Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
bei unserem Gruppenabend im Mai durften wir selbst beim „Letzte Hilfe“ Kurs, der in Pleidelsheim verschiedentlich bereits angeboten wurde, teilnehmen. Unter der Leitung von Frau U. Heilgeist und A. Ereth konnten wir nicht nur unser Wissen über die Hospizarbeit auffrischen, sondern auch Neues erfahren. Nochmals vielen Dank dafür.
Ja, es geht um die Themen Sterben als Teil des Lebens, Vorsorgen und Entscheiden, Leiden lindern und Abschied nehmen. Eigentlich Themen, über die man nicht so gerne spricht, doch genau das ist so wichtig, wie uns der Kurs wieder gezeigt hat.
Wir alle machen in unserem Leben so viele Kurse: Schwimmkurse, Babykurse, Ernährungskurse, Yoga, Nähkurse, Handwerkskurse und so viele mehr. Und dann machen wir irgendwann den Führerschein und dafür brauchen wir einen „Erste Hilfe“-Kurs, um zu lernen, was wir im Notfall tun können.
Warum also nicht auch einen „Letzte Hilfe“-Kurs, wenn ein Familienmitglied, ein Freund, ein Nachbar, ein Unbekannter, den wir treffen, seine letzte Reise antritt? Bereits Henri Dunant, der Begründer des Deutschen Roten Kreuzes hat in der Schlacht von Solferino im Jahr 1859 keinen Sterbenden auf dem Schlachtfeld allein gelassen, sondern ihn bis zum Schluss umsorgt. Und genau das ist Palliative care.
Palliativ kommt vom lateinischen Wort „Mantel“ und care bedeutet „Sorge“. Also umsorgen – ummanteln. Was kann ich tun, um jemanden zu umsorgen, es ihm so bequem wie möglich zu machen, seine Leiden zu lindern? Und da gibt es sehr viel, was man tun kann und mit so einfachen Mitteln. Sie wären überrascht.
Warum also nicht einen Kurs wie diesen, in dem uns Frau Heilgeist und Frau Ereth so beeindruckend und offen vermittelt haben, wie man mit einfachen Mitteln einem Menschen auch in dieser Phase Lebensqualität und Würde geben kann. Wie man mit der eigenen Hilflosigkeit und Angst und auch der seines Gegenübers umgehen kann.
Was kann ich selbst tun? Nämlich vorsorgen und entscheiden, wie ich meine letzte Reise antreten möchte. Was ist mir wichtig, was möchte ich auf keinen Fall. Wo bekomme ich Informationen darüber?
Wo und wie schnell kann man Hilfe bekommen? Geht es auch mitten in der Nacht? Ja, das geht und es gibt noch so viel mehr. Wie bei der Ersten Hilfe die Rettungskette, so gibt es auch bei der Letzten Hilfe eine Kette der Palliativversorgung. Alle Informationen wurden sorgfältig von Frau Heilgeist und Frau Ereth in einer Mappe zusammengestellt, die jedem Kursteilnehmer überreicht wird.
Wir haben alle am Ende dieses Kurses nachgedacht, ob wir richtig vorgesorgt und entschieden haben und darüber, was wir selbst uns für unsere letzte „Reise“ wünschen.
Cicely Saunders: Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
Genau darum geht es auch am Ende des Lebens: Würde, Respekt, Zuwendung, da sein, Umsorgen.
Dieser Kurs ist wirklich sehr zu empfehlen.
Gez. Andrea Kastilahn


