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Rückblick "Shades of Calw"

„Die künstlerische Vielfalt generierte neue Blickwinkel“

Das Ausstellungsprojekt „Shades of Calw“ sorgte im Jubiläumsjahr für große Aufmerksamkeit. Ein Rückblick mit Timo Heiler.
Die Künstler, die an Shades of Calw beteiligt waren
Die Künstler, die an Shades of Calw beteiligt warenFoto: Museen Calw

Das Ausstellungsprojekt „Shades of Calw“ sorgte im Jubiläumsjahr für große Aufmerksamkeit. Im Gespräch mit Timo Heiler, Leiter der Städtischen Museen und Initiator des Projekts, lassen wir das Ausstellungsprojekt nochmals Revue passieren und werfen einen Blick in die Zukunft.

Herr Heiler, das Projekt „Shades of Calw“ zeigte im gesamten Jubiläumsjahr neun Ausstellungen mit elf Künstlerinnen und Künstlern an sechs verschiedenen Ausstellungsorten. Welchen Mehrwert schuf in Ihren Augen das Projekt?

Timo Heiler: Das Jubiläumsjahr bot den Calwern die Möglichkeit zur Selbstreflexion und lud zur Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ein. Die Kunst erwies sich dabei als wichtiger Kompass und es zeigte sich, welch hohe Dichte an Kunstschaffenden unsere Stadt vorzuweisen hat, gepaart mit einer herausragenden Qualität der Arbeiten. Das schätze ich für unsere Region als außergewöhnlich und einmalig ein. Aus der künstlerischen Beschäftigung mit unserer Historie und Gegenwart sowie in der Auseinandersetzung mit den Menschen und der Architektur der Stadt entstand ein wahres „Calw-Potpourri“, das die Vielseitigkeit der Stadt, und damit seine Einzigartigkeit, wieder stärker ins Bewusstsein seiner Bewohner rückte.

Sie nennen die inhaltliche Vielfalt der verschiedenen Ausstellungen. Wie drückte sich diese konkret aus?

Timo Heiler: Lary Rauh, eine hochtalentierte Newcomerin, griff mit ihren textilen Werken aus recyclebaren Materialien in der Kultur-Apotheke einen Diskurs auf, der unsere Gesellschaft derzeit sehr stark beschäftigt. Das Künstlerduo ArsCubis wies mit der großartigen Arbeit „Metamorphosis“ im Landratsamt auf unsere landschaftsprägenden Streuobstwiesen hin. Und im Hinblick auf neue Wahrnehmungsmuster und Blickwinkel auf unsere Stadt präsentierten Tamara Gross, Christel Kriwan und Ann Stratsaert in der Kultur-Apotheke sowie Antje Häusser im Rathausfoyer ihre bunten Aquarelle, Ölgemälde und Plastiken, die dazu einluden, unsere Innenstadt und ihre Schönheit neu für sich zu entdecken und sich mit einem heiteren Blick der Bevölkerung zuzuwenden. Mit ihren Fotografien in der Volkshochschule sensibilisierte uns Ulli Wicke für ein scharfes Auge für die besondere Architektur vor Ort und weitete den Blick auf soziale Begebenheiten, während die Illustratorin Ilona Trimbacher im Foyer der Sparkasse neben der Vorstellung historischer Calwer Persönlichkeiten sich der ökologischen Besonderheit des Schwarzwaldes widmete. Gerd Woreschke zeigte im Café im Kloster einmal mehr, welch überregionale Verbindungen Calw zu Udo Lindenberg vorweist, während Lothar Hudy mit seinen Metallarbeiten vor allem soziale Konfliktfelder unserer Gesellschaft thematisierte. Abschließend schuf Jayantha Gomes in der Volkshochschule mit seinen „Dreams of Harmony“ eine wunderbare, themenübergreifende Klammer für das friedliebende Zusammenleben aller Völker. All dies zeigt doch auf sehr imponierende Weise, welch wunderbares künstlerisches Klima in der Stadt vorherrscht.

Was bleibt für Sie von diesem Projekt?

Timo Heiler: Wesentliches Ziel war es, den Künstlern als Kulturbotschafter der Stadt eine breite Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu verschaffen, die es ihnen ermöglicht, zukünftig weitere Projekte in der Umgebung zu realisieren. Dieser Ansatz trägt tatsächlich schon erste Früchte. Und gleichzeitig hoffe ich, dass sich die Öffentlichkeit vom Enthusiasmus der Künstler anstecken lässt und animiert durch diese nun mit einem etwas anderen Blick unsere Stadt wahrnimmt. Besonders dankbar bin ich aber den Vertretern aller Ausstellungsorte, die sich auf dieses Projekt eingelassen haben und sehr viel Input lieferten, und damit auch als Träger und Förderer unserer regionalen Kultur auftraten. Wir alle sind dadurch näher zusammengerückt und können mit Stolz behaupten: Calw ist Kulturstadt, der in dieser Hinsicht noch mehr Aufmerksamkeit gebührt.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
18.12.2025
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Orte
Calw
Kategorien
Kultur
Kunst