"Sie flechten und weben...
So sagt Schiller in einem Gedicht über die "Würde der Frauen": "Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben - flechten der Liebe beglückendes Band." Der Alltag allerdings übertönt solche Poesie oft mit nüchterner Arbeit. - Noch heute steht für die Mehrzahl der Frauen überall in der Welt der häusliche Wirkungskreis im Mittelpunkt. Gefährtin des Mannes und Mutter - welche Vielfalt von Tätigkeiten, welche Mühen, Sorgen und Freuden erwachsen der Frau aus diesen naturgegebenen Aufgaben. Durch Frauenhände geht ein Großteil des Volksvermögens. Die geschickte und kluge Haushaltsführung der Frau bestimmt weitgehend das wirtschaftliche Wohlergehen der Familie mit.." (Kalender, 1963)
Das nächste Treffen der Gaibergerinnen 70+ ist bereits geplant:
Am Donnerstag, den 25.Juni um 15.00 Uhr laden wir euch ins Bürgerforum ein zum „Verzähl emol“
Wir möchten mit euch über die Lebenssituation von Frauen in den 1950er bis 1970er Jahren sprechen. In Deutschland durften Ehefrauen mit Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes am 1. Juli 1958 ohne ausdrückliche Erlaubnis ihres Mannes arbeiten. Zuvor hatte der Ehemann nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch das Recht, das Dienstverhältnis der Frau zu kündigen.
Zusätzlich durften Frauen ab dem 1. Juli 1958 ihr Vermögen selbst verwalten und ein eigenes Konto eröffnen.
Geprägt von den Herausforderungen des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg kam es, dass Frauen in den 50er Jahren wieder einen Schritt zurückgingen. Ihre Hauptaufgabe war die Haushaltsführung und die Erziehung der Kinder. Junge Mädchen wurden auf ihre spätere Rolle als Hausfrauen vorbereitet. Die 1950er Jahre waren in Deutschland geprägt vom Wirtschaftswunder, dem Aufkommen des Petticoats, Nierentischen. Es war eine Ära des Optimismus, des Rock 'n' Roll, der ersten Urlaubsreisen und der beginnenden Elektrifizierung des Haushalts, wie durch Kühlschränke und Mixer. Allmählich begannen erste Veränderungen in Bezug auf die Erwerbstätigkeit.
Die 1960er Jahre waren ein Jahrzehnt des gesellschaftlichen Umbruchs, geprägt von Beatlemania, Miniröcken, Studentenprotesten und der Mondlandung. Der Stil war bunt, geometrisch und revolutionär, bestimmt von dem Wunsch nach Freiheit. Die 60er und 70er brachten zunehmende Emanzipation und Selbstbestimmung der Frauen, dabei waren die Entwicklungen in den Städten Vorreiter für den Wandel auf dem Land.
Verzählt emol! Wie habt ihr diese Zeit erlebt? Wir können gar nicht genug davon hören und freuen uns auf euch! Bringt gerne auch Freundinnen und Nachbarinnen mit und meldet euch, wenn ihr abgeholt werden möchtet.
Für Euer leibliches Wohl wird gesorgt sein.
Die Anmeldung erfolgt telefonisch bei Margit: 06223-5155 oder Helga: 06223-40203.
Herzliche Grüße Margit Fuchs und Helga Schulz

