Vor einigen Monaten startete unser auf fünf Jahre angelegtes Projekt Kraft der Tiere, dessen Ziel es ist, Kinder und Jugendliche mit besonderen Herausforderungen zu stärken, darunter Kinder mit Mobbing-Erfahrungen, ADHS, Autismus und Down-Syndrom. Die Teilnehmer arbeiten mit unseren Pferden vom Boden aus, lernen die Pferdesprache kennen und erarbeiten sich Kompetenzen wie Folgen und Führen.
Parallel dazu haben wir unsere Mitarbeiter intensiv geschult, denn eine gute Begleitung ist entscheidend für den Erfolg des Projekts. In den Schulungen ging es um das Verständnis für Herdenverhalten, um die feine Kommunikation mit den Tieren und darum, Vertrauen aufzubauen. Eine besondere Übung war das Führen eines Pferdes ohne Strick – eine Herausforderung, die zeigt, wie wichtig nonverbale Signale und gegenseitige Sicherheit sind. Solche Erfahrungen prägen nicht nur die Mitarbeiter, sondern fließen direkt in die Arbeit mit den Kindern ein.
So haben uns auch die ersten Wochen des Projekts gezeigt, wie kraftvoll die Begegnung zwischen Mensch und Pferd sein kann. Die Kinder üben, ein Pferd zu führen, klare Signale zu geben und sich selbst als Chef zu erleben. Wir können beobachten, wie Kindern in ihrer Not geholfen wird und sie durch die nonverbale Kommunikation mit den Pferden lernen, Vertrauen aufzubauen, ihre Gefühle besser zu steuern und Selbstvertrauen zu entwickeln. Zum Beispiel merken Kinder mit Mobbing-Vergangenheit, dass sie die Schultern zurücknehmen und aufrecht laufen müssen, weil ihnen sonst das Pferd nicht folgt – was für eine den Selbstwert stärkende Erfahrung!