
Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein bildeten die perfekte Kulisse für den diesjährigen Waldtag. Trotz der kurzfristigen Absage der Waldpädagogin fiel der Ausflug nicht ins Wasser; mit den vorbereiteten Materialien im Gepäck verwandelte sich der Wald kurzerhand in ein grünes Klassenzimmer unter der Leitung von Biolehrerin Veronique Mangler.
Der Tag begann mit einer besonderen Herausforderung für die Sinne: dem Spiegelgang. In Tandems führten sich die Kinder gegenseitig durch den Wald. Da der Blick durch kleine Spiegel entweder fest am Himmel oder tief am Boden haftete, war das eigene Vorankommen reine Vertrauenssache. Ohne die Sicht auf den nächsten Schritt lernten die Teilnehmenden, sich blind auf die Führung ihres Partners zu verlassen – eine Erfahrung, die für Staunen und konzentrierte Stille sorgte.
Nach der ersten Erkundung stand eine ökologische Detektivfrage im Raum: Wo verschwinden eigentlich all die Laubberge des Winters. Akribisch wurden Blätter in verschiedenen Stadien der Zersetzung gesammelt und auf Plakaten dokumentiert. So wurde der schleichende Übergang vom frischen Blatt zur fruchtbaren Erde für alle sichtbar und begreifbar gemacht. Nach einer stärkenden Pause verwandelte sich der Waldboden in ein Forschungsfeld. In Kleingruppen wurde jeweils ein Quadratmeter Boden genauestens unter die Lupe genommen. Ausgestattet mit Becherlupe, Pinzette und Bestimmungsbogen gingen die jungen Forscher ans Werk. Tausendfüßer, Asseln und zahlreiche andere Kleintiere bevölkerten die Sammelbecher. Für besondere Begeisterung sorgte die Entdeckung einer Hornisse und einer Hummel in ihren Winterquartieren. Ein seltener Anblick, der anschaulich verdeutlichte, wie diese Insekten die kalte Jahreszeit im Schutz der Erde überdauern. Nachdem die Tiere gezeichnet worden waren, durften sie natürlich zurück in ihr schützendes Laub.
Bevor es zurück in das Schulgebäude ging, bot das Spiel „Das große Krabbeln“ die Gelegenheit, die restliche Energie im Wald zu lassen. Ein eindrucksvoller Tag, der der Klasse 6b sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.