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Dies und das

Dorothee Oberlinger bei den Festspielen

Minimalmusik und Barock aus einer Hand Die Blockflötistin und Spezialistin für Alte Musik Dorothee Oberlinger wählte für ihren Einstieg in die einwöchige...
Hoch konzentriertes Zusammenspiel.Foto: aw

Minimalmusik und Barock aus einer Hand

Die Blockflötistin und Spezialistin für Alte Musik Dorothee Oberlinger wählte für ihren Einstieg in die einwöchige Residenz bei den Festspielen das minimalistische Musikstück „In C“ und gründete hierfür das Projektensemble Mittendrin.

Nach mehreren Proben in der Musikschule Schwetzingen, dem Kammermusiksaal und in der Orangerie traten dann am Samstagnachmittag die Musiker mit ihrem Klangraumexperiment vor das in Erwartung gespannte Publikum. Die Proben bisher leitete der vielseitige Musiker, Repetitor und Klavierlehrer an der Schwetzinger Musikschule Harald Braun. Am Freitag gab es dann eine Generalprobe mit Dorothee Oberlinger vor Ort. Sie sei begeisterte Vertreterin minimalistischer Musik: der beruhigende Flow, das sich verändernde Zeitgefühl bis hin zu meditativen Effekten liebe sie sehr, sagte sie uns.

Minimalmusik

Aufgeführt wurde das Konzert „In C“ vom amerikanischen Komponisten und Pianisten Terry Riley, der 1935 geboren wurde und im letzten Jahr seinen 90. Geburtstag feierte. Er gilt als Begründer des Minimalismus in der Musik. Sein frühestes Werk der Minimal Musik komponierte er 1964 für eine beliebige Zahl „unspezifisch Aufführender“. Hier in Schwetzingen waren es 15 Musiker und als Dirigentin und Instrumentalistin an verschiedenen Blockflöten Dorothee Oberlinger. Einzeln schritten die Musiker ein: Anna Messer mit ihrer Piccolo-Flöte, Michael Wolf, der die interessante Subbassflöte spielte, Philipp Herbold, der mit 13 Jahren Jüngste von der Musikschule, Holger Förschler (Saxophon), Nils Peters (Euforium), Birthe Stober Aksoganz (Violine), Cäcilie Kowald (Viola), Nils Ehlert (Cello), Nicole Merkel (E-Bass), Georg Schmidt-Thomèe (Keybord), Reinhold Janocha (Akkordeon) und von der Mannheimer Bläserphilharmonie Michael Friedrich und Clarisse Cahen Sinner am Schlagwerk und Florian Schäfer am Marimbafon. Alles begann mit einem Synthesizer (Elektronik Yalcin Kanlikilic), baute sich von Instrument zu Instrument auf und gipfelte in einem Tutti mit repitativen Phrasen aus denen immer wieder einzelne Instrumente hervortraten, sich beschleunigten, verschoben, überlagerten und wieder einfügten.

Improvisation

Gespielt wurde auch mit der Lautstärke, dem Tempo bei einem immer gleichbleibenden elektronischen Rhythmus - wie ein metallischer Glockenschlag - der den Takt vorgab. Doch die Aufgabe der einzelnen Instrumente war es zu improvisieren, frei zu wiederholen, ganz nach eigenem Empfinden. Aber den Anschluss nicht zu verlieren. Und dann war da auch die Stille aus der das Marimbafon und das Schlagwerk (mit einem bemerkenswerten Solo) herausführten. Den Ablauf mit Spannung zu verfolgen oder sich der elektronisch-inspirierenden Trance-Musik hinzugeben – jeder suchte sich seinen Weg mit dieser abstrakten Art von Musik umzugehen. Am Ende gab es ein Ausschleichen des Synthesizers, in das sich das Summen einer natürlichen Hummel einschaltete – zum besten Schmunzeln. Was für ein stimmiger Übergang der Natur zum Thema von Dorothee Oberlingers nächstem Konzert am Sonntag „Sirenengesänge und Flötenklänge“ das sie mit ihrem Ensemble 1700 gab.

Barock

Ein weiteres Konzert gibt es am Mittwoch, 29. April, um 19.30 Uhr im Mozartsaal „Fünf Jahreszeiten im Dialog“. Als Blockflötistin mit dem Lautisten Edin Karamazov spielen sie Werke von Antonio Vivaldi und weiteren Barockkomponisten. Die fünfte Jahreszeit haben sie sich entliehen aus einem Titel von Kurt Tucholsky der die Zeit zwischen Spätsommer und Frühherbst als „fünfte Jahreszeit“ sieht. Den Schlusspunkt ihrer Konzertreihe für die Festspiele setzt sie am Donnerstag, 7. Mai, um 19:30 Uhr im Jagdsaal „Zeitlos herzzerreißend“ mit dem Countertenor Andreas Scholl und Olga Watts am Cembalo. Barocke Solokantaten von Georg Friedrich Händel und Antonio Caldara entführen in die emotionale Welt der Liebe mit der Fragestellung: „Wie kann ich frei bleiben, wenn ich mich an einen anderen Menschen binde?“ Man darf gespannt sein auf dieses barocke Fest der Alten Musik. (aw)

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Schwetzinger Woche
Ausgabe 18/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
27.04.2026
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