Die Region feiert! Der Hohenloher Kultursommer geht 2026 in seine 40. Saison. Was 1987 als kulturelle Initiative begann, hat sich in den letzten vier Jahrzehnten in einer der schönsten Kulturlandschaften Baden-Württembergs zu einem internationalen, renommierten Klassik- und Weltmusikfestival entwickelt.
Vom 6. Juni bis zum 27. September stehen 54 Konzerte in 5 Landkreisen an 48 unterschiedlichen Spielstätten im Programmheft. 105 internationale Künstlerinnen und Künstler, Ensembles, Bands und Orchester werden auf den historischen Bühnen von Schlössern, Klöstern, Kirchen, Keltern und Scheunen stehen. „Der Hohenloher Kultursommer ist regional verwurzelt und offen für die Welt – so wie es zur Region passt. Das Festival lebt von der außergewöhnlichen Verbindung aus Landschaft, Architektur und Musik – und vom Vertrauen unseres Publikums über die Jahrzehnte hinweg“, sagt Intendant Marcus Meyer. „Das Jubiläum ist Anlass zur Dankbarkeit, aber auch ein Versprechen, dass wir diesen besonderen Geist weitertragen.“
Publikumslieblinge und Stammgäste
Die Programmzusammenstellung ist zweigeteilt: Zum einen gibt es ein „Wiederhören“ mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern, die seit vielen Jahren regelmäßig das Festival mit abwechslungsreichen Darbietungen bereichert und mitgestaltet haben. Dazu zählen insbesondere Harfenistin Silke Aichhorn, Pianist Herbert Schuch oder Geigerin Rebekka Hartmann, aber auch das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO). Alle haben bereits 15 oder mehr Auftritte beim Hohenloher Musikfestival absolviert.
Zu den Stammgästen – und nach einiger Zeit dieses Jahr wieder zu erleben – zählen auch das Flötenquartett Flautando Köln, das Barocktrompetenensemble Berlin von Johann Plietzsch, die Sängerin Katalin Horváth mit ihren unterschiedlichen Bands, das Quartett German Hornsound oder die Fürstlich Löwensteinische Hofmusic. Das Kultursommerpublikum konnte deren Karrieren gewissermaßen kontinuierlich verfolgen und begleiten.
Neue Klänge und junge Gesichter
Zum anderen gibt es wie immer viele neue Gruppen, Künstler und klangliche Facetten zu entdecken. Dazu zählen außergewöhnliche Instrumentenkombinationen wie Nyckelharpa und Marimba, wie am 4. Juli in Weikersheim zu hören, Tuba und Orgel mit Andreas Martin Hofmeir und Barbara Schmelz am 5. September in Künzelsau, oder genreübergreifende Projekte wie das spanische Weltmusikduo Fetén Fetén, die am 14. Juni mit den Nürnberger Symphonikern in Neuenstein gemeinsame Sache machen. Popsänger Joris, der am 17. September auf das WKO trifft oder musikalische Grenzaufhebungen zwischen Klezmer und Klassik wie beim kanadischen Ensemble Oktopus am 24. Juli in Pfedelbach zählen ebenso dazu, wie die Verbindung von Volksmusik, Klassik und Weltmusik des österreichischen Ensembles Federspiel, oder die Verschmelzung von Pop und Klassik durch das Chronatic Quartet am 26. September in Sindeldorf. Volksmusik und Klassik verbindet außerdem das Projekt „Harphonic“ von Katrin und Werner Unterlercher und ihren Gästen am 8. August in Niedernhall.
Darüber hinaus gibt es wieder Raum für junge Nachwuchskünstler und Ensembles. Allen voran die Auftritte des festivaleigenen Concertino Ensembles und die Darbietungen rund um den 40. Internationalen Meisterkurs in Kloster Schöntal im August. Dazu zählt aber auch das aufstrebende Tovesco-Trio am 12. Juli in der Baukelter Weinsberg.
Uraufführung zur Jubiläumseröffnung
Und was schenkt sich ein Musikfestival zum runden Geburtstag? Ein Stück Musik! Zur Eröffnung am 6. Juni in Neuenstein gibt es eine Uraufführung. Komponist Andreas Begert hat im Auftrag des Festivals für die beiden herausragenden Solistinnen Rebekka Hartmann (Violine) und Hiyoli Togawa (Viola) und das Orchester der KlangVerwaltung München ein Doppelkonzert komponiert, das anschließend dem Fürstenhaus Hohenlohe-Oehringen gewidmet und überreicht wird – ein zeitgeschichtlicher Brückenschlag. Seit 40 Jahren wird der Hohenloher Kultursommer im Rittersaal von Schloss Neuenstein eröffnet.
Die Eröffnung im Landkreis Schwäbisch Hall findet in diesem Jahr wieder auf Schloss Langenburg statt. Am Samstag, 13. Juni erweitert sich das Schweizer Casal Quartett um den Kontrabass von Lars Olaf Schaper und fühlt dem „BASSic Instinct“ nach. Denn auch Mozart, vor 270 Jahren geboren, wollte seine „Kleine Nachtmusik“ eigentlich nur noch mit Kontrabass hören.
Klänge aus Gold
„Eine Jubiläumssaison des Kultursommers ohne Bläserklang wäre undenkbar“, betont Marcus Meyer. Am 18. Juni erfüllt Hörnerklang das Kocherufer in Künzelsau. Um 16.00 Uhr zeigen die vier Musiker von German Hornsound in einem Kinder- und Familienkonzert, wie sich Gefühle durch Musik ausdrücken lassen, bevor sie um 18.00 Uhr Klänge zum Thema „Jagdromantik“ anstimmen werden.
Mit dem Damenblechbläser-Quintett „quinTTTonic“ darf am 28. Juni im Hofgarten Kirchberg auch gepicknickt werden. Am 25. Juli berichten die fünf Musiker vom BlechReiz BrassQuintett in der Geddelsbacher Kelter vom Alltag zwischen Vaterfreuden und Blechblasprofimusiker.
Ins „Wir & Jetzt“ setzt das Septett Federspiel sich und das Publikum am 16. August auf Schloss Schillingsfürst.
Offen für die Welt
Weltmusikalisch hält der Festivalsommer ebenfalls so einiges bereit: von Manouche-Swing mit Marion & Sobo Band am 20. Juni in Gaildorf, über Bluegrass-Klänge aus Louisiana mit Zydeco Annie & Swamp Cats am 26. Juni in Dörzbach-Hohebach, bis zu Traditionellem aus Sardinien mit Unavantaluna am 29. August und New Irish Folk mit 3 On The Bund am 30. August, jeweils in der Geddelsbacher Kelter.
Von musikalischen Reisen zwischen Franken und dem Balkan erzählen Kilian, Kolonat & TonArt am 18. Juli in Herrentierbach. Curly Strings entführen am 2. August ebenfalls in Geddelsbach in die Seelenwelten Estlands, und am 21. August kann man auf Schloss Kirchberg und dem dortigen Ayurveda-Kurzentrum indische Töne hören und danach Köstlichkeiten aus der indischen Küche genießen.
Konzert und Kulinarik
Gerade die Verbindung von kulinarischen Angeboten und Konzerten ist ein Konzept, das das Festival weiter ausgebaut hat. „Neben den historischen Bauwerken, die der Hohenloher Kultursommer ins Rampenlicht stellt, zeichnet sich das Hohenloher Land auch durch die qualitativ hochwertige Gastronomie aus. Da liegt es nahe, Kulinarik und Konzerte miteinander zu verbinden“, erklärt Marcus Meyer.
Das beginnt beim Sonnenaufgangskonzert in Kloster Schöntal mit anschließendem Frühstücksbuffet am 26. Juli in Kloster Schöntal. Des Weiteren darf man sich im Anschluss an das Konzert mit Katalin Horváth am 9. August im Öhringer Hoftheater auf ein österreichisch-ungarisches Buffet freuen. Beim Flanierkonzert in Weikersheim am 4. Juli kann man sich ein Drei-Gänge-Menü des preisgekrönten Szenekochs Toni Tänzer gönnen.
Ein „Eat & Greet“ gibt es beim Konzert mit Andreas Martin Hofmeir und Barbara Schmelz am 5. September in Künzelsau zu buchen. Auf 30 Plätze limitiert ist hier ein gemeinsames Abendessen mit den Künstlern nach dem Konzert.
Festlich-Altes
Neben der klassischen Kammermusik und der Weltmusik gehört auch die alte Musik vom frühen und späten Mittelalter bis hin zum Hochbarock zur festen Programmsäule des Festivals. Hier darf man sich heuer auf opulent besetzte Festkonzerte freuen.
Am 20. September präsentiert das Barocktrompetenensemble Berlin in der Schöntaler Klosterkirche den Reichtum des Klangs mit Händels Feuerwerks- und Wassermusiken sowie festlichen Trompetenkonzerten mit Orgeln und Pauken.
Am 1. August kann man bei Händels Messias-Halleluja mit dem Ensemble BachWerkVokal aus Salzburg jubilieren, und am 5. Juli entführen Schauspieler Udo Schenk (ARD, In aller Freundschaft), Jule Bauer und die Capella Antiqua Bambergensis in der Katharinenkirche Schwäbisch Hall ins 10. und 11. Jahrhundert. Im mittelalterlichen Ambiente der Stadt Schwäbisch Hall ganz besonders passend.
Besonderes im Außergewöhnlichen – Musikfest wird zum Flanierkonzert
Zu den herausragenden Sonderformaten des Festivals zählt allen vorneweg die Veranstaltung auf Schloss Weikersheim. In diesem Jahr wird am 4. Juli das Musikfest zu einem Flanierkonzert und kehrt somit auf die Ursprünge vor knapp 30 Jahren zurück. Dieses Jahr kann man sich sein eigenes Kulturerlebnis zusammenstellen. Mit dem Basisticket lässt sich durch den Schlossgarten flanieren. Dort trifft man auf Hochstelzenläufer, Thomas Roth und Joe Doll (Nyckelharpa und Marimba) und die sommerlichen Vokal-Serenaden des Athos Ensembles. Für das leibliche Wohl sorgen Foodtrucks mit leckeren, nicht alltäglichen Speisen und sommerlichen Getränken. Mit Einbruch der Dunkelheit setzt eine Projektion mit Live-Performance auf der Schlossfassade den Schlusspunkt. Zu diesem Paket kann man sich ein oder zwei Konzerte in der Orangerie, im Gärtnerhaus oder im Rittersaal dazubuchen. Vorbestellen kann man zudem das Drei-Gänge-Menü oder eine Picknicktasche.
Der Konzerttag Öhringen mit drei Konzerten in der Stadt beginnt um 11.00 Uhr im Filmtheater Scala mit einem Stummfilmkonzert. Live am Klavier untermalt Stephan Graf von Bothmer Klassiker von Charlie Chaplin, Buster Keaton und Dick & Doof. Um 14.00 Uhr erklären Andreas Begert und Rebekka Hartmann im Blauen Saal, was passiert, wenn Klassik auf KI trifft, bevor Katalin Horváth um 17.00 Uhr im Hoftheater der Donau entlang nach Wien reist.
Am 16. August rückt der Konzerttag auf Schloss Schillingsfürst die gegenseitigen Einflüsse von Klassik und Volksmusik in den Mittelpunkt. Da darf Musik von Franz Liszt nicht fehlen. Dazu bietet unter anderem der international gefeierte Pianist Haiou Zhang seine Fingerfertigkeiten auf.
Weitere Höhepunkte werden sicherlich das Konzert mit Sängerin Pe Werner am 23. August auf Schloss Langenburg, das Klavierrezital von Herbert Schuch zusammen mit seiner Frau Gülru Ensari am 6. September in Kloster Schöntal, das Programm „Bach in Blue“ von Trompeter Daniel Schmahl am 12. September in Oberginsbach oder der Abend mit Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher am 23.9. in Ilshofen-Oberaspach sein. Kammermusikalische Extraklasse bietet immer das Prinz-Constantin-Konzert in Weikersheim, wenn die Dozenten des Internationalen Kammermusikmeisterkurses der Jeunesses Musicales auf der Bühne stehen (Sa., 12.9.).
Kinder- und Familienkonzerte
Auch für Kinder und Familien bietet die diesjährige Festivalausgabe drei Konzerte. Neben den bereits erwähnten musikalischen Gefühlsausbrüchen von German Hornsound nimmt KiKa- und Sendung mit der Maus-Moderator André Gatzke die kleinen und großen Gäste am 22. Juni in Kooperation mit der TauberPhilharmonie Weikersheim mit in die Welt eines Orchesters – ganz genau in die der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Er geht den Fragen auf den Grund, welches das größte oder das teuerste Instrument ist. Und welches das nervigste?!
Sehr zur Freude von Intendant Marcus Meyer kommt der Erfinder von Ritter Rost, Jörg Hilbert, am 26. September nach Kupferzell. Er wird nicht nur die Geschichte „Ritter Rost und die drei Prinzessinnen“ vorstellen, sondern auch selbst zusammen mit Tenor Fabian Strotmann und Flötist Dominik Schneider an der Laute musizieren.
Festabend und Schlusspunkt – Cooles auch zum Mitsingen!
Der Festabend der Kulturstiftung Hohenlohe ist dieses Jahr wieder in den Kultursommer integriert und findet am 13. September in der Kultura in Öhringen statt. Der Abend soll Danke sagen an die treuen Fördermitglieder sowie die Mitveranstalter und Unterstützer und alle anderen einladen, die Arbeit der Kulturstiftung Hohenlohe und die Atmosphäre des Festivals kennenzulernen. Mit dem Chamber Choir of Europe steht hier ein international bekannter Chor auf der Bühne, der das Publikum zum Mitsingen animiert.
Den Schlusspunkt setzt in der Jubiläumssaison der Starklarinettist Sebastian Manz mit einem extra zusammengestellten Ensemble aus zehn weiteren namhaften Musikerinnen und Musikern. Mit seinem Programm „Quasi Cool“ lotet er die Grenzen des Cross-over aus, ohne daraus ein Paradoxum zu machen. Im Gegenteil! Zwischen Klassik, Jazz und Pop zeigt das Ensemble, dass Musik wahrlich keine Grenzen kennt und somit schon wieder Lust auf den nächsten Hohenloher Kultursommer macht!
Unterstützung
Mehr denn je ist der Hohenloher Kultursommer auf Unterstützung seitens der Fördermitglieder, seitens der Privatwirtschaft und auch – bei allen derzeitigen Herausforderungen – auf die der öffentlichen Hand angewiesen. Federführend durch die Sparkasse Hohenlohekreis ist die Sparkassen-Finanzgruppe der Region Hohenlohe seit Beginn an Hauptsponsor des Festivals.
„Allen Unterstützern ein herzliches Dankeschön. Nur gemeinsam lässt sich ein derartiges Festival gestalten und in die Zukunft führen. Der Hohenloher Kultursommer ist ein wichtiger Baustein für die Attraktivität der ganzen Region“, betont Landrat Ian Schölzel.
Informationen und Karten
Der offizielle Vorverkauf beginnt am 9. Februar. Fördermitglieder der Kulturstiftung Hohenlohe haben bereits ab 2. Februar ein Vorkaufsrecht.
www.hohenloher-kultursommer.de, Telefon: 07940/18-348
www.reservix.de und alle bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen