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Café im Ortskern

Ein Jahr Tine’s Café: zum Treffpunkt in Hemsbach gemausert

Vor fast genau einem Jahr hat Christine „Tine“ Wallat ihr Café in der Schlossgasse. Mittlerweile hat sie Stammgäste für sich gewinnen können.
Eine Frau steht in einem Café, hinter ihr eine weiße Wand mit einer modernen Leuchte, im Hintergrund ein alter Buffetschrank, sie steht inmitten von Tischen, die ein Café erkennen lassen.
Im November 2025 eröffnete Tine Wallat ihr Café in Hemsbach. Mittlerweile ist sie angekommen.Foto: cs

Vor fast genau einem Jahr hat Christine „Tine“ Wallat ihr Café in der Schlossgasse. Mittlerweile hat sie Stammgäste für sich gewinnen können. Ein Selbstläufer ist das aber nicht, sagt sie.

Es liegt ein bisschen versteckt, und die Laufkundschaft findet die Räume nur selten. „Hier kommen die Menschen gezielt her“, weiß Tine Wallat. Doch mit ihrer Herzlichkeit, ihrem aufrichtigen Lächeln und dem offenen Gemüt ist es der Hirschbergerin gelungen, die Gäste für „Tine’s Café“ einzunehmen – und aus ihnen Stammgäste zu machen. Die wissen durchaus, was sie an dem kleinen Café mit seinem Charme aus Moderne und Großmutters Zeit haben. So finden auch immer mehr Gruppen den Weg zu ihr. „Ich habe hier diverse Stammtische, im Winter treffen sich die Menschen der Babbelbank und der VdK bei mir und auch die Grünen Damen aus Weinheim kommen nach Hemsbach“, erzählt Wallat von den verschiedenen Gästen, die sich regelmäßig in ihrem Café verabreden. Es hat sich zu einem Treffpunkt in der Altstadt entwickelt. Nicht alle sind erst dabei, seitdem sie in Hemsbach ist. Schließlich war „Tine’s Café“ in der Schlossgasse als zweites Standbein neben dem gleichnamigen Café in Großsachsen gedacht. Hier war sie 13 Jahre beheimatet, und hier trafen sich viele Gruppen. Dennoch schloss sie im Sommer im heimischen Hirschberger Ortsteil die Türen ab. Der Grund: Zeit und Aufwand. Es habe Tage gegeben, so sagt Wallat, an denen sie zwischen den beiden Standorten viermal gependelt sei. „Das war mir zu viel“, gibt sie zu. Letztlich sei es eine Entscheidung Herz gegen Kopf gewesen. Für Hemsbach habe gesprochen, dass es mit dem Außenbereich mehr Potenzial hatte. So ist es eine Kopfentscheidung, die sie trifft.

Neues einfallen lassen

Die Schließung in Großsachsen ist aber nicht die einzige Veränderung im laufenden Jahr. „Ich rocke das mittlerweile alleine“, sagt Tine über den täglichen Betrieb. Der ist noch immer von Dienstag bis Freitag, an den Wochenenden sowie am Montag ist das Café – zumindest regulär – geschlossen. Sie habe samstags aber auch schon kleine Hochzeiten zu Gast gehabt. Oder Trauergesellschaften an einem Montag. „Ich nutze die Räume durchaus auch an diesen Tagen – aber eben für geschlossene Gesellschaften.“ Oder aber für besondere Angebote, wie etwa ein Frühstück mit Musik oder auch Fingerfood. Dafür opfert sie auch gerne einen freien Sonntag. Nicht zuletzt aus Geschäftsgründen. „Man muss sich immer wieder ins Gespräch bringen, sich Neues einfallen lassen“, weiß Wallat. Es geht um Aktionen, die die Menschen ansprechen und von denen sie auch anderen erzählen. Denn von der Mund-zu-Mund-Propaganda lebt ihr Geschäft zu einem großen Teil. Empfehlungen seien mehr wert als jede Geschäftsanzeige, ein Selbstläufer ist Gastronomie in den heutigen Zeiten schließlich nicht. „Das Geld ist knapper“, sagt sie mit Blick auf die in den vergangenen Jahren gestiegenen Lebenshaltungskosten und die damit schwindenden Euros in den Taschen der Menschen. Sie spüre das am Umsatz pro Kopf. Doch Sorge bereitet es ihr nicht mehr. Ohne Angestellte ist sie vor allem sich selbst verpflichtet, kann aber auch entsprechend freier planen.

Immer wieder neue Gäste

Das sich jetzt seinem Ende zuneigende Jahr sieht sie als Erfahrungssammlung. „Danach schaue ich, was sich optimieren lässt“, sagt Wallat. Ihr Angebot mit Frühstück, kleinen Snacks und Kaffee und Kuchen will sie beibehalten. Das Gleiche gilt vorerst auch für die Schließung am Wochenende. Wenngleich sie weiß, dass sich einige Gäste durchaus die Möglichkeit für den sonntäglichen Kaffeebesuch bei ihr wünschen. „Aber an den Wochenenden ist beispielsweise auch der Grimminger auf“, sagt sie mit Verweis auf die Bäckerei in der Tilsiter Straße. Nach dem Neubau auf dem Minerva-Gelände käme eine Görtz-Filiale hinzu.

Doch selbst wenn sie am Wochenende geschlossen hat, so finden sich doch unter der Woche immer wieder neue Gäste bei ihr ein. Einige kämen aus der Nachbarschaft, andere aus dem Odenwald. Tine Wallat freut‘s. Es zeigt, dass sie mit ihrem Café in Hemsbach angekommen ist. Fühlt sie sich denn auch wohl? „Auf jeden Fall“, sagt sie; und lächelt eines ihrer aufrichtigen Lächeln, das nicht nur ihr Gesicht, sondern auch ihre Augen erfasst. (cs)

Erscheinung
Hemsbacher Woche
NUSSBAUM+
Ausgabe 48/2025
von Redaktion NUSSBAUMChristina Schäfer
27.11.2025
Orte
Hemsbach
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