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Dies und das

DRK-Kreisverband Rems-Murr e.V.

Modern, vernetzt und ausfallsicher: Herzstück der 112 und des Bevölkerungsschutzes nimmt weiter Form an Investition in krisensichere Strukturen...

Modern, vernetzt und ausfallsicher: Herzstück der 112 und des Bevölkerungsschutzes nimmt weiter Form an

Investition in krisensichere Strukturen im Kreis: Richtfest für neues Zentrum von Leitstelle, Rettungsdienst und DRK-Kreisgeschäftsstelle

„Gemeinsam für Ihre Sicherheit“. Dies war die Botschaft, die Landrat und DRK-Präsident Dr. Richard Sigel sowie DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler am Dienstag beim Richtfest zu dem Jahrhundertprojekt im Bevölkerungsschutz und der Notfallversorgung im Rems-Murr-Kreis in den Mittelpunkt stellten.

Gegenüber der Rundsporthalle wird 2027 die neue Integrierte Leitstelle Rems-Murr, die DRK-Rettungswache Waiblingen sowie die DRK-Kreisgeschäftsstelle fertiggestellt. Eine Investition in zukunftsfähige Strukturen, die Notfallrettung und Katastrophenschutz auf ein neues Level hebt und wovon alle Menschen im Rems-Murr-Kreis profitieren.

Als die rund 200 Gäste die künftige Fahrzeughalle der Rettungswache Waiblingen betraten, gingen die Blicke nach oben. Knapp zehn Meter wachsen die Wände des imposanten Raums in die Höhe, von dem aus ab 2027 Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge ausrücken werden. Anlässlich des Richtfestes haben Rettungsdienst und DRK-Bereitschaften sowie Feuerwehr dort Einsatzleitwagen geparkt – Hingucker, die auf die spätere Funktion der Gebäude hinweisen. Über die 112 werden die entsprechenden Rettungsmittel in der Integrierten Leitstelle (ILS) alarmiert. „Mit dem Richtfest wird sichtbar, was wir mit diesem Jahrhundertprojekt erreichen wollen: eine moderne, leistungsfähige und vor allem krisensichere Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz und die Notfallrettung in unserem Landkreis. Die Integrierte Leitstelle als Herzstück der 112 und die neue DRK-Rettungswache schaffen beste Arbeitsbedingungen, mehr Ausfallsicherheit und damit eine noch verlässlichere Hilfe für die Menschen – immer dann, wenn es darauf ankommt, dass im Ernstfall jemand erreichbar ist. Mein Dank gilt allen Beteiligten am Bau, den Partnern und Förderern der DRK, die dieses Projekt mit großem Engagement voranbringen“, so Landrat Dr. Richard Sigel.

So verlässlich wie die Notfallrettung im Kreis funktioniere auch die Steuerung des Großprojekts, so Dr. Richard Sigel. „Wir liegen im Kosten- und im Zeitplan.“ Bis Mitte 2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, die DRK-Kreisverband, Krankenkassen, Rems-Murr-Kreis, das Land Baden-Württemberg und das Regierungspräsidium Stuttgart gemeinsam finanzieren. Für rund 40 Millionen Euro entsteht in Waiblingen dieses hochmoderne Zentrum für die Sicherheit und Notfallrettung im Kreis. Rund 17,3 Millionen Euro werden dabei investiert in die Leitstelle, 22,7 Millionen Euro werden in die Lehrrettungswache und Kreisgeschäftsstelle investiert. Die Rettungswache wird dabei mit einer Förderung des Landes in Höhe von drei Millionen berücksichtigt.

„Die Integrierte Leitstelle Rems-Murr und die Rettungswache Waiblingen sind unverzichtbare Pfeiler der Notfallversorgung und sichern täglich schnelle Hilfe für tausende Menschen im Rems-Murr-Kreis. Gerade jetzt zeigen die Geschehnisse in der Ukraine und im Nahen Osten aber, wie wichtig es ist, über den Ernstfall im Alltag hinaus für alle Situationen gut gerüstet zu sein“, betont Dr. Richard Sigel. „Dank modernster digitaler Vernetzungen mit anderen Leitstellen setzt die neue Integrierte Leitstelle Maßstäbe bei Ausfallsicherheit. Sie ermöglicht die reibungslose Zusammenarbeit bei Großschadens- und Flächenlagen – ein wegweisendes Modell für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.“ Die Kosten in Höhe von rund 17,3 Millionen Euro (inklusive 5,7 Millionen für die Leitstellentechnik) trägt der Landkreis zu 45 Prozent (rund 7,8 Millionen Euro) und die Krankenkassen zu 55 Prozent. Mit Blick auf das Hochwasser- und Starkregenereignis im Juni 2024 hielt Landrat Sigel fest: „Der Neubau schafft optimale Bedingungen, um auch in außergewöhnlichen Lagen schnell und koordiniert helfen zu können. Der dreigeschossige Bau bietet auch neue Räumlichkeiten für die Arbeit des taktisch-operativen Führungsstabs der Blaulichtorganisationen, der im Krisenfall gemeinsam mit dem Verwaltungsstab des Landkreises und den betroffenen Kommunen zusammenarbeitet. Der Führungsstab erhält durch die Verortung in der ILS immer unmittelbar alle Information zur Einschätzung der Lage und kann im Ereignisfall Kräfte im Landkreis optimal koordinieren.“ In der neuen Integrierten Leitstelle werden modernste Technik, Kommunikationsanlagen und IT-Systeme installiert. Es gibt zwei redundante Server-Räume und im Notfall kann die Leitstelle über zwei Backup-Systeme mehr als 150 Stunden autark betrieben werden. Bei Bedarf lassen sich die Räume schnell so anpassen, dass haupt- und ehrenamtliche Führungskräfte die Einsätze effizient koordinieren können.

Mehr als 5,5 Millionen Euro wird die neue Lehrrettungswache Waiblingen kosten, die verkehrsgünstig an der B14 und B29 liegt und somit eine perfekte Anbindung an das lokale und überörtliche Straßennetz bietet. 6524-mal rückten Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge im vergangenen Jahr in Waiblingen aus. Um ein ungehindertes Ausfahren der Fahrzeuge zu gewährleisten, wird eine Alarmausfahrt am südlichen Ende des Grundstücks platziert. Der Neubau bietet moderne Bedingungen für Einsatz und Aufenthalt der 40 Einsatzkräfte. Gleichzeitig schafft er Räume für Weiterbildung und Schulungen, an denen es bislang fehlte.

Vor Ort gebündelt werden ab 2027 die Angebote des DRK-Kreisverbandes, die aufgrund von Platzmangel bisher teilweise ausgelagert waren. „Zukünftig haben wir Hausnotruf, Mobile Dienste, Pflege und Verwaltung zentral unter einem Dach“, so DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler. Haupt- und Ehrenamtliche sowie Teilnehmer der Erste-Hilfe-Kurse profitieren gleichermaßen von modernen Lehrsälen, Schulungsräumen, Aufenthalts- und Besprechungsbereichen sowie einer kleinen Cafeteria in der neuen Kreisgeschäftsstelle. In der Mitte des Neubaus wird es einen begehbaren Innenhof geben, der als natürliche Lichtquelle für die Büroräume sorgen wird. Modulare Büro- und Besprechungsräume ermöglichen flexible Nutzung und bieten im Katastrophenfall Platz für Haupt- und Ehrenamtliche Führungskräfte. „Der neue Standort schafft eine optimale Basis für die wichtige Arbeit des DRK im Rems-Murr-Kreis mit Rettungsdienst, Sozialarbeit und Katastrophenschutz“, so Sven Knödler. „Diese modernen Arbeitsbedingungen machen den Kreisverband fit für die Zukunft und attraktiv für neue Fachkräfte.“

Barbara Bosch, Präsidentin des DRK-Landesverbandes, würdigte den Fortschritt und die Bedeutung des Neubaus für das DRK-Zentrum und nahm am feierlichen Richtspruch teil. „Dieses Gebäude ist weit mehr als nur Beton, es ist ein Ort der Menschlichkeit. Hier schlägt künftig das Herz der Hilfe für die Region. Drum möge das Dach alle schützen, die hier künftig ein- und ausgehen“, führte Bauleiterin Carmela Palinkas in ihrem Richtspruch aus. Der Spatenstich fand im Mai 2025 statt. Seither wurden 9000 Kubikmeter Erde abgetragen. Spezialtiefbau und Erdarbeiten sind abgeschlossen. Wände und Decken des Neubaus ragen in die Höhe. Zeitnah starten die Arbeiten an der Gebäudehülle, einschließlich Fassade, Fenstereinbau und Dachabdichtungen. Diese Schritte sind entscheidend, um die Gebäude witterungsgeschützt zu schließen und den Innenausbau vorzubereiten. Dann startet der technische Rohbau. Dazu gehören die Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Kältetechnik, die die Grundlage für den späteren Betrieb der hochsensiblen Infrastruktur von Rettungswache und Leitstelle bilden. Es folgt der Innenausbau: Mit Putz- und Trockenbauarbeiten werden die künftigen Räume Schritt für Schritt sichtbar – von Einsatz- und Funktionsbereichen über Schulungsräume bis hin zu Büro- und Sozialflächen. Die Arbeiten an Dämmung und Fassade sollen im Spätsommer abgeschlossen sein. Der Neubau setzt auf eine energieeffiziente Bauweise und nachhaltige Lösungen, um wirtschaftlich und umweltfreundlich zu arbeiten. Bis zu 40 Handwerker, zwei Kräne und viele Fahrzeuge sind täglich auf der Baustelle im Einsatz.

„Mit dem heutigen Richtfest erreichen wir einen wichtigen Meilenstein dieses anspruchsvollen und notwendigen Neubauprojekts. Was mit dem Spatenstich als Vision begann, steht heute sichtbar auf einem starken Fundament. Schritt für Schritt entsteht hier ein Gebäude, das die kritische Infrastruktur im Rems Murr Kreis und in Waiblingen nachhaltig stärkt“, sagte Michael Bopp, Niederlassungsleiter Stuttgart von Peter Gross Bau, dem Totalunternehmen für das Neubauprojekt. „Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und der gesamten Blaulichtfamilie schaffen wir nicht nur ein Bauwerk aus Beton und Stahl, sondern einen Ort, an dem Hilfe geleistet, Leben gerettet und Zusammenhalt gelebt wird. Es erfüllt uns mit Stolz, diesen Meilenstein als verlässlicher Partner mitzugestalten.“

Adnan Delić, Geschäftsführender Gesellschafter von BfK Architekten, hielt fest: „Unser Ziel war es, die unterschiedlichen Aufgaben des DRK in einem klar strukturierten und gut lesbaren Ensemble zusammenzuführen. Durch die geschickte Ausnutzung der besonderen Hanglage entsteht auf dem gemeinsamen Sockel ein geschützter Platz, von dem aus die Blickbeziehung zur Rems möglich ist. Das Gebäudeensemble an der Steinbeisstraße bildet eine klare Adresse und ein freundliches Tor nach Waiblingen. So entsteht ein zukunftsfähiger Neubau, der den Menschen, die hier arbeiten, gute Bedingungen bietet.“

Historie:

1980 wurde das DRK-Zentrum in der Henri-Dunant-Straße eingeweiht. In den Jahrzehnten wuchs die Anzahl der Beschäftigten rapide. Seit 2008 war der DRK-Kreisverband Rems-Murr e.V. auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück gewesen, um seine Immobilienpläne zu realisieren, insbesondere die Rettungswache Waiblingen und die Integrierte Leitstelle nach heutigen Anforderungen auszugestalten.

Aufgrund der lange Zeit erfolglosen Grundstückssuche gab es zwischenzeitlich sogar Pläne, die Geschäftsstelle zu sanieren und ein zusätzliches Stockwert auf die Garagen zu setzen. Der Gemeinderat der Stadt Waiblingen hatte das Erbbaurecht für das Grundstück in der Henri-Dunant-Straße entsprechend um weitere 50 Jahre verlängert.

Vor etwa sechs Jahren entwickelte dann Landrat und DRK-Präsident Richard Sigel die Idee, eine Liegenschaft des Landes Baden-Württemberg an einem früheren Standort der Straßenbauverwaltung gegenüber der Rundsporthalle für die Pläne des DRK zu erwerben. Mit Unterstützung von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, dank enger Abstimmung mit der Stadt Waiblingen gelang des die Idee in konkrete Pläne zu verwandeln. Der Landkreis erwarb das Grundstück, die Stadt schaffte die planungsrechtlichen Voraussetzungen und im Wege eines Erbbaupachtvertrages kann der DRK-Kreisverbandes das Grundstück nutzen.

Bereits ab Ende 2020 wurden die bauvorbereitenden Maßnahmen wie die Rodungsarbeiten sowie die Suche und Schaffung von Ausgleichsflächen, der Rückbau der am Grundstück vorhandenen Hütten sowie der artenschutzrechtlichen Maßnahmen zur Eidechsenumsiedelung zwischen dem DRK, dem Landkreis, der Kreisbaugruppe und der beauftragten Projektsteuerung PSB Wasner abgestimmt und termingerecht umgesetzt.

Parallel wurde ein europaweites Partnering-Verfahren veröffentlicht - mit welchem sowohl die Planungs- als auch Bauleistungen kombiniert ausgeschrieben und vergeben werden. Hierbei erhielt Peter Gross in Zusammenarbeit mit den BFK-Architekten den Zuschlag für die Planung und baulichen Umsetzung des Bauvorhabens. Betreut wurde das Ausschreibungsverfahren vertrags- und vergaberechtlich durch die Kanzlei Menold Bezler und die immobilientechnische Betreuung durch die Projektsteuerung PSB Wasner, welche das DRK auch bei der Projektumsetzung in der Funktion der Projektsteuerung begleitet.

„Eine professionelle Planung und Projektsteuerung war von Beginn an das Ziel und die bisherige Einhaltung des Zeit- und Kostenrahmens zeigt, dass dies richtig war“, so Dr. Sigel. Im Namen des Kreisverbandes dankte er allen beteiligten Firmen und Partnern, die gemeinsam das für den Rems-Murr-Kreis so wichtige Bauvorhaben umsetzen. Er dankte auch den Kostenträgern und dem Land Baden-Württemberg für die notwendigen Förderungen und der Stadt Waiblingen für die gute Zusammenarbeit.

Partner und Förderer:

Regierungspräsidium Stuttgart

Innenministerium Baden-Württemberg

AOK-Gesundheitskasse, VdeK und weitere

Rems-Murr-Kreis

Stadt Waiblingen

Peter Gross Bau

BFK architekten

PSB Wasner

Menold Bezler

Kreisparkasse Waiblingen

S2 Architekten | K.-H. Single | Freier Architekt BDA

Accellonet

BBQS Engineering GmbH

BSP - BRANDSCHUTZPARTNER

CEP Gebäudetechnik GmbH

IB Matthias Maut Gesellschaft für Bauwesen mbH

IB Dr. Schäcke + Bayer GmbH

matrix ingenieure GmbH

wh-p GmbH Beratende Ingenieure

GfKD – Gesellschaft für Krankenhausdienstleistungen Koblenz Montabaur mbH

Erscheinung
exklusiv online
von Gemeinde Burgstetten
25.03.2026
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