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Ehegattensplitting bremst Frauen am Arbeitsmarkt

Von: Kristin Enge Viele Frauen kümmern sich um Kinder, pflegebedürftige Angehörige und den Haushalt. Oft reduzieren sie dafür ihre Erwerbsarbeitszeit,...

Von: Kristin Enge

Viele Frauen kümmern sich um Kinder, pflegebedürftige Angehörige und den Haushalt. Oft reduzieren sie dafür ihre Erwerbsarbeitszeit, manchmal auch auf Dauer. Dieses Potenzial werde aber dringend gebraucht, so eine aktuelle Studie.

Mehr arbeiten lohnt sich finanziell für viele nicht

Jede zweite teilzeitbeschäftigte, verheiratete Frau zwischen 45 und 66 Jahren stockt ihre Arbeitszeit nicht auf, weil es sich finanziell nicht auszahlt. Bei den nicht erwerbstätigen Frauen sind es knapp 35 Prozent, für die es sich nicht lohnt zu arbeiten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt hat.

Der Hauptgrund dafür ist laut Bertelsmann-Stiftung das Ehegattensplitting. Es begünstigt Paare steuerlich besonders, wenn ein Partner – meist der Mann – den größten Teil des Einkommens erzielt. Sobald die Partnerin mehr arbeitet, schwindet der Steuervorteil, weil der Zweitverdienst überproportional besteuert wird. Wer mehr arbeitet, hat dann netto oft nur wenig davon.

VdK fordert Entlastung für Familien mit Kindern

Die Bertelsmann-Stiftung sieht darin einen klaren Hemmschuh für die Erwerbstätigkeit von Frauen. Bleibe vom eigenen Einkommen mehr übrig, würden mehr Frauen ihre Arbeitszeit ausweiten oder wieder in den Job einsteigen. Rechnerisch könnten rund 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen entstehen, so die Bertelsmann-Stiftung.

Auch der Anteil schlecht abgesicherter Minijobs würde zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sinken. Die Gesellschaft könne es sich ökonomisch nicht leisten, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen, so Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann von der Bertelsmann-Stiftung.

Der Sozialverband VdK fordert statt des Ehegattensplittings eine steuerliche Entlastung für Familien mit Kindern. „Ein solches Besteuerungsmodell sollte nicht am Status der Ehe, sondern an der Übernahme familiärer Verantwortung festgemacht werden. Sorgearbeit müsste steuerliche Vorteile bringen und so den Frauen eine existenzsichernde Beschäftigung ermöglichen“, erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele.

(Quelle: vdk.de)

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Ausgabe 16/2026
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