Die Wetterbedingungen sind in diesem Jahr sehr wechselhaft und somit auch die Entwicklung der Bienen. Während es mit über 15 °C schon sehr warm war, konnte man am nächsten Tag trotzdem noch von Schnee überrascht werden. Teilweise haben die Bienen schon sehr stark gebrütet und mussten bei kühlen Temperaturen dann wieder eine Brutpause einlegen. Eine Herausforderung für die Bienen, die viel Energie und somit Futter kostet. Durch diese besonderen Ereignisse ist es umso wichtiger, regelmäßig nach dem Futter zu schauen, damit die Bienen in einer kälteren Wetterperiode nicht hungernd dastehen. Außerdem sollte eine zu frühe Erweiterung des Brutraums vermieden werden. In einem Frühling wie dem jetzigen mit sehr wechselhaftem Wetter ist Vorsicht geboten. Wenn es endlich wärmer wird, sollte man bereit sein, die Völker zu erweitern.
Drohnenrähmchen können verwendet werden, um die Varroapopulation auf natürliche Weise zu reduzieren. Die Varroamilbe bevorzugt Drohnenzellen und somit kann die Drohnenbrut als „Varroa-Falle“ eingesetzt werden. Drohnen geben mehr Brutpheromone ab, welche die Milben anziehen. Zum anderen werden die Drohnen häufiger von Ammenbienen gefüttert als die Arbeiterinnenzellen, somit haben die Milben mehr Gelegenheit, in die verdeckelungsreifen Zellen einzuwandern. In der Drohnenbrut haben diese drei Tage mehr Zeit, reife Tochtermilben zu produzieren. Damit die Drohnenzellen nicht überall im Volk angelegt werden, wird ein sogenannter Baurahmen verwendet. Ein Baurahmen ist ein leeres Rähmchen ohne Verdrahtung und ohne Mittelwand, in dem die Arbeiterinnen freie Zellen bauen können. Drohnen werden von den Völkern bereits im März und April aufgezogen, da die Völker während der Schwarmzeit geschlechtsreife Drohnen benötigen. Sie benötigen 24 Tage Entwicklungszeit von der Eiablage bis zum Schlupf und danach am besten noch circa 18 Tage, damit sie ihr Sperma entwickeln können, um sich mit den Jungköniginnen zu paaren.
Im Frühjahr steigt der Drohnenbedarf des Bienenvolks. Wenn im Bienenvolk keine Drohnenrähmchen eingesetzt werden, kommt es in der Regel zu mehr Wildbau unter den Rähmchen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Mittelwandzellen die Muster für die kleineren Arbeiterinnenzellen haben und dort somit keine Drohnenzellen angelegt werden können. Deshalb sollte der Drohnenrahmen bereits im Frühjahr eingesetzt werden. In diesen Rähmchen bauen die Arbeiterinnen bevorzugt größere Drohnenzellen, in die die Königin unbefruchtete Eier legt, aus denen sich die Drohnen entwickeln.
Die Varroamilbe dringt kurz vor dem Verdeckeln der Zellen in die Drohnenbrut ein, sodass nach dem Verdeckeln des größten Teils des Baurahmens (ca. 2/3 der Wabe) die Wabe entnommen werden kann. Da sie nicht verdrahtet ist, kann der Wachsinhalt mit den Drohnenlarven einfach herausgeschnitten werden. Trotz der kontinuierlichen Entnahme der Drohnenbrut ist noch genügend Drohnenbrut im Bienenvolk vorhanden. Es kann mit einem oder mehreren Drohnenrähmchen gearbeitet werden. Dabei sind zwei Faktoren wichtig. Erstens muss immer darauf geachtet werden, dass diese Rähmchen rechtzeitig entfernt werden, sonst züchtet der Imker nicht nur Drohnen, sondern auch Milben. Wenn ein Rähmchen drei Wochen nach dem Einhängen entfernt wird, können keine Drohnen mit den „eingesperrten Milben“ schlüpfen. Zweitens muss man wissen, wo sich die Drohnenrähmchen befinden. Das geht ganz einfach, indem man den Oberträger farbig markiert oder in großen Buchstaben mit dem Wort Drohnen beschriftet. So erkennt man die Wabe sofort, wenn man das Volk öffnet. Der Drohnenrahmen sollte am Rand des Brutnestes vor dem Pollenbrett (eine Wabe mit viel Pollen am Rand des Brutnestes) angebracht werden. Manche Imker arbeiten lieber mit zwei Drohnenrahmen als mit einem.
Die herausgeschnittene Drohnenbrut ist eine hervorragende Wachsquelle und sollte daher nicht einfach weggeworfen werden. Der Drohnenrahmen wurde von den Bienen selbst ausgebaut und das Wachs ist daher oft rückstandsfrei. Daher sollte der Drohnenrahmen zum Aufbau eines eigenen Wachskreislaufes genutzt werden. Dazu sollte der Drohnenrahmen mit einem Sonnen- oder Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen werden, so dass sich das Wachs vom Rest („Trester“) trennt. Das so gewonnene fast reine Wachs kann nun weiter gereinigt und zu neuen „eigenen“ Mittelwänden verarbeitet werden. So kann das Wachs dem Bienenvolk wieder zugeführt werden und ist wie das Entdeckelungswachs von höchster Qualität. Der anfallende „Trester“ kann mit dem Restmüll entsorgt werden. Dazu muss er gut verschlossen werden, damit die Bienen nicht an ihn herankommen, um die Verbreitung von Bienenkrankheiten zu verhindern. Als Schutz vor der Übertragung von Bienenkrankheiten darf der Drohnenrahmen nicht im Freien aufgehängt werden.
Ein Vorteil des Drohnenrahmens ist die Möglichkeit, am Ausbauverhalten der Arbeiterinnen frühzeitig zu erkennen, dass das Volk in Schwarmlust gerät. Wird im Drohnenrahmen an verschiedenen Stellen mit dem Ausbau begonnen und die Kanten der ausgebauten Bereiche „scharfkantig“ und nicht mehr abgerundet, so will das Volk keine Waben mehr bauen und es kann davon ausgegangen werden, dass sich dieses Volk bereits im Schwarmtrieb befindet.
Horst Huber


