
Ein letztes Mal erklangen am Freitag die Fanfaren am Fachwerkhaus in Zeutern, begleitet von seinem Getreuen „Diederich von der Blume“ (Dieter Dutzi), sprach Erich Dreher in seiner Heroldskluft ein letztes Mal zu einer seiner Gruppen. Mehrere zehntausend Besucher hat er in 30 Jahren seit der Ausrufung der eigenständigen Republik Steinacker durch den Weinort Zeutern geführt. Am vergangenen Freitag kamen rund 30 Personen in den Genuss, die letzte von Erich Dreher durch den Ort geführte Gruppe zu sein. Dabei gab er in gewohnt humorvoller Art viele Geschichten und Anekdoten aus dem Zeutern vergangener Tage zum Besten. Der Einladung waren nicht nur seine Hüttenbauerkollegen gefolgt, auch einige Zeuterner Vereinsvorstände sowie die designierte Bürgermeisterin Katharina Kimmich waren gekommen. Stellvertretend für den kurzfristig verhinderten Tony Löffler übergab Kimmich ein Geschenk der Gemeinde sowie eine Urkunde, mit der die Gemeinde Erich Dreher zum „Herold auf Lebenszeit“ ernennt. Dieser Titel, mitsamt stilechtem Kostüm, ist in der Corona-Zeit entstanden. Auch die Zeuterner Vereine bedankten sich bei dem rüstigen Rentner für seine Verdienste um die Dorfgemeinschaft.
Auf der Herold-Tour war nochmal vieles von dem dabei, was Zeutern so hergibt: Fachwerkhaus-Innenhof, Weinschlauchdenkmal, die alte Mühle, Firstständerhaus, altes Rathaus mit Pranger, sowie zum Abschluss die Alte St. Martinskirche mit dem dazugehörigen Ölberg. Der Herold hatte zu jeder Sehenswürdigkeit die entsprechende Geschichte auf Lager. Nach knapp zweistündiger Führung, die mit einer Kostprobe der einzigartigen Akustik in der Alten St. Martinskirche ihr Ende fand, versammelte sich die Gruppe dann noch im Restaurant Weinschlauch, wo der Abend im Biergarten ausklang.