Schon seit einiger Zeit beobachten wir, dass Menschen unabhängig von ihrem äußeren Schein finanziell in Nöten sind. Betroffen sind nicht nur Alleinerziehende und Rentner, sondern auch viele Alleinverdiener, Geringverdiener oder Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, da unter anderem Lebensmittel immer teurer werden. Uns macht betroffen, dass die Lebensmittelkiste in unserer Kirche, die eigentlich für die Tafel gedacht ist, oft nicht gefüllt werden können, weil Menschen sich dort – scheinbar mit schlechtem Gewissen – Lebensmittel herausnehmen. Auch in anderen foodsharing-Fairteilern ist die Situation ähnlich: Werden die Fairteiler mit Lebensmitteln befüllt, sind sie fast sofort wieder leer.
Mit dem Fairteiler, den wir in Zusammenarbeit mit foodsharing Karlsruhe ins Leben rufen, schaffen wir eine zusätzliche, kostenlose Möglichkeit, Lebensmittel zu erhalten und der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.
1. Was ist der Fairteiler und warum gibt es ihn?
Ein Fairteiler ist ein Ort (in unserem Fall ein Schrank im Foyer der katholischen Kirche St. Judas Thaddäus), zu dem alle Menschen Lebensmittel bringen und kostenlos von dort mitnehmen dürfen – egal ob arm oder reich. Der Hintergrund ist, dass in Deutschland jährlich circa 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entstehen (Quelle: BMEL). Der Verein foodsharing e. V. engagiert sich seit Jahren dafür, Lebensmittel wertzuschätzen und ihre Verschwendung zu reduzieren. Das Ziel ist es, dass keine noch verzehrbaren Lebensmittel im Müll landen, sondern dass sie gegessen werden.
2. Kooperation und Organisation
Der Neureuter Fairteiler ist ein Gemeinschaftsprojekt der katholischen Kirche und der Initiative foodsharing Karlsruhe und wird durch das Soziale Bündnis Neureut unterstützt.
Als Kirche stellen wir den Raum, den Schrank und das Reinigungs-/Putzzubehör. Es gehört zu unserem gemeinsamen Auftrag, Schöpfung zu bewahren und so die Lebensmittelverschwendung zu verringern, sowie gemeinschaftliches Denken und Handeln zu fördern, zu teilen und zu helfen.
foodsharing Karlsruhe ist eine freie Aktionsform, die sich für die Beendigung der Lebensmittelverschwendung einsetzt. Soweit es möglich ist, wird der Fairteiler von foodsharing Karlsruhe regelmäßig befüllt und täglich gereinigt. Außerdem unterstützen auch viele Ehrenamtliche der Kirchengemeinde die Reinigung.
3. Die Regeln für den Fairteiler
Geöffnet ist der Fairteiler jeden Tag zwischen 9.30 und 17.30 Uhr (Öffnungszeiten der Kirche).
Für Fairteiler gibt es klare Regeln:
Es dürfen Obst und Gemüse, Backwaren und Trockenwaren wie z. B. Konserven, Gewürze, Teigwaren, Getreide, Mehl usw. und auch nicht alkoholische Getränke eingestellt werden. Auch Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, sind erlaubt. Grundsätzlich dürfen nur Lebensmittel geteilt werden, die man auch selbst noch essen würde.
Die Lebensmittel mit abgelaufenem Verbrauchsdatum (VD), das mit „zu verbrauchen bis …“ gekennzeichnet ist, dürfen nicht in den Fairteiler gestellt werden. Ebenso dürfen keine verdorbenen oder schimmligen Lebensmittel hineingestellt werden. Das Gleiche gilt auch für geöffnete Lebensmittel, wie zum Beispiel angebrochene Verpackungen, oder wenn die innerste Verpackung geöffnet bzw. beschädigt ist.
Wir bitten alle Nutzer, die Lebensmittel auf Aussehen und Geruch zu prüfen und sich mitverantwortlich zu fühlen, indem sie verdorbene Lebensmittel sofort entsorgen, falls sie welche vorfinden.
Finanzierung: Die Lebensmittel werden von Foodsavern gerettet, die z. B. von Supermärkten, Discountern und Bäckereien abgeholt bzw. (vor der Mülltonne) gerettet werden und danach kostenlos in den Fairteiler gestellt. Aber auch die Mitbürger/innen können nicht benötigte Lebensmittel in diesen Fairteiler stellen. Der Schrank und das Zubehör werden von der Kirche und dem Sozialen Bündnis Neureut getragen, sodass insgesamt nur wenig Kosten entstehen.
Sollten Ihnen noch Informationen fehlen, melden Sie sich bitte bei uns.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Initiatoren:
Kath. Familienzentrum: Sabine Pechlof-Brutscher
Im Namen der foodsharing Karlsruhe: Bülent Yildiz (Botschafter Karlsruhe)