… war das Ergebnis, als der Heimat- und Kulturverein die Mitglieder des „Café francophile“ anregte, eine Bank des Mundartwegs zu gestalten. Schließlich gibt es gar nicht so wenige Ausdrücke im hiesigen Dialekt, die sich von französischen Begriffen ableiten lassen – sei es durch die politischen Einflüsse oder weil es schlichtweg „schick“ war, ein französisches Wort zu benutzen. Eifrig wurden im „Café francophile“ Wörter gesammelt – und diskutiert: gehört z. B. „Portemonnaie“ oder „Schampus“ dazu? Nein, da diese zwar aus dem Französischen kommen, aber im Hochdeutschen gebräuchlich sind. Kleine Faustregel: Was im Duden steht, ist kein Dialekt.
Vollständig ist unsere Auflistung bestimmt nicht – falls Sie noch weitere Begriffe kennen, freut sich der Heimat- und Kulturverein auf Ihre Nachricht (E-Mail-Adresse: info@hkv-forst.de).
ade – auf Wiedersehen – frz. adieu
alla – auf geht’s – frz. aller (gehen), à la prochaine (bis zum nächsten Mal)
Bagaasch – Anhang, Verwandtschaft – frz. bagage (Gepäck)
Bletz – Wunde – frz. plaie
Bolle – Kugel – frz. boule
bussiere – anbändeln, flirten („e Bussaasch“ ist quasi noch nichts Festes) – frz. pousser (antreiben, etwas anfachen)
Deez – Kopf – frz. tête
diffisill – schwierig – frz. difficile
dorm(e)lich – schwindelig, schläfrig – frz. dormir (schlafen)
Droddwaa – Gehweg – frz. trottoir
Dur – Umstand, Kraftakt – frz. tour (de force)
kommood – bequem – frz. commode
malaad – krank ( „Maläschde“ = Beschwerden, Gebrechen) – frz. malade
orgmoddlt – schlecht angezogen – frz. mode (Mode)
Pottschamber – Nachttopf – frz. pot de chambre
Plümo – (Bett-)Decke – frz. plumeau
Schees – (Kinder-/Puppen-)Wagen, auch Schimpfwort für hässliche Frauen – frz. chaise (Stuhl)
Schesslon – Sofa – frz. chaiselongue
Schlapp – Schlampe – frz. salope
(nicht zu verwechseln mit Schlabbe – ausgelatschte Schuhe)
seller/selli – jener/jene – frz. celui, celle
ummoddle – umgestalten – frz. mode (Art, Weise)
Die Herkunft des Ausdrucks „Fisimatenten“ ist nicht eindeutig erklärt. Neben der bekannten Herleitung von „Visitez ma tente“ („Besuchen Sie mein Zelt“) oder der Ausrede „Je viens de visiter ma tante“ („Ich habe gerade meine Tante besucht“) gibt es auch den Verweis auf die sog. „visae patentes“ – Offizierspatente, deren komplizierte Ausfertigung sehr lange dauerte. Als „visepatentes“ wurden bereits im 16. Jh. überflüssige Schwierigkeiten in der Bürokratie bezeichnet. Eine weitere Herleitungstheorie bezieht sich auf das Wort „fisiment“, der Begriff für bedeutungslosen Zierrat am Wappen.
Angebandelt werden darf natürlich auf jeder Bank – nicht nur auf dem „Bussierschesslon“ …


