Es hätte in diesem Jahr nicht besser passen können. Bei strahlend blauem und wolkenlosem Himmel waren sowohl Mingolsheim als auch Langenbrücken mit perfektem Wetter zur Maibaumaufstellung gesegnet.
„Der Maibaum ist weit mehr als nur ein geschmückter Baum – er ist ein Symbol für Gemeinschaft, für Zusammenhalt und gelebte Tradition“, stellte Bürgermeisterstellvertreter Uwe Molk bei seinem Grußwort anlässlich beider Termine fest. Am Freitagnachmittag trafen die Handwerker des Bund der Selbständigen Bad Schönborn (BSB) in ihrer feschen Zunftkleidung sowie Schornsteinfeger als Glücksbringer mit der prächtigen Douglasie am Traktor in der Friedrichstraße auf den Umzug. Dieser wurde sowohl in Mingolsheim als auch in Langenbrücken von Reitern des Reit- und Fahrvereins hoch zu Ross, Mitgliedern des Gemeinderats, Quartierslotsin Antje Bulling sowie den Musikvereinen in Uniform angeführt. Danach folgten die Kinder mit ihren bunten Maistecken, die sie in der Schule gebastelt hatten.
In Mingolsheim erfolgte die Aufstellung des Maibaums am Haus des Gastes, und natürlich geht das nicht ohne den großen Eschbachkran und die Drehleiter der Feuerwehr, die auch die Umzüge immer absichert. Musikalische Unterhaltung gab es neben einem Platzkonzert des Musikvereins von Grundschulrektor Peter Epting, der an der Gitarre einen kleinen Chor begleitete. Dann brannte auch schon der Schneemann lichterloh, der in diesem Jahr wieder in der Werkstatt der Franz-Josef-Moneschule entstand und mit dem symbolisch der Winter verabschiedet wird. Der TuS sorgte für Deftiges vom Grill und kühle Getränke. Zelte hatte die KJG aufgestellt. Ein schönes Volksfest begann auf der Wiese, das allerdings trotz des Traumwetters nicht ganz so voll war wie in vergangenen Jahren.
Am nächsten Tag wurde dann auch in Langenbrücken der Baum gestellt. Hier hatte dankenswerterweise vor vier Jahren der Angelclub Bad Schönborn (AC) die Organisation des traditionsreichen Festes vom FC Bayern Fanclub e.V. übernommen.
„Warum gibt es in Langenbrücken keinen Maibaum mehr?“, hatten viele enttäuscht gefragt, als es kurzzeitig eine Hängepartie gab. Hier führte die Zugstrecke vom Bahnhof zum Niederbronn-les-Bains Platz, und begleitet vom Platzkonzert des Musikvereins übernahm hier Vorstand Victor Becker die Aufstellung des Maibaums. Natürlich ebenfalls von Kran und Drehleiter unterstützt. Sein Vorstandskollege Kurt Mader begrüßte die Gäste, die vom Verein mit Speis und Trank und wie in Mingolsheim mit Brezeln der Gemeinde versorgt wurden. „Zum vierten, aber auch zum letzten Mal“, freuen wir uns, den Maibaum zu stellen“, sagte er, eine Aufgabe, die der AC mit viel Engagement und gerne erfüllt habe. Allerdings sei es angesichts der vielen vereinseigenen Events wie dem Karfreitagsfischessen und dem Fischerfest sowie Angelsportveranstaltungen nicht mehr möglich, dies weiterhin zu tun. „Für die wenigen Stunden, die die Maibaumaufstellung dauert, ist es ein riesiger Aufwand“, erklärte Mader und hoffte dennoch, dass die Tradition auch künftig fortgeführt wird.
Immer wieder komme in den Tagen danach die Frage auf, warum der Maibaum in Mingolsheim schöner sei, erklärte Mader. In Mingolsheim sei der Bund der Selbstständigen für den Maibaum verantwortlich, führte er aus. Der Angelverein könne nur den vorhandenen Baum stellen. Für die Erneuerung der inzwischen verblichenen Zunftschilder habe man zwar ein preiswertes Angebot eingeholt, allerdings könne der AC nicht für die Verschönerung des gemeindeeigenen Baums aufkommen. Dann brannte auch in Langenbrücken der Schneemann, der im Chilli Out kreiert wurde, und das Fest um den Baum begann. (cm)
