben Menschen ihre Häuser im Winter gerne mit grünen Zweigen oder Bäumen geschmückt. Immergrüne Pflanzen galten als Symbole für Lebenskraft – und drückten im Winter die Hoffnung auf das Frühjahr aus. Für die Germanen war die Wintersonnenwende rund um den 21. Dezember ein wichtiges Datum, der Beginn des neuen Jahres. Dazu schmückten sie ihre Versammlungsorte und Häuser auch mit Tannenzweigen. Diese ursprünglichen Traditionen haben sich nach und nach mit christlichen Bräuchen und Feiertagen vermischt.
Im Mittelalter wurden zu Weihnachten Paradiesspiele aufgeführt, denn der 24. Dezember war der liturgische Gedenktag Adam und Evas. Zur Kulisse gehörten sogenannte Paradiesbäume, behängt mit Äpfeln und Gebäck. Die ältesten Berichte von grünen Bäumen, die man unabhängig von solchen Aufführungen in der Weihnachtszeit aufgestellt hat, reichen bis ins 16. Jh. zurück und stammen aus dem Oberrheingebiet – aus Basel, Straßburg, Freiburg und Schlettstadt. Quellen berichten, dass man dort sogenannte Weihnachtsmaien errichtet hätte. Maien, das bedeutet grüner Baum. Und im Winter waren das eben immergrüne Tannenbäume. Diese Weihnachtsmaien wurden anfangs noch nicht mit Kerzen geschmückt, dafür aber mit besagten Äpfeln des Paradiesbaums. Die Kerzentradition stammt aus dem Norden, insbesondere von der Nordseeküste, wo "Weihnachtsgestelle" aufgebaut wurden. Das waren Laubsägearbeiten, die biblische Szenen zeigten, etwa Adam und Eva, die am 24. Dezember Namenstag haben. Solche Weihnachtsgestelle waren mit Kerzen besteckt. Im Laufe des 18. und insbesondere des 19. Jahrhunderts verschmolzen diese beiden Traditionen, wobei die Kerzen von den Weihnachtsgestellen aus dem Norden auf die Weihnachtsmaien im Süden übergingen: Der „Lichterbaum“ war geboren. 1774 erwähnt Goethe in seinem Roman "Die Leiden des jungen Werther" einen "aufgeputzten Baum mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln". 1847 kamen mundgeblasene Christbaumkugeln aus Thüringen in Mode. Aktuell geht der Trend für den Baumschmuck zurück zu Natur und Nachhaltigkeit - die Tradition des Paradiesapfels lebt wieder auf. (dbu)



