
In einem Brief an seinen Freund Eberhard Bethge vom 23.02.1944 schrieb Dietrich Bonhoeffer: „Wenn du Gelegenheit hast, in der Karwoche nach Rom zu kommen, so würde ich dir raten, am Gründonnerstag den Nachmittagsgottesdienst in St. Peter mitzumachen; das ist […] der eigentliche Karfreitagsgottesdienst. Am Gründonnerstag findet das Auslöschen der zwölf Kerzen am Altar als Symbol der Flucht der Jünger statt, bis in dem riesigen Raum nur noch die Kerze in der Mitte – Christus – brennt.“
Eine solche Meditation der verlöschenden Kerzen wollen wir am Gründonnerstag erleben.
Da sind die Jünger, die in Gethsemane vor Erschöpfung einschlafen. Da ist zum Beispiel Petrus, der stärkste von allen, der aber schließlich doch schwach wird und leugnet, zu Jesus zu gehören.
Dem, was in Ihnen allen vorgegangen sein mag, wollen wir nachspüren.
Wie jedes Jahr sitzen wir gemeinsam an einer langen, schlichten Tafel. Wir beten, singen, hören zu, denken nach, feiern eine einfache Abendmahlsliturgie, essen gemeinsam und kommen miteinander ins Gespräch.
Danach gehen wir hinaus in die Nacht zum Karfreitag. Nachdenklich, aber nicht ohne eine große Hoffnung.