
Was ist das Gegenteil einer Rechtschreibschwäche? Für die Kinderbuchautorin Anja Janotta ist das eine klare Kiste: eine Linkslesestärke! Ihr Buch mit dem gleichnamigen Titel hatte sie im Gepäck, als sie am 23. und 24. März zu Lesungen an den Friedrichshaller Grundschulen anreiste. Temperamentvoll und höchst unterhaltsam präsentierte die Münchnerin den Viertklässlern die Hauptfigur Mira, die nicht nur an einer Leserechtschreibschwäche leidet, laufend „Stuchbaben“ verdreht und so „Reselätsel“ erzeugt. Mira kann sich auch keine Namen merken und das macht es nicht einfach, wenn man Freunde finden will.
Die Schülerinnen und Schüler in Duttenberg, Hagenbach und Untergriesheim hatten viel Spaß bei den Wörterrätseln.
In Plattenwald räumte die sehr viel Motivation verbreitende Autorin Anja Janotta gründlich die gängigen Feen-Klischees auf. Der Fee in dem Buch „Fanny und der fast perfekte Fee“ heißt Jerome, ist gar nicht süß und sogar tätowiert! Alle Kinder sind begeistert und lassen sich schon bei der erklärenden Vorbereitung zur Lesung in den Bann ziehen. Frau Janotta versteht es, die Kinder mit einzubeziehen. Fanny (die Protagonistin) braucht eine Fee. Auch Viertklässler:innen könnten eine Fee gebrauchen. Das merkt Frau Janotta sofort. Ihrem Auftrag an die Kinder, die Augen zu schließen und sich ganz fest an die Nase zu fassen, während sie das Zauberpulver verstreut, damit der geheime Wunsch jeden Kindes in Erfüllung gehen kann, folgen die Kinder sofort. Es ist mucksmäuschenstill im Klassenzimmer.
Anja Janotta schreibt ohne Schnörkel und Komplizierungen in einfacher Sprache, um zum Lesen zu motivieren und auch buchferne Familien zu erreichen. „Das ist gar nicht so easy“, wie sie betonte, und erfordere viel Selbstdisziplin.
In Jagstfeld stellte Anja Janottta „Krawall im Klassenzimmer. Hitzefrei für alle!“ vor, eine turbulente Schulgeschichte voller Witz, Fantasie und Chaos. Mit einer PowerPoint-Präsentation stellte die Autorin die wichtigsten Figuren vor und nutzte witzige Requisiten wie Pupskissen und Plüschhammer, um ihre Lesung lebendig zu gestalten. Die Schüler hörten aufmerksam zu, lachten viel und ließen sich von der Mischung aus Lesen, Erzählen und Mitmachen begeistern.
Ein Streiche-Quiz sorgte für zusätzliche Spannung: Nach jeder Leseeinheit durften die Klassen gegeneinander antreten. Am Ende gab’s ein Unentschieden. Alle hatten viel Spaß.
Für die Schulen und die Mediathek stellen Autorenlesungen einen zentralen Baustein zur Leseförderung dar. „Kaum etwas fördert die Lust aufs Lesen mehr als die gelungene Begegnung mit einer echten Autorin oder einem Autor", erklärt Ulrike Barth, Leiterin der Mediathek Bad Friedrichshall. „So wollen wir auch den eher nicht lesenden Mädchen und Jungs zeigen, wie toll, lustig und spannend Bücher sein können!“
Man merkte Anja Janotta an, dass ihr Lesungen so viel Spaß bereiten wie das Schreiben, und auch die Schülerinnen und Schüler wurden immer wieder mit einbezogen und machten leidenschaftlich mit. Es herrschte in allen Schulen eine Superstimmung, und am Ende waren alle Beteiligten hochzufrieden und durften auch noch Autogrammkarten mit nach Hause nehmen.