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Vereinsfeste

Die Plänkschder verstehen zu feiern (Teil 1)

Erinnerungen an die großen Bierzelt – Feste früherer Zeiten Noch ist das zurückliegende Ortsmittefest in bester Erinnerung und alle waren begeistert...
Helfer haben "G'sträuch" aus dem Wald zum Schmücken der Ortsstraßen für den Festzug geholtFoto: Gemeindearchiv

Erinnerungen an die großen Bierzelt – Feste früherer Zeiten

Noch ist das zurückliegende Ortsmittefest in bester Erinnerung und alle waren begeistert von der ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft so vieler Plänkschder – Vereine, Gemeindemitarbeiter und -mitarbeiterinnen viele, viele Einzelpersonen bis hinein in die häuslichen Küchen, wo im Vorfeld Kuchen gebackten, Torten kreiert und andere Speisen schon mal vorbereitet wurden.

Heute ist ein solcher ehrenamtlicher Einsatz längst nicht mehr selbstverständlich – und gerade deshalb ist er zu lobens- und hoffentlich auch erhaltenswert für die Zukunft. Denn das unterscheidet auch heute noch die dörfliche von der städtischen Gemeinschaft. Das fördert Zusammenhalt und Identifikation untereinander – etwas, was vielfach heute in der Gesellschaft vermisst wird. Hoffen wir, dass uns das in unserem Plankschd noch lange erhalten bleibt.

Werfen wir doch deshalb auch mal einen Blick in die Vergangenheit – wie feierten wir früher im Dorf?

Wenn ein Verein im Ort ein Jubiläum feierte, dann gehörte ein Festbankett, ein Festzug, ein großes Festzelt und mehrtägige Feiern mit buntem Programm – meist von Freitag- bis Montagabend einfach dazu. In Plankstadt werden sich viele noch an die 1200-Jahrfeier der Gemeinde im Jahr 1971 und ganz besonders an die 1250-Jahrfeier in Jahr 2022 erinnern – die Corona-Pandemie zwang zu einer Verschiebung um ein Jahr, oder auch an Feuerwehr-, Sportverein- oder Gesangvereinsjubiläen; zu solchen Gelegenheiten war neben einem Vergnügungspark für die jüngere Generation meist auch ein großes Festzelt am verlängerten Waldpfad aufgebaut, vorzugsweise auf dem ehemaligen Bolzplatz, wo heute das Container – Rathaus noch steht.

Der Ablauf und die Programmgestaltung der Feste

Die meisten dieser Feste begannen am Freitagabend mit einem Festbankett im Zelt. Dabei wurden die offiziellen Reden geschwungen, die unvermeidlichen Ehrungen vorgenommen und Gratulationswünsche der anwesenden Politprominenz aus Gemeinde und Kreis sowie befreundeter und benachbarter Vereine überbracht. Zur musikalischen Unterhaltung trug die Feuerwehrkapelle, der Musikverein, in späteren Jahren der Fanfarenzug „Blaue Dragoner“ bei, handelte es sich um Feste der Gesangvereine, dann war natürlich die Darbietung des entsprechenden Liedgutes vom Jubelverein und auch der anderen anwesenden Sangesfreunde – auch im freundschaftlichen Wettstreit - angesagt. Bei Festen von Sportvereinen gab es auch turnerische oder tänzerische Darbietungen auf der Festzeltbühne. Dieses Programm wurde überwiegend an den Samstag- und Sonntagabenden geboten. Die Musikkapellen des Ortes waren stets gefragt und quasi im Dauereinsatz, falls nicht zusätzlich befreundete Kapellen aus der Umgebung einsprangen.

Der Sonntagmorgen begann oft mit einem musikalischen Weckruf durch die Feuerwehrkapelle oder den gastgebenden Verein. Dazu sammelten sich die Akteure ab 6 Uhr an diversen Straßenecken in der Gemeinde und erfreuten die Bewohner mit ihren Darbietungen. Man stelle sich das in heutiger Zeit vor: eine Blaskapelle würde um 6 Uhr am Sonntagmorgen an verschiedenen Stellen im Ort aufspielen, wo doch heute oft schon wegen der Kirchenglocken die Gerichte bemüht werden! Oft stand sogar ein Kirchgang auf dem Programm, der aber meist freiwillig war.

Nach dem Frühschoppen im Festzelt und dem Mittagessen stellte sich der Festzug auf, der in den meisten Fällen vom früheren Reiterverein mit ihren Pferden angeführt wurde.

Die Häuser am Festzugweg waren mit Laub („das G’sträuch“) geschmückt, das am Vortag von den Festvereinsmitgliedern aus dem Wald geholt und verteilt worden war. Fahnen und Gesträuch schmückten die Häuser: die meisten Hausbesitzer verfügten über eine eigene Fahne, oft in den Nationalfarben, oft aber auch in den Kirchenfarben gelb-weiß, blau-weiß oder rot-weiß – jeder hängte die Fahne raus, die er eben hatte.

Den schmucken Reitern – früher machte Plankstadt mit seinem Reiterverein dem überlieferten Spruch „Mer hewwe Gail“ noch alle Ehre - mit schwarzen Stiefeln, weißen Hosen, roten Jacken und schwarzen Mützen sowie der dunkelroten Standarte (die im Heimatmuseum im oberen Stockwerk hängt) folgten die teilnehmenden Vereine und die Musikkapellen. Damit man auch wusste, wer da marschierte, gab es die „Täfelesbuben“, die eine Tafel mit Zugnummer und dem Namen des betreffenden Vereins vorantrugen. Die Buben wurden aus der Ortsjugend rekrutiert und bekamen für ihren Dienst ein kleines Taschengeld und/oder im Festzelt einen Imbiss spendiert. Dieser Dienst war bei den Buben sehr begehrt und es konnte schon mal zu Streitereien kommen, wer nun eine Tafel tragen durfte und wer nicht. Am Schluss des Festzuges marschierte der Jubelverein mit all seinen Honoratioren und den Ehrendamen. Selbstverständlich führten alle teilnehmenden Vereine auch ihre prächtig bestickten Vereinsfahnen mit. Nach dem Festzug, der immer am Festplatz endete, trafen sich alle im Festzelt und die teilnehmenden Vereine erfreuten meist die Besucher mit ihren Darbietungen. Dies setzte sich dann am Abend fort.

Am Montagabend war meist zum Abschluss ein buntes Unterhaltungsprogramm geboten, bei dem auch auswärtige Künstler – je nach Finanzlage des Vereins – engagiert wurden. Im Programm war dann meist zu lesen: „Bunter Abend mit bekannten Künstlern aus Funk und Fernsehen“. Absolute Promis konnten dabei wegen der Gagen natürlich meist nicht aufgeboten werden; eine Ausnahme bildete dabei die 1200-Jahrfeier 1971, bei der so bekannte Stars wie Roberto Blanco, Heino oder das Medium-Terzett auftraten. Bei einem anderen Vereinsjubiläum, das allerdings nicht im Zelt, sondern schon in der Mehrzweckhalle stattfand, trat das früher sehr bekannte Schlagerduo Cindy & Bert auf.

(Fortsetzung folgt)

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