Vor etwa einem Jahr fiel die Entscheidung, an der Außenwand der Sporthalle an der Schillerschule ein Klassenzimmer im Freien auf dem Areal der einstigen Weitsprunganlage einzurichten. Derzeit wird fleißig gewerkelt, und im Juli dieses Jahres soll im Rahmen eines Schulfestes das Ganze gefeiert und übergeben werden.
„Wir wollen eine Art Klassenzimmer an der frischen Luft anbieten“, so der Rektor der Grundschule, Christoph Theobald. Basis dafür war das Leitbild der Lehreinrichtung, das vor rund drei Jahren entwickelt worden war. Darin heißt es unter anderem: „Wir schaffen Möglichkeiten und Räume, um Natur als Lebensraum zu begreifen und perspektivisch zu gestalten.“
Aus der Idee ist inzwischen Realität geworden, und in einem Ideenwettbewerb, gemeinsam mit der Bürgerstiftung Wiesloch initiiert, wurden die Grundlagen geschaffen.
„Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, insbesondere mit dem Bauamt und dem Bauhof, und Bürgermeister Ludwig Sauer hat sogar die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen“, ergänzte Theobald. Mit im Boot sei zudem eine engagierte Lehrerschaft.
So beispielsweise Iris Kratzmeier und Franziska Benda, die beide Klassenlehrerinnen von dritten Klassen sind.
„Wir haben das Gelände an der Sporthalle, also die ehemalige Weitsprunganlage, bewusst ausgewählt, da diese oftmals zweckentfremdet wurde. Wir mussten dort nicht nur Müll feststellen, sondern einige nutzten das Areal auch als Toilette“, sagte Kratzmeier.
Aber es wird nicht nur ein Klassenzimmer am Rande des Schillerparks entstehen, und dies mit einer kleinen Sitzgruppe aus Steinen gefertigt, auch Hochbeete und andere Pflanzen werden integriert.
Die Finanzierung steht inzwischen. Man hat Zuwendungen von Unternehmen sowie von Banken und Sparkassen erhalten, um so die anfallenden Kosten, die sich nach ersten Schätzungen auf rund 35.000 Euro belaufen werden, begleichen zu können.
Bei der Gestaltung des Outdoor-Klassenzimmers und der Bepflanzung habe man gemeinsam mit dem NABU geplant. Weiterhin ist ein Sonnensegel vorgesehen und ein Insektenhotel geplant.
Allerdings kam noch eine besondere Einnahmequelle hinzu. „Wir haben, das war eine Idee eines Lehrers, auch die Schülerinnen und Schüler eingebunden“, berichtete Kratzmeier, die sich in ‚Spendenläufen‘ engagierten.
„Das Besondere daran war, dass die Eltern den Betrag pro Lauf ihrer Kinder selbst festlegen konnten“, erzählte Kratzmeier. „Auf diese Art und Weise sind über 14.000 Euro erreicht worden“, freute sich Schulleiter Theobald.
Inzwischen sind die Arbeiten trotz der nicht gerade idealen Witterung fortgeschritten. Selbst eine kleine Hütte wurde vor zwei Wochen aufgestellt. Mit im Boot ist auch die „GemüseAckerdemie“.
Diese Institution bietet ein spezielles Bildungsprogramm für Schulen an, bei dem beispielsweise Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Gemüse anbauen können. Auch ein spezieller „Acker Coach“ unterstützt die Maßnahme.
Die Eltern der Schülerschaft sollen eingebunden werden, und zwar speziell bei der Pflege der gerade entstehenden Anlage. Um mögliche Zerstörungen zu unterbinden, ist ein Zaun rund um das Freiluft-Klassenzimmer geplant.
Jetzt wird in den kommenden Wochen weitergearbeitet, um das neue Areal, das nur im Sommer genutzt werden kann, fertigzustellen. Dann heißt es künftig, Umwelt und Pflanzen im Fokus zu haben und an heißen Tagen den Unterricht im Freien zu genießen.
Wie sagte doch Schulleiter Theobald treffend: „Die Natur als Lebensraum genießen.“ Laut Theobald soll die Außenanlage langfristig erhalten bleiben. Die Kinder freuen sich jetzt bereits darauf.
