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Ein Graben aus Sand?

In Entringen gibt es an die 100 Bezeichnungen für Straßen, Wege oder sonstige Örtlichkeiten. Etliche davon reichen in ihrer Geschichte weit bis sehr...

In Entringen gibt es an die 100 Bezeichnungen für Straßen, Wege oder sonstige Örtlichkeiten. Etliche davon reichen in ihrer Geschichte weit bis sehr weit zurück. Mit denen, die neueren Datums sind – und dazu gehört die Sandgrabenstraße – wird oftmals an frühere Gegebenheiten erinnert, um diese im Bewusstsein der Bevölkerung zu erhalten.

Werfen wir einen Blick in das Straßenverzeichnis der Gemeinde Ammerbuch auf www.ammerbuch.de, so werden wir schon einmal kurz aufgeklärt: Flurname "Sandgraben", hier verlief bis 1964 ein Hochgraben mit schmalem Fußweg und beidseitigem Zwetschgenbaumbestand; gewidmet seit 02/1964.

Die alten Wassergräben unterhalb bzw. südlich der historisch bebauten Entringer Ortslage reichen in ihren Verästelungen bis hinauf zur Wasserscheide am Schönbuchtrauf; so auch der Sandgraben. Sein Einzugsbereich erstreckte sich bis oben in die Lange Halde und in die Herdsteige beim Freibad – „erstreckte“, weil er heute in weiten Teilen eingedolt ist. Etwa ab der Kreuzung Ringstraße/Kirchstraße wurde das Oberflächenwasser in den auf einem Damm liegenden, fast 500 m langen Hochgraben Richtung Herdweg/Ulrichweg geleitet – und eben ab hier nahm der Sandgraben auch das Abwasser des im Jahr 1936 gebauten Freibads mit auf. In dem Hochgraben wurde das Wasser dem Käsbach zugeführt. Auf einer Länge von etwa 400 m war dieser malerisch umsäumt von Zwetschgen- und Mirabellenbäumen sowie dem sogenannten „Zwetschgenwegle“ oben am Rand des Grabens. Beim Wegplanieren des unteren Graben-Abschnitts im Zuge der Bauland-Umlegung Mitte der 1960er Jahre waren viele gespannt, aus welchem „Material“ der Damm wohl bestehen würde: Schnell wurde klar, dass das etwa mannshohe Gebilde durch das immerwährende „Ausschlagen“ der Sedimente im Lauf der Jahrhunderte auf diese Höhe angewachsen war – und wohl deshalb auch die Bezeichnung Sandgraben erhalten hat.

Auf dem Foto von Dr. Otto Lutz (1982) ist rechts das noch unversehrte, obere Teilstück des Sandgrabens zu sehen – heute verläuft etwa dort die Schubertstraße; im Mittelgrund: das Gebäude Lindenstraße 17 und die Häuser Nr. 20, 18 und 16 der Sandgrabenstraße.

Reinhold Bauer

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Amtsblatt der Gemeinde Ammerbuch
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Ausgabe 22/2026
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