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Ein Blick hinter die Kulissen: Die Kläranlage Wiesloch

Wasserreinigung, Energiegewinnung und Hochwasserschutz Der Abwasser- und Hochwasserschutzverband (AHW) mit seiner Kläranlage in Wiesloch ist ein unverzichtbarer...
Foto: AHW

Wasserreinigung, Energiegewinnung und Hochwasserschutz

Der Abwasser- und Hochwasserschutzverband (AHW) mit seiner Kläranlage in Wiesloch ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Infrastruktur in der Region. Er sorgt dafür, dass Abwasser zuverlässig gereinigt, Energie effizient genutzt und die Umgebung vor Hochwasser geschützt wird.

Die Anlage kann Abwasser für bis zu 110.000 Einwohnerwerte aufbereiten. Derzeit wird etwa die Hälfte der Kapazität genutzt, da die Anlage ursprünglich noch für Wieslochs abwasserintensive Tonwarenindustrie ausgelegt war. Rund 30 Mitarbeiter sorgen täglich dafür, dass das komplexe System reibungslos funktioniert.

Abwasserreinigung in drei Stufen

Die Reinigung erfolgt in drei Stufen. Während der mechanischen Reinigung werden die Grobstoffe ausgesiebt und teuer als Abfall entsorgt. Kleinteile wie verlorene Ringe, können hier aus dem Müllberg leider nicht herausgefischt werden. In der zweiten Stufe findet die biologische Reinigung statt. Mikro-Organismen bauen nun weitgehend die im Wasser gelösten Schmutzstoffe ab. In der dritten und derzeit letzten Stufe kommen chemische Stoffe zum Einsatz, um die Substanzen abzubauen, die zuvor noch nicht zufriedenstellend abgebaut werden konnten.
Trotz dieser umfassenden Reinigung kann hier kein Trinkwasser erzeugt werden. Das gereinigte Abwasser enthält weiterhin Spurenstoffe wie Medikamentenrückstände, Hormone und Mikroplastik. Das Wasser gelangt nach der Reinigung wieder in den natürlichen Wasserkreislauf, in den Leimbach.

Vierte Reinigungsstufe und Energieerzeugung

In den Jahren 2027 und 2028 wird die Anlage um eine vierte Reinigungsstufe erweitert. Diese soll bis zu 80 % der Spurenstoffe wie z. B. Medikamentenrückstände und auch Mikroplastik eliminieren.

Zudem erzeugt die Kläranlage selbst Energie, in etwa 80 % des eigenen Strom- und Gasverbrauchs werden damit gedeckt.

Ein Notstromaggregat wird aktuell errichtet, damit die Anlage im Falle eines größeren Stromausfalls 72 Stunden autark betrieben werden kann.

Hochwasserschutz als Alleinstellungsmerkmal

Neben der Abwasserreinigung ist der AHW auch für den Hochwasserschutz zuständig. Seit 2004 wurden im Verbandsgebiet zehn Hochwasserrückhaltebecken zum Schutz für Mensch und Tier gebaut. Bei extremen Regenfällen und klimabedingten Wetterereignissen verhindern sie Hochwasser und Überflutung. Geschäftsführer Rainer Reißfelder ist stolz auf dieses Alleinstellungsmerkmal und den wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Region, den sein Team hier leistet.

Führungen und Umweltbildung

Die Kläranlage bietet regelmäßig Führungen für Schulklassen und interessierte Erwachsenengruppen, etwa Vereine. Das modernisierte Verwaltungsgebäude ermöglicht es, vorab einen Einführungsfilm zu sehen, bevor die Gruppen die Abläufe der Anlage kennenlernen. So wird der komplexe Prozess der Abwasserreinigung anschaulich und verständlich.

Mitmachen schützt die Umwelt

Jede und jeder kann helfen, das Abwasser möglichst sauber zu halten:

  • Keine Weichspüler oder WC-Steine
  • Feuchttücher nicht in die Toilette werfen
  • Medikamentenreste richtig entsorgen

Weitere Tipps gibt es auf der Homepage: www.ahw-wiesloch.de.

Fazit

Die Kläranlage Wiesloch ist weit mehr als ein Ort der Abwasserreinigung. Sie vereint Technik, Energieerzeugung, Hochwasserschutz und Bildung und leistet damit täglich einen entscheidenden Beitrag für die Region – sauber, nachhaltig und zukunftssicher.

Klärwerk in den Bruchwiesen.Foto: AHW
Erscheinung
Rauenberger Rundschau
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Ausgabe 09/2026
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