Im Jahr 1770 wurde die Synagoge von den ab 1723 in Freudental angesiedelten jüdischen Familien erbaut. Diese sogenannten Schutzjuden mussten den Dorfherren für den Schutzbrief erhebliche Abgaben zahlen. Der erste Schutzbrief von 1723 wurde im Jahr 1731 von Wilhelmine von Würben, geborene von Grävenitz und Mätresse von Herzog Eberhard Ludwig erneuert, nachdem sie Freudental für 47.000 Gulden erworben hatte. Die jüdische Gemeinde zählte zeitweise bis über 360 Köpfe. Sie führte bis zur Nazizeit ein ungestörtes Leben, auch wenn ihre Zahl nach der 1864 für Juden erlaubten Freizügigkeit durch Abwanderung in die Städte bis auf 40 schrumpfte.
In der „Reichskristallnacht“ 1938 wurde die Synagoge geschändet und alle Kultgeräte auf dem Sportplatz verbrannt. Ab 1942 gab es keinen Juden mehr in Freudental und die dann gewerblich genutzte Synagoge verfiel. Als 1979 trotz seit 1927 bestehendem Denkmalschutz der Abriss drohte, setzte sich eine Bürgerinitiative unter Leitung unseres Gerlinger Mitbürgers Heinz M. Bleicher und mit dem Gerlinger SPD-Kreisrat Gerhard Tünnemann gegen viele Widerstände für den Erhalt der ehemaligen Synagoge ein.
Im Herbst 1981 wurde das Gebäude gekauft und wird vom damals neugegründeten Verein Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental nach den Renovierungen 1985 und 2003 als Tagungszentrum mit neuem Leben erfüllt. Die Erinnerung bewahrt auch der alte jüdische Friedhof mit teilweise 200 Jahre alten Grabsteinen.
Wir werden vom in Gerlingen bestens bekannten Leiter des Centrums Michael Volz durch die Synagoge und zum jüdischen Friedhof geführt.
35 € Kostenbeitrag für Busfahrt und Führung. Abfahrt Donnerstag, 2. 7. um 14.00 Uhr (Ort je nach aktuellen Bauarbeiten).
Anmeldung über hv@heimatpflegeverein-gerlingen.de oder 07156 205- 8408.
Jürgen Wöhler


